Frage von Nicole am 18.03.14

Gewerbliche und gleichzeitig freiberufliche (künstlerische) Tätigkeit

Hallo,

ich hatte mich ursprünglich 2009 mit einem Gewerbebetrieb (Onlineshop) selbständig gemacht, für den ich auch ein Gewerbe als Einzelunternehmer angemeldet habe. Da die Umsätze leider nicht in erwarteter Höhe vorhanden sind, arbeite ich auch seit kurzem als Designerin. Ich entwickle Logos, Flyer, Broschüren, Webseiten usw. Meine künstlerische Tätigkeit wurde mir durch die Mitgliedschaft bei der Künstlersozialkasse bestätigt.

Da für die freiberufliche Tätigkeit ja bekannter Weise kein Gewerbeanmeldung notwendig ist und eine Steuernummer reicht, habe ich einfach für beide Bereiche getrennte Steuererklärungen beim Finanzamt abgegeben, bei der ich in Anlage G (für Gewerbebetrieb) und in Anlage S (für freiberufliche Tätigkeit) meine Umsätze angegeben habe.

 

Es ergibt sich jetzt folgendes Problem:
Das Finanzamt hat laut Steuerbescheid alle Umsätze auf den Gewerbebetrieb gebucht und die freiberufliche Tätigkeit unberücksichtigt gelassen. Nach Aussage des Finanzamtes wäre meine Tätigkeit als Designerin ebenfalls als Gewerbebetrieb einzustufen. Mir ist als Dipl. Designerin sehr wohl bekannt, dass Designer gern in die gewerbl. Ecke gestellt werden, so dass bei entsprechenden Umsätzen auch Gewerbesteuer fällig wird (bei Freiberuflichkeit entfällt die Gewerbesteuer). 

 

Frage:

Was kann ich jetzt tun? Ich höre ganz unterschiedliche Ratschläge zu dieser Thematik. Jemand sagte mir, ich solle am besten Widerspruch einlegen und mein Diplom als Designerin und die Anerkennung von KSK als Beleg meiner künstl. Tätigkeit dazulegen.

Von andere Seite höre ich dann, dass man als Einzelunternehmer nur eins sein kann: entweder Gewerbetreibender oder Freiberufler - beides geht nicht.

 

Was ist jetzt richtig? Kann ich beim Finanzamt als Einzelunternehmer mit getrennter Buchhaltung (Anlage G und Anlage S) sowohl als Gewerbetreibender als auch Freiberufler eingestuft werden? Oder geht das gar nicht?

 

Ich wäre dankbar für jede Info zu diesem Thema und vielen Dank schon mal für jeden Tipp, der da kommen mag.

 

LG Nicole

 

Antwort von

Hallo elke, zunächst ganz wichtig: Steuerberater hinzuziehen, das klingt nach Einspruch und ggf. Klage.

 

Was kann ich jetzt tun? Ich höre ganz unterschiedliche Ratschläge zu dieser Thematik. Jemand sagte mir, ich solle am besten Widerspruch einlegen und mein Diplom als Designerin und die Anerkennung von KSK als Beleg meiner künstl. Tätigkeit dazulegen.

 

Das wäre sicher nicht verkehrt, aber bitte Einspruch einlegen, nicht Widerspruch. Am besten mit Begleitung durch Steuerberater, selber ist risikoreich.

 

Von andere Seite höre ich dann, dass man als Einzelunternehmer nur eins sein kann: entweder Gewerbetreibender oder Freiberufler - beides geht nicht.

 

Falsch, ich bin auch beides. Fragen Sie den Steuerberater.

Ein Unternehmer kann mehrere Firmen leiten und damit nur einen Betrieb haben. Die Firmen können sowohl gewerblich, selbstständig als auch aus der Forstwirtschaft kommen, geht alles gelichzeitig und parallel, nur der Buchhalter kann einem dabei leid tun ;-)

Häufig muss man wegen der Freiberuflichkeit streiten, denn das steht im § 18 EStG nicht immer eindeutig drin.

Grüße

zurück
Sind Sie der geborene Unternehmer? Jetzt testen!