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Umsatzsteuer

Vorsteuerabzug bei gemischt genutzten Gebäuden

Gelegentlich kommt es vor, dass ein Unternehmer eine Immobilie kauft und diese sowohl für berufliche Zwecke, als auch für private Zwecke nutzt. Wie “berufliche Zwecke” (zum Beispiel für Vermietung oder als Büro des selbstständigen Unternehmers) konkret aussieht, spielt dabei weniger eine Rolle. Die Zeitschrift Der Steuerzahler berichtet in seiner Ausgabe 12/16, wie der Vorsteuerabzug bei gemischt genutzten Gebäuden aufgeteilt wird.

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München, 16. Februar 2017 - Der Bundesfinanzhof hat in seinem Beschluss vom 10. August 2016 erklärt, nach welchem Schlüssel sowohl die Anschaffungs- und Herstellungskosten, als auch die Vorsteuer aufgeteilt werden. Anschaffungs- und Herstellungskosten werden nach dem objektbezogenen Flächenschlüssel aufgeteilt. Das gilt sowohl für den vorsteuerberechtigten als auch für den nicht vorsteuerberechtigten Teil. Eine Ausnahme kann nur gemacht werden, wenn die Nutzflächen aufgrund einer unterschiedlicher Ausstattung nicht miteinander vergleichbar sind. Auch die Vorsteuer wird bei den Anschaffungs- und Herstellungskosten nach diesem Schlüssel aufgeteilt. Anders sieht es dagegen bei den Erhaltungsaufwendungen aus. Aufwendungen in Verbindung mit der Nutzung und Erhaltung des Gebäudes können in der Regel direkt zugeordnet werden. Wird in einer vermieteten Wohnung etwas repariert, können die Kosten und die damit verbundene Vorsteuer komplett abgezogen werden. Entscheidend ist aber immer, dass die Aufwendungen direkt zugeordnet werden können. Aufwendungen, die bei gemischt genutzten Gebäuden beiden Gebäudeteilen dient, müssen wiederum nach dem Flächenschlüssel aufgeteilt werden. (Siehe Beschluss Bundesfinanzhof vom 10. August 2016 - Aktenzeichen XI R 31/09)

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