Am von Ruben in Urteile geschrieben
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Bildrechte

Urheberrechtsverletzung bei Veröffentlichung von Fotos auf weiteren Websites

Es bedarf der Zustimmung des Urhebers, wenn ein Foto auch auf anderen Websites veröffentlicht wird. Die Zustimmung des Urhebers ist für eine weitere Veröffentlichung auf anderen Websites notwendig. Das gilt auch, wenn der Urheber die Nutzung der Fotografie nicht eingeschränkt hat und Kopien und ähnliches technisch möglich sind. Der Europäische Gerichtshof sieht dies als Verletzung des Urheberrechts an.

nackte Füße mit dicken Ketten verbunden, hier: Urheberrechtsverletzung bei Bilderrechten
Wir schreiben das Jahr 2030: Dieses Kind muss noch eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren absitzen. Es hat ein Bild 2 mal auf einer Website veröffentlicht ohne zu fragen.
© PublicDomainPictures / pixabay.com

Berlin, vom 07. September 2018 – Eine staatliche Gesamtschule veröffentlichte ein, in einem Referat enthaltenes, Foto auf ihrer Website. Das Foto entnahm die Schülerin für ihr Referat aus einem Reisemagazin-Portal. Dieses besaß vom Fotograf die Erlaubnis zur Veröffentlichung auf ihrer Website.

Der Fotograf fühlte sich jedoch von der Schule in seinem Urheberrecht verletzt und verlangte 400 Euro Schadensersatz vom Land Nordrhein-Westfalen, denn er hatte nicht die Erlaubnis zur Vervielfältigung seines Fotos gegeben.

Der Bundesgerichtshof wendete sich mit diesem Fall an den Europäischen Gerichtshof und bat um Klärung des Art. 3 Abs.1 der Richtline 2001/29/EG des Europäischen Parlaments. Es war unklar, ob „öffentliche Wiedergabe“ auch das Veröffentlichen auf anderen Websites beinhaltete, wenn zuvor mit Erlaubnis des Urhebers eine Fotografie ohne Beschränkungen auf einer Website veröffentlicht wurde.

Der Europäische Gerichtshof urteilt

Der Europäische Gerichtshof urteilte, dass die Veröffentlichung des Fotos auf der Website der Schule eine Urheberrechtsverletzung darstellte.

Gemäß Artikel 4 der Richtlinie ist es nur Urhebern gestattet ihre Werke in beliebiger Form zu veröffentlichen. Für andere ist eine Einwilligung des Urhebers verpflichtend. So soll den Urhebern ein möglichst hoher Schutz ermöglicht werden. (Auch interessant: "Geschmack eines Lebensmittels kann nicht urheberrechtlich geschützt werden")

Das Land Nordrhein-Westfalen war also der Urheberrechtsverletzung schuldig. Zum einen aufgrund der Wiedergabe auf ihrer Website ohne Einwilligung des Urhebers und zum anderen da die Schule das Foto einer neuen Personengruppe zugänglich gemacht hatte.

Auch bei Verlinkungen muss vieles beachtet werden, wie das Portal iRights ausführt.

Als Unternehmer mit mehreren Websites ist jetzt also Vorsicht geboten. 

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