Frage von Cp am 04.10.08

Fehler in Rechnungserstellung - neue Rechnungen erstellen?

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für dieses tolle Forum, ich habe eine kurze Frage bevor ich am mich Montagmorgen direkt mit dem Finanzamt auseinandersetze.

Ich bin seit Mai 2008 selbstständig und habe bis jetzt 10 Rechnungen erstellt, allerdings mit einem Fehler wie ich jetzt von einem Freund aufgeklärt wurde.

Ich habe meine Rechnungen im Format:

"

MwSt. (19%) 42,94 €

Nettobetrag 226,00 €

Gesamtbruttobetrag 268,94 €

"

erstellt und dabei den Satz "Aufgrund § 19 UStG wird die Umsatzsteuer nicht erhoben." stehen, dazugeschrieben.

Mir wurde nun gesagt das dies Steuerbetrug sei - ich war völlig geschockt.

Meine Frage ist konkret, kann ich meinen Kunden nun neue Rechnungen schicken indem ich NUR den Gesamtbetrag (inkl. "versteckter" Mwst.)draufschreibe oder muss ich den alten Nettobetrag vor Steuern nehmen und denen die Mwst. zurückzahlen?

Ich habe die Mwst. in allen Rechnungen immer addiert und gedacht das ich am Ende des Jahres mit meiner "EÜR" diese Mwst an das Finanzamt abführe.

Sie sehen ich habe mich nicht beraten lassen, das werde ich nachholen!!!

Ich möchte nur so schnell wie möglich Klarheit, um die Kunden auch nicht zu vergraulen, wie oben erwähnt rufe ich sofort am Montagmorgen das FA an.


Ich danke Ihnen im Voraus für Ihre Antwort und Ihre Zeit.

Vielen Dank!

Freundliche Grüße

concept2008 / Thomas

Antwort von

Hallo,

„Consilium bonum pecuniae parcit“

(Guter Rat schont das Vermögen).

Also - nicht das Finanzamt anrufen - das Finanzamt setzt die Steuer nur fest, es berät aber nicht - einen Steuerberater anrufen - dieser ist zur Steuerberatung ausgebildet (Ausbildung dauert in der Regel über zehn Jahre!) - die Kosten einer betrieblichen Beratung sind nach wie vor steuerlich abzugsfähig (und preiswerter als allgemein gedacht).

Zunächst ist bei Ihnen zu klären, ob Sie Kleinunternehmer sind oder nicht. Hierzu den Online-Rechner benutzen:
www.betriebsausgabe.de

Wenn kein Kleinunternehmer, dann - abgesehen vom Zusatz "... §19 ..." - Rechnungen in Ordnung.

Wenn Kleinunternehmer, dann ist vom Grundsatz her zunächst die Umsatzsteuer ans Finanzamt zu melden und zu zahlen - Stichwort "unberechtigter Steuerausweis, § 14c Umsatzsteuergesetz".

Diese Steuer kann jedoch vom Finanzamt auf Antrag zurückgefordert werden, wenn insbesondere die Rechnungen gegenüber Ihren Kunden berichtigt wurden, diese den eigenen Vorsteuerabzug korrigiert haben und Sie dies dem Finanzamt darlegen.

Ihren Kunden haben Sie in diesem Fall natürlich die unberechtigt geforderte Umsatzsteuer zurück zu zahlen. In Ihrem Beispiel reduzieren sich Ihre Einnahmen somit auf 226,00 EUR. Dies wäre Ihnen aber auch übrig geblieben, wenn Sie von den zunächst vereinnahmten 268,94 EUR am jahresende 42,94 EUR ans Finanzamt abgeführt hätten.

Das klingt nach viel Aufwand - ist es auch.

Den hätten Sie sich sparen können, wenn Sie vorher jemanden gefragt hätten, der sich damit auskennt.

Gruß

Helmut Kexel, Vereidigter Buchprüfer/Steuerberater
www.steuernplusberatung.de

Hinweis: Die in diesem Forum enthaltenen Beiträge zu den einzelnen Themen sind nach bestem Wissen und Kenntnisstand verfasst worden. Sie dienen nur der allgemeinen Information und ersetzen keine qualifizierte Beratung in konkreten Fällen. Eine Haftung für den Inhalt dieser Beiträge kann daher nicht übernommen werden.

Für eine konkrete Einzelberatung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Antwort von

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

Sie haben Recht!

Lt. Finanzamt muss ich in diesem jahr noch nicht einmal Steuern zahlen.

Machen Sie weiter so, tolles Forum !

Grüße

concept2008

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