Frage von Sven am 11.07.12

Gaststätte als GbR eröffnen, da Schufa Eintrag?

Meine Frau ist schon etliche Jahre in der Gastronomie tätig und jetzt hat sich eine chance ergeben eine eigene Gaststätte aufzumachen.

Das Problem Sie hat einen Schufa eintrag und bekommt so von der Bank natürlich keinen Kredit. Daher werde ich das Mit dem Kredit übernehmen und sie nur als Mitantragstellerin angeben.

Aus diesem Grund haben wir entschieden, das wir beide dann den Pachtvertrag unterschreiben. Und nach längerer Überlegung kamen wir auch darauf, das wir beide eine Konzesion beantragen.

Aus diesen Gründen, aber speziell dem Schufa Eintag sind wir am überlegen ob es Sinnvoll wääre auch das Gewerbe zusammen zu eröffnen, also eine GbR.

Hat das Vorteile oder Nachteile?? Ist der Gedanke sinnvoll oder völlig daneben?

Ich will und werde erstmal weiterhin in meinem jetzigen Beruf bleiben auch allein aus Sicherheitsgründen.

 

Danke Gruss Sven

Antwort von

Hallo Sven,

ich kann Ihnen dazu nur raten, sich damit an einen Steuerberater zu wenden und mit ihm besprechen was für sie beide sinnvoll ist. Auf Betriebsausgabe.de können Sie auch Herrn Kexel, erfahrener Steuerberater, dazu befragen.

Viele Grüße

Antwort von

Hallo,

manche gehen vorsichtig vom Rand aus ins Wasser, aber Sie, Sie springen - ohne sich um die Warnhinweise zu kümmern - gleich mitten in den See.

So viel Unvernunft führt selten zu einem guten Ende.

Noch nie Rach der Restauranttester gesehen?

Die Sendung auf RTL ist Ihnen dringend zu empfehlen.

Das Thema GbR oder etwas anderes haben Sie schon selbst gelöst, in dem der Pachtvertrag von beiden Ehegatten als Vertragspartner abgeschlossen wurde. Ob dies wirtschaftlich und steuerlich sinnvoll war, kann ohne genaue Sachverhaltsanalyse nicht beurteilt werden; aber sehr wahrscheinlich war es nicht sinnvoll.

Wenn Ihre Frau schon angeblich so viel Erfahrung hat, was haben dann die Gespräche mit Brauerei und Getränkelieferant gebracht? Oder fanden noch gar keine statt?

Also, nehmen Sie den Rat von Frau Horcher auf, gehen Sie schnellstmöglich zu einem Steuerberater und lassen sich beraten. Die Ausgaben für dessen Honorar sind sehr gut angelegt. Denn gute Beratung schont das Vermögen.

Antwort von

...

also nach dem die Fronten geklärt sind, nun mal zu den Details:

1. Persönlichen Rat beim Steuerberater ist unausweichlich - Sie gehen ja mit Sicherheit keine geringen Verpflichtungen ein.

2. Beziehen Ehemann oder Ehefrau noch andere Einkünfte, insbesondere aus aktiver oder ehemaliger Arbeitnehmertätigkeit oder wird so etwas in naher Zukunft angestrebt?

Arbeitslohn, Arbeitslosengeld, Rente oder Pension?

Wenn ja, bedarf es einer Genehmigung des Arbeitgebers oder es sind mögliche Anspruchskürzungen zu prüfen, wenn künftig Einkünfte aus Gewerbebetrieb (sozialversicherungsrechtlich: Arbeitseinkommen) erzielt werden.

3. Wer wird tatsächlich die Gaststätte betreiben?

    Beide Ehegatten in Vollzeit oder nur ein Ehegatte in Vollzeit der andere in Teilzeit oder?

4. Kann es, insbesondere aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht (Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Kranken-/Pflegeversicherung), Sinn machen, den einen Ehegatten beim anderen als sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer anzustellen?

Wie sieht es zum Beispiel mit der Familienversicherung bei der Krankenkasse aus?

Sind minderjährige Kinder vorhanden?

5. Die Sozialversicherung ist ein wichtiger Punkt, da bei falscher Entscheidung ggf. doppelte Beiträge zu zahlen sind, bei unveränderten Sozialleistungen.

6. Kredit und Schufa sind, wenn es grundsätzlich Kreditbereitschaft seitens einer Bank gibt gibt, kein Hinderungsgrund und haben keine Auswirkung auf die Frage, wer Unternehmer ist. Das Darlehn kann auch von einem Ehegatten aufgenommen und an den anderen Ehegatten weitergeben werden. Steuerlich allerdings nur dann unproblematisch, wenn bei der Weitergabe die Konditionen nicht  teurer sind als bei der Bank, und zwar nicht mal 1 Cent.

7. In der Regel gewähren Brauerei und Getränkelieferant Lieferantendarlehen gegen einen festen Liefervertrag - wurden hier schon Verhandlungen geführt?

8. Wurde bereits ein Businessplan mit Ertrags- und Liquidationsplanung erstellt um den Kapitalbedarf (incl. Anlaufverluste und Warenbestand) realistisch zu ermitteln?

9. Abschluss Pachtvertrag ist sehr entscheidend - hier nicht unterschreiben bevor geklärt ist, in welcher Rechtsform das Unternehmen von wem betrieben wird.

und, und, und ...

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