Am von Torsten in Studien geschrieben
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Verbraucherstreitbeilegungsgesetz

Viele Unternehmer nutzen die Chancen der Schlichtung noch nicht

Das Verbraucherstreitbeilegungsgesetz bereitet weiterhin vielen Unternehmen Schwierigkeiten. Es bestehen oft falsche Vorstellungen, wie eine Schlichtung abläuft und welche Chancen sie bietet. Zu diesem Ergebnis kommen Studierende des Studiengangs Corporate Communication Management der Hochschule Pforzheim.

Kämpfende Ziegen, die ihre Köpfe aneinanderstoßen
Mit Hilfe einer Schlichtung könnte sich so ein Streit vermeiden lassen.
© hbieser / pixabay.com

Pforzheim/Kehl, 29. August 2019 - Die Studierenden haben für ein Forschungsprojekt der Hochschule Pforzheim elf Unternehmen unterschiedlicher Branchen aus der Region zum Thema Verbraucherschlichtung befragt. Unter anderem ermittelten die Studierenden, welche Vorbehalte die Unternehmen gegen das Schlichtungsverfahren haben und fanden dabei auch heraus, dass teilweise rechtliche Wissenslücken bei Unternehmen bestehen.

Informationspflicht nach §36 VSBG ist vielfach unbekannt

Beispielsweise wissen viele Unternehmerinnen und Unternehmern nicht, dass sie nach §36 VSBG (Verbraucherstreitbeilegungsgesetz) dazu verpflichtet sind, im Inhalt der AGBs anzugeben, ob sie an der Verbraucherschlichtung teilnehmen oder nicht. Der Gesetzgeber verfolgt damit das Ziel, dass Kundinnen und Kunden bereits vor dem Abschluss eines Vertrages wissen, ob ein Unternehmen zu der Teilnahme an einem Schlichtungsverfahren bereit ist.

Da in Deutschland eine Impressumspflicht herrscht, ist im Übrigen neben den AGBs auch das Impressum ein wichtiger Bestandteil einer jeden Webseite. Mit einem Generator können Sie ihr eigenes Impressum nach einer Vorlage erstellen!

Viele Vorbehalte von Unternehmen gegen das Schlichtungsverfahren sind unbegründet

Viele Unternehmen befürchten, dass eine Schlichtung personelle und zeitliche Ressourcen bindet und erst nach einem langwierigen Prozess ein Abschluss gefunden wird. Doch das soll mit einer Schlichtung gerade vermieden werden, denn die Kommunikation läuft meist über E-Mail. Persönliche Treffen oder Telefonkonferenzen sind nicht vorgesehen. So werden lange Anfahrtswege oder die zeitintensive Terminfindung vermieden.

Studienteilnehmer, die offen für die Teilnahme an einem Schlichtungsverfahren sind, sehen die Vorteile. Sie können darauf hoffen, ihre Kundenfreundlichkeit auch im Konfliktfall durch eine Schlichtung unter Beweis zu stellen: „Ich kann mir ein Schlichtungsverfahren vorstellen, wenn der Kunde unzufrieden ist und ich mit ihm nicht weiterkomme, wenn also eine Lösung im Raum steht, die vom Kunden nicht angenommen wird oder wenn er etwas verlangt, was ich nicht annehmen möchte.“

Im besten Falle kann durch eine Schlichtung ein vielfach teurerer Gerichtsprozess umgangen werden. Allerdings kommt eine Schlichtung nur dann in Fragen, wenn Verbraucher den Versuch einer gütlichen Einigung unternommen haben. Es ist also Voraussetzung, dass beide Seiten gesprächswillig sind. Einfach klagen funktioniert nicht.

Weitere Informationen zum Thema Verbraucherschlichtung finden Sie hier.

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