Frage von Flensburg am 13.08.09

Erfahrungen aus den letzten 3 Jahren

An dieser Stelle, werde ich kurz die wichtigsten Erfahrungen schildern, die Junggründer ggf. nutzen können, um teure Fehler zu vermeiden.

Zu mir:

Ich habe im Sommer 2006 eine Werbeagentur für Existenzgründer und kleine und mittlere Unternehmen eröffnet. Derzeit arbeiten wir mit 4 festen Mitarbeitern und haben uns (eigene Einschätzung) etabliert.

Wie alles begann:

Nachdem wir uns für die Selbstständigkeit entschlossen haben, wurde geplant und gesucht. Alles was teuer erschein (z.B. Renovierungen) machten wir selbst. Im nachhinein wäre es besser gewesen, dies Profis zu überlassen und die Zeit mit der ersten Werbemaßnahme/ Kundengewinnung zu nutzen. Also empfehle ich, alles was andere besser und schneller erledigen können (Werbung/ Renovierung/ Objektsuche/ Buchhaltung) konsequent auszulagern und sich nur auf das Geschäft (Enkauf/ Verkauf/ Personal) zu konzentrieren. Die Kosten für externe Dienstleister sind wirklich gut angelegt.

Die ersten Monate hätten besser verlaufen können, viele unseriöse Kunden besuchten uns, Vertreter aller Branchen wollten uns etwas verkaufen und erste Rechnungen wurden nicht bezahlt. Auch die Annahme von kleinsten Aufträgen (die in keinem Kosten-/ Nutzenverhältnis standen) bremsten das Wachstum. Weiterhin waren unsere Umsätze sehr sprunghaft. Gab es nichts zu tun, stand der Vertrieb an erster Steller (viele Kosten, Einnahmen später) und waren ausreichend Aufträge da, wurde aus Zeitmangel der Vertrieb vernachlässigt. Das rächte sich spätestens 6 Wochen später. Fazit: Wir nehmen nur noch Aufträge an, die sich rechnen und Vertreter müssen bei uns Termine vereinbaren. Weiterhin läuft unser Vertrieb jetzt dauerhaft, so dass wir nach dem ersten Jahr konsequent Aufträge haben.

Im Laufe der Zeit brauchten wir personelle Unterstützung. Bewerber gibt es viele, gute eher weniger. Deshalb müssen aller potentiellen Mitarbeit erst ein mindestens 4-Wochen-Praktikum absolvieren. Vorteil. Wir lernen den Bewerber kennen, wissen danach, ob er ins Team passt und er kann sich von uns ein Bild machen. Zu vermeiden sind Freunde und Bekannte im Unternehmen. Das funktioniert nicht (der Chef ist dann kein Chef mehr) und Ärger ist vorprogrammiert. Angestellte müssen Ihren Lohin (inkl. aller Nebenkosten) refinanzieren!

Wie bereits erwähnt, zahlen nicht alle Kunden rechtzeitig. Tipp: kurze Zahlungsziele, konsequent mahnen und das Geld eintreiben (lassen). Auch auf die Gefahr hin, dass dann die Kunden nicht wieder kommen, es ist egal. Unternehmen brauchen nur Kunden, die zahlen.

Weiterhin wollen viele Kunden Rabatte und Sonderkonditionen. Kann man mal (!!!) machen, aber nicht ständig. Wozu hat man sonst die Preise kalkuliert. Freunde/ liebe Kunden, die nicht den Preis bezahlen wollen, sind keine Freunde und nicht nett; sie greifen in meine Kasse.

Zur Preisgestaltung ist zu erwähnen, dass Kunden Sonderangebote gerne nutzen und Preiserhöhungen schwer durchsetzbar sind. Somit empfehle ich marktübliche Preise anzusetzen und lieber mal Sonderaktionen zu machen, als den Preis von Beginn an zu gering anzusetzen.

Ich hoffe, dass ich fürs erste, einige Tipps vermitteln konnte und freue mich auf Fragen.

Antwort von

Hallo,

Somit empfehle ich marktübliche Preise anzusetzen und lieber mal Sonderaktionen zu machen, als den Preis von Beginn an zu gering anzusetzen.



Genauso ist es. Wer mit Niedrigpreisen anfängt, kann zum Ende des Gründungszuschusses nicht davon leben.

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