Am von Torsten in Termine und Events geschrieben
Bewerten Sie jetzt!
Deutscher Gründerpreis

Schüler erfindet Strom aus der Handyhülle und keiner merkt´s

Schüler müssen gefördert werden, daher veranstaltet der Deutsche Gründerpreis für Schüler alljährlich diesen Wettbewerb. Rund 78.500 Jugendliche ab 16 Jahren haben seit 1999 am Deutschen Gründerpreis für Schüler teilgenommen. Die Teams der allgemein- oder berufsbildenden Schulen verwandeln in dem internetbasierten Wettbewerb ihre Ideen in fiktive Unternehmenskonzepte inklusive Businessplan und Marketingstrategie.

Deutscher Gründerpreis für Schüler: (v.l.n.r.) Reshad Quarizida, Denise Conka, Simon Rödel, Amelie Ernst, Sebastian Kral vom Siegerteam Kabibe, Albert-Schweitzer-Gymnasium Erlangen
(v.l.n.r.) Reshad Quarizida, Denise Conka, Simon Rödel, Amelie Ernst, Sebastian Kral vom Siegerteam Kabibe, Albert-Schweitzer-Gymnasium Erlangen
© Klaus Knuffmann / dgp-schueler.de

Hamburg, 14. Juni 2017 – Der Deutsche Gründerpreis für Schüler 2017 geht ans Team Kabibe aus Erlangen. Die fünf Schülerinnen und Schüler vom Albert-Schweitzer-Gymnasium siegten mit ihrem Businessplan zu einer beschichteten Handyhülle. Diese soll Wärme thermoelektrisch in Strom umwandeln können. Der Vorteil: Das Smartphone wird geschützt und gleichzeitig durch den selbst produzierten Strom wieder aufgeladen, der etwa aus der Körperwärme in der Hosentasche generiert wird. Die Gewinner wurden am Dienstagabend für ihre fiktive Geschäftsidee im Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr ausgezeichnet: Die Jury bescheinigte diesem Konzept auch im realen Leben gute Chancen und hohes Nachfragepotenzial.

Alles nur auf dem Papier

Es handelt sich lediglich um Konzepte bzw. Businesspläne, welche zwar von coachenden Experten, hier ein Unternehmenspate von Siemens, geprüft und weitestgehend auf technische Umsetzbarkeit begutachtet wurde, aber was letztlich aus diesen Ideen wird, steht nicht im Fordergrund, so der Presssprecher Lennart Augustin in einem Interview mit dem Gründerlexikon gegenüber. 

Prüfung "... mal mehr mal weniger ..."

So stellt man sich das eigentlich nicht vor, aber das waren die Worte von Herr Augustin. Da fragen wir uns vom Gründerlexikon, was diese Veranstaltung tatsächlich für ein Ziel verfolgt. Die Sparkassen als Spielbetreuer bekommen recht gute Pressearbeit, auch über die Schirmherrin des Businessplanwettbewerbs, Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries und damit die öffentliche Hand. Wo es doch immer heißt: Öffentliche Einrichtungen, Institute oder Ministerien dürfen keine Werbung machen. Sicher wird das hier nur etwas anderes ausgelegt, so dass es das Gründerlexikon nicht versteht.

Mir fehlt etwas die Nachhaltigkeit und ggf. die Weiterverfolgung guter Ideen, die bekanntlich von Schülern häufig viel näher am Puls der Zeit entstehen, als von betriebsblinden Entwicklern der Wirtschaft.

Traurige Statistik der Schüler-Startup-Aktivitäten

Sieht man sich die Anzahl der ehemaligen Teilnehmer auf der Wall of Fame an, welche in ihrer späteren Karriere tatsächlich ein Unternehmen gegründet haben, so muss man feststellen, dass gerade mal 19 der ehemaligen Schüler dort gelistet sind. Davon stehen 2 Teilnehmer allein deswegen auf der Wall of fame, weil sie ein Studium an einer renommierten Universität (Harvard University, University of Cambridge) begonnen haben, also zu diesem Zeitpunkt auch noch nichts mit Existenzgründung am Hut hatten. Eine der gegründeten Firmen hat den Dienst bereits wieder eingestellt, der Rest scheint ganz ordentliche Ideen, Firmen oder Webseiten umgesetzt und sogar GmbHs und andere Gesellschaften gegründet zu haben.

Bei insgesamt 78.500 teilnehmenden Jugendlichen seit 1999 entspricht das einer Erfolgsquote von 0,02% - etwas dürftig findet das Gründerlexikon, bei einer so groß und auf bereits mehr als 15 Jahren angelegten Veranstaltung, welche eine Initiative von keinen geringeren Unternehmen wie den Sparkassen, dem ZDF, Porsche und dem Stern sind.

Kaum umsetzbare Ideen bei Super PR für die Initiatoren

Wenn die Ideen wirklich so gut wären, die Paten und Spielbetreiber eine sehr gute Arbeit leisten würden, dann würde sicher in der Liga viele Ideen auch von der Wirtschaft aufgegriffen und umgesetzt, aber darüber fehlen uns leider sprechende Beispiele und auch die Presseabteilung gesteht, dass diese Infos nicht erhoben und nach den Veranstaltungen weiter verfolgt werden. Sehr merkwürdig und ineffizient wie wir vom Gründerlexikon finden.

In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch den diesjährigen Gewinnern des Deutschen Gründerpreises  für Schüler.

vg wort pixel
Nachwuchsgründer

Nachwuchsgründer an den Start!

Vier Monate Unternehmer spielen, eine fiktive Geschäftsidee erarbeiten und persönliche Stärken für die berufliche Zukunft weiterentwickeln – das bietet der Deutsche Gründerpreis für Schüler Jugendlichen ab 16 Jahren. Noch bis zum 15. Februar können sie sich zur Spielrunde 2016 anmelden.

Deutscher Gründerpreis für Schüler 2019

Die zehn besten Businesskonzepte in Hamburg ausgezeichnet

Mit einem robusten Behälter aus recyceltem Meeresplastik möchte das fünfköpfige Schülerteam „LUVAQ“ der Internatsschule Schloss Hansenberg verunreinigtes Wasser entkeimen und die Versorgung mit Trinkwasser sichern. Für diese fiktive Geschäftsidee und den dafür erarbeiteten Businessplan erhielten die Jugendlichen am Dienstagabend im Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr den Deutschen Gründerpreis für Schüler.

Stromzähler Smart Meter

Ab 2017: Neue Stromzähler Pflicht

“Smart Meter” - so heißen die neuen intelligenten Stromzähler, die ab 2017 die herkömmlichen Stromzähler ersetzen sollen. Unternehmer, die jährlich mehr als 10.000 kWh verbrauchen, sind bereits nächstes Jahr betroffen. Für den Umbau ist zwar der Netzversorger verantwortlich, doch die Kosten dafür, trägt der Unternehmer.