Am von Torsten in Urteile geschrieben und am 07.07.2020 um 12:37 aktualisiert
Betriebsausgaben

Pauschalversteuerung zählt zur 35-Euro-Grenze für Geschenke

Der BFH stellt in einem aktuellen Urteil klar, dass Pauschalsteuer, die Unternehmer auf Geschenke an Geschäftspartner abführen, den Wert des Geschenks erhöhen. Bei der Ermittlung des Gesamtwerts eines Geschenks ist entsprechend Vorsicht geboten, wenn man die Abzugsfähigkeit als Betriebsausgabe nicht gefährden möchte.

Geschenk an Geschäftspartner überreichen
Bei Ermittlung des Gesamtwertes des Geschenks, muss die Steuer mit einberechnet werden.
© fanny_fan / pixabay.com

München, 07. September 2017 - Bis zu einem Wert von 35 Euro können Geschenke an Geschäftspartner als Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Für den Beschenkten bedeutet dies allerdings, dass er auf den Wert des Geschenks Einkommensteuer abführen muss.

Um dies zu vermeiden, kann die Einkommensteuer vom Schenkenden pauschal in Höhe von 30 % plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer abgeführt werden. Viele Unternehmer nehmen dies in Anspruch.

Obergrenze von Geschenken bei 35 Euro inklusive Pauschalsteuer

Hierbei muss allerdings beachtet werden, dass die Freigrenze von 35 Euro inklusive der pauschalen Einkommensteuer gilt und die Abzugsfähigkeit nur dann erhalten bleibt, wenn der Wert des Geschenks auch einschließlich aller Steuern unter 35 Euro bleibt. Dies hat der BFH nun in einem Urteil festgelegt.

Das Urteil betraf einen Konzertveranstalter, der Freikarten an seine Geschäftspartner verteilt und diese pauschalversteuert hatte. Die Steuer interpretierte der BFH nun als weiteres Geschenk, da der Beschenkte sie alternativ selbst hätte abführen müssen. Im vorliegenden Fall lagen bereits die Konzertkarten im Wert über 35 Euro, sodass ohnehin keine Abzugsfähigkeit gegeben war. Das Urteil hat dennoch auch Auswirkungen auf Geschenke unterhalb der 35-Euro-Grenze.

Pauschalversteuerung einrechnen, um Abzugsfähigkeit nicht zu gefährden

Unternehmer müssen daher die pauschale Steuer, die sie auf Geschenke abführen, einkalkulieren, um nicht über die Freigrenze zu kommen. Nur so kann sichergestellt werden, dass diese Ausgaben später auch als Betriebsausgaben abzugsfähig sind.

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