Am von Torsten in Urteile geschrieben
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Gewinnermittlung

FG Hamburg: Trotz Aufzeichnungspflicht, kein Kassenbuch bei EÜR nötig

Unternehmer, die eine Gewinnermittlung nach der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) durchführen, müssen zwar grundsätzlich kein Kassenbuch führen. Dennoch müssen die Geschäftsvorfälle nachvollziehbar und richtig aufgezeichnet werden. Excel Tabellen reichen ebenfalls nicht aus.

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© dutchpirates / pixabay.com

Hamburg, 03. März 2017 - Ein Unternehmer, der ein Restaurant führte, wehrte sich gegen Hinzuschätzungen eines Betriebsprüfers. Der Prüfer schätzte die Einnahmen deutlich höher, da er die Aufzeichnungen des Unternehmers für unzureichend befand. Der Fall landete vor dem Finanzgericht Hamburg. Die Richter stellten sich jedoch auf die Seite des Prüfers und lieferten gleich ein paar interessante Hinweise mit, so steuertipps.de.

Detaillierte Aufzeichnungen bei bargeldintensiven Betrieben notwendig

Vor allem bei bargeldintensiven Betrieben seien detaillierte Aufzeichnungen erforderlich, ähnlich einem Kassenkonto oder Kassenbericht, so die Richter. Beispielsweise könnten die Transaktionen durch Kassenstreifen, Kassenzettel, Bons, Quittungen etc. nachgewiesen werden. Eine Alternative wäre, die Bareinnahmen durch einen kassenähnlichen Bericht nachzuweisen, indem Anfangs- und Endbestand klar ersichtlich ist. Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, den gesetzlichen Anforderungen nachzukommen. Entscheidend ist immer, dass die Aufzeichnungen den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung entsprechen. Das beinhaltet unter anderem, dass sämtliche Änderungen (zum Beispiel Stornos) ersichtlich sein müssen, inklusive der stornierten Buchung.

Keine Excel Tabellen erlaubt

Vielen Unternehmern ist der Unterschied zwischen Kassenbuch, Kassenbericht und Kassenblatt gar nicht so richtig bewusst. Das ist auch nicht weiter tragisch, schließlich soll sich ein Unternehmer auf sein Geschäft konzentrieren. Doch einige Punkte müssen beachtet werden, da ansonsten böse Überraschungen drohen. So ist es längst kein Geheimnis mehr, dass in der Buchführung keine Excel Tabellen ausreichend sind (höchstens für die interne Buchhaltung). Der besagte Unternehmer jedoch nutzte Excel Tabellen und legte diese dem Prüfer vor. Doch Excel Tabellen erfüllen eben nicht o.g. Voraussetzungen, dass keine nachträglichen Änderungen möglich sind. Der Prüfer wies sogar nach, dass der Restaurantbesitzer in seiner Tabelle nachträglich Änderungen durchführte. Daraufhin wurden die Einnahmen viel höher geschätzt und der Selbstständige musste einiges an Steuern nachzahlen. Eine Kassenbuch Software, die es auch als Freeware Version gibt, ist daher bei bargeldintensiven Betrieben dringend zu empfehlen. Eine solche Software erspart nicht nur Zeit, sondern beugt Fehlern vor. Beispielsweise würde - bei einer handschriftlichen Variante - ein Zahlendreher genügen, um das gesamte Kassenbuch aufwendig zu korrigieren. (FG Hamburg, Beschluss vom 01. August 2016, Aktenzeichen 2 V 115/16)

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