Frage von Flummserl am 25.07.13

Angabe der Tätigkeit möglichst offen oder konkret formulieren?

Guten Tag!

Ich möchte mich in Kürze selbstständig machen und finde bei der Informationssuche zur Gewerbeanmeldung und dem folgenden Fragebogen zur steuerlichen Erfassung immer wieder zwei verschiedene Aussagen: Zum einen, dass man die Angabe der Tätigkeit möglichst offen formulieren soll, um sich langfristig so viele Entwicklungsmöglichkeiten wie möglich offen halten soll, zum anderen viele Kommentare mit erhobenem Zeigefinger, dass die Angabe so konkret wie möglich zu halten sei. Diesbezüglich ist dann auch zu beachten, dass man je nach den angegebenen Tätigkeiten zum Zwangsmitglied bei IHK und/oder HWK wird.

Welcher Weg ist nun der richtige?

Mein Fall und meine Überlegungen sehen folgendermaßen aus:

Ich plane meine Selbstständigkeit vorrangig mit der Planung, Organisation und Abwicklung von Werbemaßnahmen zu beginnen. Dabei werden auch Produkte wie Flyer, Textilien oder (als etwas utopisches Beispiel) Lichtwerbeanlagen bei Zulieferern eingekauft, wieder verkauft und ggf. weiter verarbeitet oder beim Kunden montiert. Auch schließe ich eine Außweitung des handwerklichen Bereichs, also Messebau etc., nicht aus. Durch verschiedene Kontakte ist auch das Organisieren und Koordinieren einer Veranstaltung (Produktpräsentation, Wahlkampfveranstaltung, Ladeneröffnungsfeier) nicht ausgeschlossen, aber nach meinem Wissen mit weitreichenden Konsequenzen (Security, Brandschutz etc.) verbunden und daher nicht so wahrscheinlich wie alles andere. Ferner möchte ich in den kommenden Jahren auch versuchen eigene Produkte wie diverse Printerzeugnisse (bspw. Poster, T-Shirts und Aufkleber) direkt oder über Zwischenhändler zu verkaufen.

Ich hätte nun in der Gewerbeanmeldung und dem steuerlichen Erfassungsbogen sowas wie "Planung, Organisation, Gestaltung und Verkauf von Werbemaßnahmen, Medien- und Printerzeugnissen" geschrieben. Damit wäre das Gröbste und auch das Kerngeschäft abgedeckt.

Wäre das in dieser Form sinnvoll, um einen möglichst großen Spielraum in der künftigen Entwicklung zu haben oder liege ich hier voll daneben? Sollte das Wort Produktion unbedingt noch rein oder unbedingt vermieden werden, um nicht in IHK und HWK zu landen? In der Augenblicklichen Schilderung würde ich eher vermuten, dass das ein Fall für die Industrie- und Handelskammer wird, als für die Handwerkskammer. Das Waren angeboten werden ist ja schon mit Verkauf abgedeckt. Ist eine Erklärung, ob und in welchem Anteil die letztlich durch Einkauf (bspw Druckerzeugnisse), Veredelung von eingekauften Produkten (bspw Textilien die bedruckt werden) oder das komplette Herstellen (bspw Fahrzeugbeschriftung inklusive Montage am Kundenfahrzeug) kommen nötig? Ist ja weitgehend noch gar nicht absehbar und entscheidet sich dann ggf. danach, was betriebswirtschaftlich Sinn macht und was sich als Rohrkrepierer herausstellt.

Ansonsten müsste ich bei der Angabe der Tätigkeit wohl ein paar Seiten voll schreiben, mit allem, was ich vorhabe, ausprobieren möchte oder mir noch so in den Sinn kommen könnte. Und da wären dann sicher auch einige Sachen dabei, für die die HWK zuständig ist. Vielleicht bau ich ja auch mal gewerblich kleinere Möbelstücke. Mach ich öfters privat, warum also nicht schauen, ob´s ankommt...

Recht herzlichen Dank für jeden Tipp und Denkanstoß!

Antwort von

Hallo,

melde erst einmal die gewerbliche Tätigkeit an, die in der ersten Zeit ausgeführt werden soll.

Eine Änderung der Gewerbeanmeldung ist später ohne Probleme möglich und auch notwendig.

Diese Änderung kosten idR zw. 10 und 30 EUR.

 

 

Antwort von

vielleicht hilft auch folgende checkliste zur selbständigkeit:

www.gruenderlexikon.de/checkliste/informieren/gruendungsstrategie/existenzgruendung-arbeitslos/

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