Frage von Roeper am 30.07.10

Gewerbe wegen Liebhaberei abmelden oder weitermachen?

Guten Tag,

seit 4 Jahren bin ich selbstständig als Büroorganisatorin. Ich habe ein entsprechendes Gewerbe angemeldet und versuche nunmehr seit meiner Gründung, einen Kundenstamm aufzubauen. Leider schreibe ich nunmehr im 4. Jahr Verluste - Gott sei Dank bin ich verheiratet und mein Mann der Hauptverdiener.

Mein Steuerberater sagt, lange schaut sich das Finanzamt diese Situation nicht mehr an. Sie werden demnächst sagen, dass meine Arbeit nur "Liebhaberrei" sei, da ich 4 Jahre in Folge kaum Einnahmen habe. Zwar könne ich beweisen, dass ich eine gewisse Werbung für meine Tätigkeit getätig habe (Annoncen, Flyer, Mundpropagande, Verbandsmitgliedschaften etc.), aber es gibt halt kaum nennenswerte Einnahmen

Hinzu kommt, dass ich von Anfang an auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet habe (da dachte ich noch, es wird was...), und beim Neubau unseres Hauses die steuerlichen Möglichkeiten für ein Arbeitszimmer voll ausgeschöpft habe, sprich: 7 Jahre müsste ich dieses Tätigkeit noch ausüben, anderenfalls gilt es, Geld zurückzuzahlen....

Seit 2 Jahren bin ich als Dozentin auf Honorarbasis an einer Schule tätig. Da verdiene ich aber unter 400 EUR pro Monat. Doch diese Tätigkeit könnte ich jetzt ausbauen. Dieses Honoar ist steuerfrei und ich gebe es separat bei der USt bzw. EST (Einnahmen aus selbstst. Tätigkeit ohne USt) an.

Meine Frage:

Ich möchte eigentlich die Dozenten- und Trainertätigkeit ausweiten. Sollte ich oder muss ich - da ja das Gewerbe keine bzw. kaum Einnahmen bringt - mein Gewerbe dann abmelden oder kann ich es als Nebengewerbe laufen lassen? Was die Krankenkasse angeht: Ich bin in der PKK und werde das auch beibehalten.

Ich bin verunsichert, möchte nicht, dass das Finanzamt demnächst vor meiner Tür steht und behauptet, ich hätte nur " Liebhaberei" die letzten 4 Jahre gemacht und gleichzeitig möchte ich eigentlich der gewerbelichen Tätigkeit noch eine Chance geben - seufz...!

Danke für die Tipps

Die Bürofee

Antwort von

Mag mir denn keiner von den "Experten" antworten? :'(

Antwort von

Hallo Bürofee,

habe gerade bemerkt, dass Sie nicht weit weg von mir wohnen. Habe auch festgestellt, dass Sie sehr ungeduldig sind

Leider schreibe ich nunmehr im 4. Jahr Verluste



In dieser Angelegenheit scheinen Sie geduldiger zu sein Liegt vielleicht an der von Ihnen beschriebenen Tatsache:

Gott sei Dank bin ich verheiratet und mein Mann der Hauptverdiener.



Kommen Sie vielleicht mal auf den Gedanken, dass ihre Geschäft, Ihre Dienstleistung in dieser Branche in unserer Region keine Möglichkeiten bietet, auf Dauer davon leben zu können?

Ich möchte damit nicht ihre Arbeitsweise oder ihr Fachwissen kritisieren, doch gerade im Eichsfelde und Umgebung sind Unternehmen wie Büroservice oder Büroorganisation sehr häufig angemeldet, gerade von Hausfrauen, Müttern oder anderen Menschen, die nicht wissen, was sie sonst tun sollen. (Sie merken, ich schreibe Tacheles)

Ich habe einfach schon zu viele beraten, die sich mit dem Büroservice im Eichsfeld (in unserer ländlichen Regionen) trotz meiner Warnungen probiert haben und damit auch schon früher auf die Nase gefallen sind. Aber man kann ja niemanden zu seinem Glück zwingen. Es gibt sicher auch Möglichkeiten, eine Büroservice erfolgreich im Eichsfeld etablieren, dabei sollte man sich jedoch einen besonders guten oder auch Nieschenservice ausdenken, der entsprechende Nachfrage akquiriert. Eben genau das ist sehr schwer.

Ich möchte eigentlich die Dozenten- und Trainertätigkeit ausweiten. Sollte ich oder muss ich - da ja das Gewerbe keine bzw. kaum Einnahmen bringt - mein Gewerbe dann abmelden oder kann ich es als Nebengewerbe laufen lassen?



Das Gewerbe muss nicht abgemeldet werden, da ja die Einnahmen als Dozent und Trainer (auch wenn Umsatzsteuer befreit) auch als Umsatz im Rahmen dieser Tätigkeit zählen und am Jahresende vomSteuerberater im Rahmen der Einnahmenüberschussrechnung erfasst werden müssen. Aus bürokratischen Gründen wurde ich da keine Änderung vornehmen, wenngleich man die Dozententätigkeit (unter Vorbehalt) als Tätigkeit eines Freiberuflers sehen könnte, doch das müsste vorab geprüft werden. Die Vorteile der Freiberuflichkeit sind jedoch nicht so groß, dass man diese lukrativen Änderungen durchführen sollte. Dazu kann Ihnen sicher Ihr Steuerberater etwas mehr mitteilen.

Zum Thema Liebhaberei kann ich dem Steuerberater zustimmen, sehe allerdings nach vier Jahren noch nicht unbedingt eine Schwierigkeit, da das Finanzamt oder die steuerliche Rechtsprechung einen Zeitraum von 10 Jahren zu Grunde liegt, so dass man in den verbleibenden sechs Jahren den bisher anfallenden Verlust durchaus ausgleichen könnte.

Frische Ideen und neues Konzept ist gefragt:

Eine Geschäftsidee ist immer nur so gut, wie das Geschäftskonzept, was der Gründer mit seinem Berater vor der Geschäftseröffnung erstellt und ausgearbeitet hat. Das soll nicht heißen, dass jeder einen Businessplan mit mehreren Dutzend Seiten im Vorfeld seiner Gründung erstellen muss, aber Gedanken sollte sich jeder dazu machen, aus meiner Sicht am besten schriftlich.

Haben Sie breit über Alternativen des Unternehmens nachgedacht?

Ich selbst habe als Dozent Geld verdient und weiß, dass es auf Dauer auch belastend ist und man eine große Abhängigkeit zu den auftraggebenden Bildungsträgern aufbaut. Die wiederum sind in der Regel von Fördermitteln und der Bundesagentur für Arbeit abhängig, da von dort die meisten Gelder und Personen vermittelt werden. Letztlich ist man auch nichts anderes wie ein Freelancer in Form einer Scheinselbständigkeit, das könnte auf kurz oder lang ohne weitere und zusätzliche Aufträge aus Sicht der gesetzlichen Rentenversicherung in die Hose gehen. Dann ist es ja auch egal, ob man das Gewerbe wegen Liebhaberei oder scheinselbständigkeit abmelden muss, oder?

Mögliche alternative Geschäftsideen:

- Schreibservice: Artikel und Beiträge für Internetseiten verfassen und verkaufen

- Internetseite: selbst eine Internetseite (Weblog) eröffnen und zu einem bestimmten Themaartikel veröffentlichen, die Seite kann dann auf verschiedene Art und Weise vermarktet werden, so dass man damit Geld verdienen kann

Weitere Informationen zum Thema Geld verdienen im Internet in meinen Artikeln unter:

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Antwort von

Torsten

 



habe gerade bemerkt, dass Sie nicht weit weg von mir wohnen. Habe auch festgestellt, dass Sie sehr ungeduldig sind



Da ich mich das erste Mal hier angemeldet und eine Frage gestellt habe, wußte ich nicht, wie lange Antworten dauern. Als ich sah, dass ein jüngeres Posting bereits beantwortet war, wurde ich nicht ungeduldig, sondern ratlos. Sorry!



Kommen Sie vielleicht mal auf den Gedanken, dass ihre Geschäft, Ihre Dienstleistung in dieser Branche in unserer Region keine Möglichkeiten bietet, auf Dauer davon leben zu können?

Ich möchte damit nicht ihre Arbeitsweise oder ihr Fachwissen kritisieren, doch gerade im Eichsfelde und Umgebung sind Unternehmen wie Büroservice oder Büroorganisation sehr häufig angemeldet, gerade von Hausfrauen, Müttern oder anderen Menschen, die nicht wissen, was sie sonst tun sollen. (Sie merken, ich schreibe Tacheles)



Ich hatte eigentlich nicht um eine Stellungnahme hinsichtlich meiner Geschäftsidee oder meiner Geschäftsführung oder meines Dienstleistungsprofils gebeten, sondern nur um eine Antwort zum Thema Liebhaberei und Gewerbeummeldung. Und mich mit irgendwelchen gelangweilten Müttern und Hausfrauen in einen Topf zu schmeißen, ist schon etwas dreist - oder sind wir uns schon einmal persönlich begegnet, ohne, dass ich es weiß?


Ich habe einfach schon zu viele beraten, die sich mit dem Büroservice im Eichsfeld (in unserer ländlichen Regionen) trotz meiner Warnungen probiert haben und damit auch schon früher auf die Nase gefallen sind. Aber man kann ja niemanden zu seinem Glück zwingen.



Tut mir ja leid, wenn Sie mit uns "Bürotanten" so viel "Ärger" hatten, aber inwieweit ich mich damals habe beraten lassen, einen Businessplan geschrieben habe und was die Gründe für die Verluste sind, habe ich hier nicht ausgeführt und wollte dies auch nicht tun - es ging mir lediglich um die Finanzamtfrage und die Gewerbeanmeldung.

Das Gewerbe muss nicht abgemeldet werden, da ja die Einnahmen als Dozent und Trainer (auch wenn Umsatzsteuer befreit) auch als Umsatz im Rahmen dieser Tätigkeit zählen und am Jahresende vom Steuerberater im Rahmen der Einnahmenüberschussrechnung erfasst werden müssen. Aus bürokratischen Gründen wurde ich da keine Änderung vornehmen, wenngleich man die Dozententätigkeit (unter Vorbehalt) als Tätigkeit eines Freiberuflers sehen könnte, doch das müsste vorab geprüft werden. Die Vorteile der Freiberuflichkeit sind jedoch nicht so groß, dass man diese lukrativen Änderungen durchführen sollte. Dazu kann Ihnen sicher Ihr Steuerberater etwas mehr mitteilen.

Zum Thema Liebhaberei kann ich dem Steuerberater zustimmen, sehe allerdings nach vier Jahren noch nicht unbedingt eine Schwierigkeit, da das Finanzamt oder die steuerliche Rechtsprechung einen Zeitraum von 10 Jahren zu Grunde liegt, so dass man in den verbleibenden sechs Jahren den bisher anfallenden Verlust durchaus ausgleichen könnte.



Vielen Dank! Genau das wollte ich hören bzw. lesen. Das war der Grund meiner Frage, die Sie hier und jetzt beantwortet haben. Danke schön.

Frische Ideen und neues Konzept ist gefragt:



Da bin ich bei. Aber ich glaube, Sie werde ich nicht bitten, mir da zur Seite zu stehen - Sie sind wohl zu vorbelastet was meine Branche angeht

Außerdem empfehle ich Ihnen mein kostenloses eBook (siehe Signatur).

Danke, da schaue ich gern mal rein.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von

hi bürofee,

sorry, wenn meine Antwort etwas harsch formuliert wurde, habs mir abgewöhnt lieb und nett den LEuten Honig um den BArt zu schmieren. DAs bringt uns beiden nix, denn eine Gründung / das Unternehmertum ist auch hart, warum soll man da heucheln. Nicht persönlcih sehen

Aber ich glaube, Sie werde ich nicht bitten, mir da zur Seite zu stehen - Sie sind wohl zu vorbelastet was meine Branche angeht



So mein ich es nicht, würde aber gerne Textaufträge vergeben, dein Schreibstil gefällt mir, knackig, korrekt und gut formuliert. Wenn du Lust hast, können wir rein textermäßig ins Geschäft kommen, ich rufe aber noch mal an.

Tut mir ja leid, wenn Sie mit uns "Bürotanten" so viel "Ärger" hatten



Nicht Ärger, sondenr es sind einfach zu viele gewesen, die nciht verstadnen haben, dass man bei uns damit auf dauer kein geld verdienen kann. das angebot ist für das bisschen nachfrage einfach zu groß. ärger hatte ich mit denen nicht, ist ja deren eigene entscheidung und auch ihr eigenes geld, was sie versenken

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