Frage von Stefan am 07.09.10

Alg II + Minijob + freiberufliche Tätigkeit?

Hallo,

ich plane als zusätzliches Standbein eine Tätigkeit als freier Lektor. Zwar verfüge ich über kein Studium und hab auch keine Ausbildung als Buchhändler (Zitat unten), beschäftige mich aber seit fast zehn Jahren intensiv mit dem kreativen Schreiben, schreibe selbst und sehe mich deshalb als befähigt für diese Tätigkeit. Bestätigt wurde mir das von einem kleinen Verlag, bei dem ich mich beworben hatte und für den ich als Arbeitsprobe ein kostenloses Probelektorat erstellt habe. Dieser Verlag hat angeboten, mir in unregelmäßigen Abständen auf Honorarbasis Aufträge zu erteilen. Wenn ich das Angebot annehme, dann wäre ich ja eigentlich schon freiberuflich tätig, oder? Was freiberufliche Tätigkeiten angeht bin ich leider absoluter Laie.

Zusätzlich möchte ich mich über eine Homepage an vielleicht noch unveröffentlichte Autoren und andere kleine Verlage wenden, um weitere Kunden zu bekommen.

 

 

Für den Beruf Lektor gibt es keine einheitlich geregelte Ausbildung. Der Berufseinstieg erfolgt in der Regel über ein Studium der Geistes- oder Sprachwissenschaften. Zudem wird meist eine Ausbildung als Buchhändler gefordert.


Quelle: www.Berufe-Lexikon.de

Aus dem Zitat schließe ich eigentlich, dass sich jeder freier Lektor nennen darf, genauso, wie sich jeder, der ein Manuskript verfasst hat, Schriftsteller nennen darf.

Zu meiner Ausgangslage:

Ich bin seit mehreren Jahren Alg. II Empfänger und mache zur Zeit einen Ein-Euro-Job, der aber höchstwahrscheinlich ab Januar nächsten Jahres in einen 400 Euro Minijob umgewandelt wird. Grundsätzlich würde ich ja sagen, die Arge Mitarbeiter sind über jeden „Kunden“ froh, den sie los werden. Trotzdem muss man so realistisch sein und erkennen, dass die Arbeit als freier Lektor zumindest in den ersten Jahren so wenig einbringen wird, dass ich davon (selbst in Verbindung mit dem Minijob) nicht werde leben können. Ich wäre also zunächst einmal weiter auf Leistungen der Arge angewiesen.

Die eigentlichen Fragen:

Geht das in dieser Konstellation überhaupt, oder entfällt der Alg. II Anspruch dadurch? Also Alg. II + Minijob + freiberufliche Tätigkeit? Was wäre, wenn ich mit dem Minijob- Arbeitgeber vereinbaren würde, dass er mir pro Monat nur 100 Euro ( Freibetrag) ausbezahlt? Ich rechne zumindest in der Anfangszeit nicht damit, dass ich mit der Tätigkeit als freier Lektor mehr als 300 Euro pro Monat verdienen werde, eher weniger. Damit läge ich dann ja unter der 400 Euro Grenze.

Muss ich mich trotzdem privat Krankenversichern, oder wäre ich weiterhin über die Arge gesetzlich versichert? Fließt die Tätigkeit in dem Minijob beim Finanzamt bei der Frage mit ein, ob es sich um eine gewerbliche oder freie Tätigkeit handelt?

Ich bedanke mich schon mal im voraus für Antworten. Bisher ist alles ja nur ein Gedankenspiel und in der Planungsphase, aber je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige, um so mehr Fragen ergeben sich.

Gruß, Stefan

Antwort von

Hallo Stefan,

Wenn ich das Angebot annehme, dann wäre ich ja eigentlich schon freiberuflich tätig, oder?



Die Frage ist hier, ob der Gesetzgeber dich in deiner Situation auch als Freiberufler sieht. Dazu haben wir einen Artikel erstellt, den du dir mal durchlesen solltest. Außerdem empfehle ich zur korrekten Prüfung deiner Freiberuflichkeit die Prüfung durch einen Steuerberater, nur das schafft Rechtssicherheit.

Wie unterscheidet sich der Freiberufler vom Gewerbetreibenden FAQ 18

Wenn du gut schreiben kannst, interessiert das auch das gruenderlexikon, mach uns doch per Mail mal ein Angebt, was du schreibst und zu welchen Konditionen. Vielleicht kommen ja auch wir ins Geschäft

Trotzdem muss man so realistisch sein und erkennen, dass die Arbeit als freier Lektor zumindest in den ersten Jahren so wenig einbringen wird, dass ich davon (selbst in Verbindung mit dem Minijob) nicht werde leben können.



Das ist richtig, aber nicht , wenn du deine Texterische Leistung mehreren Websites anbietest. ODer auch selbst eine Website mit deinen Texten betreibst. Das gruenderlexikon wird gerade umgebaut, es bietet dir später die Möglichkeit, dich selbst zu vermarkten, daher auch mein Angebot für uns zu texten. ruf einfach mal an.

Muss ich mich trotzdem privat Krankenversichern, oder wäre ich weiterhin über die Arge gesetzlich versichert?



So lange du Geld im Rahmen von ALG 2 von der Arge empfängst, hast du auch Anspruch auf die Versicherungsleistung ( Krankenversicherung) über die Arge.

Dabei ist es egal, ob du als Hartz IV empfänger selbständig bist oder ob die 1 Euro Jobber bist oder was anderes, wichtig ist nur, dass du Geld empfängst, es dir per Bescheid also zusteht.

Mehr zum Thema ALG 2, hier haben wir einen Onlinerechner für die Selbständigen. Dort kann man berechnen, wie viel man verdient als Unternehmer und was vom ALG 2 abgezogen wird.

Fließt die Tätigkeit in dem Minijob beim Finanzamt bei der Frage mit ein, ob es sich um eine gewerbliche oder freie Tätigkeit handelt?



Eventuell, aber dort ist viel wichtiger, ob du etwas treffendes Studiert hast oder ob der Job in die sogenannten Katalogberuf reinfällt.

Antwort von

Hallo Torsten,

danke für die schnelle Antwort.

Fließt die Tätigkeit in dem Minijob beim Finanzamt bei der Frage mit ein,sich um eine gewerbliche oder freie Tätigkeit handelt?


Eventuell, aber dort ist viel wichtiger, ob du etwas treffendes Studiert hast oder ob der Job in die sogenannten Katalogberuf reinfällt.


Ja. Und genau damit haben sie mich. Der Beruf des Lektors fällt zwar unter die Katalogberufe, nur – studiert habe ich nicht. Hier käme es also auf eine Entscheidung des Finanzamts an. Momentan ist es mir aber auch egal, ob diese Tätigkeit als freiberuflich oder gewerblich eingestuft würde. Es wird halt immer auf die Ausbildung geschaut.

Von mir aus kann jemand 10 Jahre lang Germanistik studieren, aber wenn er kein Sprachgefühl hat, dann wird das nichts ... Das sind dann die Lektoren, die Texte zu Tode lektorieren.

Wenn du gut schreiben kannst, interessiert das auch das gruenderlexikon, mach uns doch per Mail mal ein Angebot, was du schreibst und zu welchen Konditionen. Vielleicht kommen ja auch wir ins Geschäft.



Ich weiß zwar nicht genau, was du dir da vorstellst, aber darüber ließe sich sicherlich reden.

Das ist richtig, aber nicht , wenn du deine Texterische Leistung mehreren Websites anbietest.



Ich glaube, das siehst du hier schon etwas zu optimistisch. Die Idee, auch für Websites zu texten, ist zwar gut, aber auch diese Kunden muss man erst einmal haben. Bis das alles mal angelaufen ist, wird sicher viel Zeit vergehen. Und damit wären wir eigentlich schon beim Thema „ Werbung“. Du darfst nicht vergessen, dass mir nicht viele Geldmittel zur Verfügung stehen. Mit einer Förderung durch die Arge rechne ich eher nicht. Zwar brauche ich nicht unbedingt viel Startkapital, aber es geht doch schon damit los, eine eigene Website so zu platzieren, dass sie auch gefunden wird. Da werde ich wohl die Hilfe eines Fachmanns benötigen, der natürlich bezahlt werden will. Möchte man diese Website dann auch noch individuell gestaltet haben, dann reden wir schon von einer vierstelligen Summe.

Ein Gespräch mit einem Steuerberater ist sicherlich unbedingt notwendig und finanziell wohl auch noch zu stemmen. Schließlich will ich ja nichts falsch machen und auch nichts Verbotenes tun. Danke für deine Antwort.

Gruß, Stefan

Antwort von

Noch kurz ein paar anmerkungen, den Rest sollten wir per Telefon besprechen:

Von mir aus kann jemand 10 Jahre lang Germanistik studieren, aber wenn er kein Sprachgefühl hat, dann wird das nichts ... Das sind dann die Lektoren, die Texte zu Tode lektorieren.



Das ist das Problem, daher empfehle ich dir: Melde einfach deine Tätigkeit als Freiberufler an und begründe das mit dem Katalogberuf und deiner Erfahrung, Praxis etc. Gib dem FA nciht Anlass oder Hinweise auf lange Prüfungen, du wirbelst nur Staub auf.

Ich weiß zwar nicht genau, was du dir da vorstellst, aber darüber ließe sich sicherlich reden.



Bitte per Telefon, schreib mir ne private Nachricht oder ruf mich an.

Ich glaube, das siehst du hier schon etwas zu optimistisch.



Wieso, ich verdienen doch auch Geld mit Texten im Netz, berate Leute wie sie im Internet Geld verdienen können, warum sehe ich das dann zu optimistisch? Vielleicht siehst du es ja zu pessimistisch, könntest mit deinen Möglichkeiten und einer richtigen Beratung oder Hilfe mehr erreichen.

Die Idee, auch für Websites zu texten, ist zwar gut, aber auch diese Kunden muss man erst einmal haben.



In mir hättest du uU. den ersten Kunden gefunden. Ich beschäftige mehrere Freelancer in dem BEreich, habe mehrjährige Erfahrungen und entsprechende Websites, wo Geld mit Texten und Artikeln verdient wird.

Und damit wären wir eigentlich schon beim Thema „ Werbung“.



Glaub mir, wenn du in deinem Job als Texter gut bist, brauchst du keine Werbung, denn wenn es so wäre, würde ich dich nciht zu anderen gehen lassen, da ich selbst ja dann weniger Zeit von dir zur Verfügung gestellt bekomme

Zwar brauche ich nicht unbedingt viel Startkapital, aber es geht doch schon damit los, eine eigene Website so zu platzieren, dass sie auch gefunden wird. Da werde ich wohl die Hilfe eines Fachmanns benötigen, der natürlich bezahlt werden will.



Hast gerade einen gefunden, denn davon lebe ich unter anderem auch.

Also, wenn du Lust hast, schreib mir ´ne MAil (private Mail über das Forum) oder ruf mcih an. Meine Telefonnummer im Impressum.

Antwort von

Genau mein Thema, auch wenn ich keine Rechtsberaterin bin, vielleicht helfen dir meine persönlichen Erfahrungen ein wenig weiter.

Du gehst nämlich meiner Meinung nach teilweise von falschen Tatsachen aus, bzw. hast die falsche Einstellung dazu. Wenn du von Anfang an sagst, dass du lange brauchst, um Kunden aufzubauen und dass die ja auch erst einmal gefunden werden müssen, dann ist ein Misserfolg schon vorprogrammiert.

Du kannst von Anfang an Kunden finden, du musst dir nur die richtigen Plattformen suchen und dich richtig präsentieren. Sicherlich wird nicht gleich das große Geld auf dich einprasseln, aber bei mir persönlich war ein bescheidenes Einkommen schon ab dem 2. Monat drin, eines von dem ich leben kann schon nach 4 Monaten. Nur dazu muss man auch am Ball bleiben, jeden Tag eine gewisse Zeit in Selbstmarketing und Auftragssuche investieren - dann klappt das schon.

Damit bin ich schon beim Startkapital. Ich nehme an, PC und Internet hast du. Was brauchst du mehr? Webseiten gibt es kostenlos, zwar mit Werbung, aber immerhin. Ich zahle für meinen Webspace inclusive 3 Domains ungefähr 16 Euro im Jahr. Ich denke das kann man auch ohne Startkapital aufbringen. Wenn du die Geduld hast, dich einzuarbeiten, kannst du deinen Internetauftritt mit einem kostenlosen CMS System selbst gestalten. Andere Formen von Werbung (Banner, Linktausch, etc.) brauchst du gerade am Anfang nicht, wenn du dich erst einmal auf den einschlägigen Auftragsplattformen herumtreibst. Auf Offline- Werbung wie Flyer kannst du gänzlich verzichten, denn erfahrungsgemäß bringt diese Werbung bei Internetdienstleistungen wenig bis gar nichts.

Alles, was du für einen erfolgreichen Start brauchst, ist Zeit, Geduld und die Bereitschaft, jeden Tag was dafür zu tun. Dann klappt es auch, also kein Grund für Pessimismus.

Ich wünsche dir viel Glück

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