Frage von Fleischhut am 28.04.10

Einzelunternehmen und Firmenname ohne eigenen Nachnamen?

Hi!

habe mich im Forum hier zwar etwas schlau gelesen aber stehe irgendwie nach wie vor auf dem Schlauch.

Also hier das Problem:

Seinerzeit gabs die ICH- AG. Ich also brav - und ohne genauen Plan - zum Gewerbeamt, Gewerbe angemeldet, beim Arbeitsamt den Zuschuss beantragt. Auf meinem Gewerbeschein steht nur mein Vor- und Zuname und die Art der Tätigkeit. Das war 2003...da mein benutzter
Firmenname = meines Nachnamens

war/ist, gabs da nie wirklich Probleme und ich hab da ehrlich gesagt auch nicht weiter drüber nachgedacht.

Jetzt, 7 Jahre später sehe ich das etwas anders. Heute finde ich den Namen selber etwas naja ich nenn es mal "störend", da es nicht grade sehr innovativ ist (auch wenn mein Name extremst selten, leicht zu merken ist)... zudem geht aus dem Namen nicht hervor was ich eigentlich tue.

Max Mustermann tippt schließlich keiner bei google ein wenn er Internetdesigner sucht. und in Branchenverzeichnissen wirkt ein Firma Max Mustermann nicht so innovativ wie z.b. webart flashdesignstudio oder halt was anderes...

Was ich möchte ist eine CI (Cooperate Identity) ohne Nutzung meines dämlichen Nachnamens.

Wie kann ich das bewerkstelligen? Handelsregistereintrag ist eine Möglichkeit -sofern ich das hier richtig verstanden habe,was ich laß - aber Nachteile wie doppelte Buchführung etc, wenn ich das nur höre wird mir schlecht...

Gibt es andere Möglichkeiten?

Danke für eure Hilfe!

Antwort von

hallo troll, ...

... danke für deine umfassende Darstellung. Ich teile in vielen Dingen Deine Erfahrungen.

Das mit der CI ist absolut richtig angedacht. Sie birgt wesentlich mehr Vorteile, egal in welche Richtung Du Dich bewegst, als Vor- und Nachname. Selbst beim Verkauf eines Unternehmens kann der Firmenwert besser dastehen.

Dich schreckt die doppelte Buchführung? Nun ja ..., die Alternative der E/A-Überschussrechnung ist zwar einfacher, dennoch muss gebucht werden und sie birgt etliche Nachteile, die man bei einem eigenen Controlling bemerkt.

Ich möchte das jetzt nicht weiter vertiefen, das würde viel zu weit führen. Versuche dich einfach mal mit einem Buchführungskurs oder vielleicht einer einfachen Software zu üben, anfreunden.

Ansonsten wenn Du magst .. habe ich zwei Literaturtipps, - schaue Dir mal die Inhaltsverzeichnisse an .... und du kannst es einschätzen.

- Existenzgründung - Fakten & Grundsätzliches - 2. Auflage - ISBN 978-3-938684-07-8 ( Firmenname)

- Existenzgründung - Markteintritt & Wachstum - ISBN 978-3-938684-01-6 (CI und Controlling)

- Inhaltsverzeichnisse unter www.uvis-verlag.de/uv5100.htm

Jetzt wünsche ich Dir gutes Gelingen bei Deinem weiteren Vorhaben.

Antwort von

wir haben übrigens einen Artikel zum Thema: Buchführungssoftware Vergleich geschrieben.

Du könntest mit der Gründung einer GmBH oder UG das Problem lösen. Die erfassung der einnahmen und ausgaben ist dort auch nötig, lediglich die erstellung der bilanz ist der unterschied. ich würde das thema bcuhführung eh an einen steuerberater abgeben. daher ist es egal was du tust. lass dich mal beraten, hier unser tipp, was steuerberater angeht.

Antwort von

Danke für die Umfangreichen Ideen und Anregungen.

GmbH kommt für mich nicht in Frage einfach weil es Finanziell schon nicht realisierbar wäre. Aber Ideen wie Kurse und Steuerberater sollte ich tatsächlich vlt mal ins Auge fassen....

DANKE

Antwort von

hier noch ein Tip wenn es nicht zu spät ist.

Wir sind ein kleines Softwareunternehmen für Maler.

Das wollten wir auch in unserem Firmennamen deutlich machen.

Wir haben uns dann für e.K. entschieden (eingetragener kaufmann)

Wird über einen Notar beim Handelsregister eingetragen das wars (kostet ca. 200 EUR). Auf dem Briefkopf steht dann "meine firma" und im Briefuss dann "meine firma e.K. " und natürlich die Handelsregisternummer und das Amtsgericht wo es eingetragen ist sowie der Geschäftsführer/Inhaber. Der Sinn ist folgender: wenn jemand den Briefbogen oder auch Werbung von dir liest muss zumindest klein dabei stehen "meine firma e.K. und Adresse so kann jeder beim Amtsgericht nachforschen wer hinter der Firma steckt.

Also Fazit : muss nicht GMBH sein (hohes Startkapital / Gründung Aufwendig und teuer) Um einen Fantasienamen zu haben genügt auch der e.K. (eingetragener Kaufmann) Vorteil (Fantasienamen, geringe Kosten beim Gericht und beim Notar , kein Stammkapital) hoffe es hilft.

Antwort von

Hallo,

ich habe diesen Beitrag erst heute gelesen - tut mir leid - aber die Antworten sind, von der letzten abgesehen, zu politisch - viel geschrieben und nichts ausgesagt.

Also, bei einem nicht im Handelsregister eingetragenen Unternehmen gibt es keine gesetzlich alternative zu ausgeschriebenem Vor- und Nachnamen als Unternehmensname.

Etwas anderes ist der sogenannte Geschäfts- oder Produktname - er ist ein reiner Werbeslogan.

Keiner oder kaum einer sucht im Internet nach Beiersdorf AG, wenn er Infos zu Nivea-Produkten möchte. Aber hier haben wir genau den Fall:
Firma = Beiersdorf AG / Produktname = Nivea

Aber wenn man gerne den Geschäfts- oder Produktname zur Firma ( Firma = Geschäftsname eines im Handelsregister eingetragenen Kaufmanns) machen möchte, kommte man eben um eine Handelsregistereintragung nicht herum. Dies gilt jedoch nicht für sogenannte Freiberufler (Architekten, Ärzte, Steuerberater, Rechtsanwälte).

Dies bedeutet allerdings nicht, dass man automatisch auch verpflichtet ist Bücher zu führen und regelmäßig Abschlüsse zu machen. Hier gelten, ähnlich wie im Steuerrecht, bestimmte Buchführungsgrenzen. Erst wenn diese überschritten werden, ist man verpflichtet Bücher zu führen etc.

Also, guter Rat schont das Vermögen - vorher einen Fachmann befragen.

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