Am von Torsten in Studien geschrieben und am 07.07.2020 um 12:24 aktualisiert
Verbraucherstreitbeilegungsgesetz

Viele Unternehmer nutzen die Chancen der Schlichtung noch nicht

Das Verbraucherstreitbeilegungsgesetz bereitet weiterhin vielen Unternehmen Schwierigkeiten. Es bestehen oft falsche Vorstellungen, wie eine Schlichtung abläuft und welche Chancen sie bietet. Zu diesem Ergebnis kommen Studierende des Studiengangs Corporate Communication Management der Hochschule Pforzheim.

Kämpfende Ziegen, die ihre Köpfe aneinanderstoßen
Mit Hilfe einer Schlichtung könnte sich so ein Streit vermeiden lassen.
© hbieser / pixabay.com

Pforzheim/Kehl, 29. August 2019 - Die Studierenden haben für ein Forschungsprojekt der Hochschule Pforzheim elf Unternehmen unterschiedlicher Branchen aus der Region zum Thema Verbraucherschlichtung befragt. Unter anderem ermittelten die Studierenden, welche Vorbehalte die Unternehmen gegen das Schlichtungsverfahren haben und fanden dabei auch heraus, dass teilweise rechtliche Wissenslücken bei Unternehmen bestehen.

Informationspflicht nach §36 VSBG ist vielfach unbekannt

Beispielsweise wissen viele Unternehmerinnen und Unternehmern nicht, dass sie nach §36 VSBG (Verbraucherstreitbeilegungsgesetz) dazu verpflichtet sind, im Inhalt der AGBs anzugeben, ob sie an der Verbraucherschlichtung teilnehmen oder nicht. Der Gesetzgeber verfolgt damit das Ziel, dass Kundinnen und Kunden bereits vor dem Abschluss eines Vertrages wissen, ob ein Unternehmen zu der Teilnahme an einem Schlichtungsverfahren bereit ist.

Da in Deutschland eine Impressumspflicht herrscht, ist im Übrigen neben den AGBs auch das Impressum ein wichtiger Bestandteil einer jeden Webseite. Mit einem Generator können Sie ihr eigenes Impressum nach einer Vorlage erstellen!

Viele Vorbehalte von Unternehmen gegen das Schlichtungsverfahren sind unbegründet

Viele Unternehmen befürchten, dass eine Schlichtung personelle und zeitliche Ressourcen bindet und erst nach einem langwierigen Prozess ein Abschluss gefunden wird. Doch das soll mit einer Schlichtung gerade vermieden werden, denn die Kommunikation läuft meist über E-Mail. Persönliche Treffen oder Telefonkonferenzen sind nicht vorgesehen. So werden lange Anfahrtswege oder die zeitintensive Terminfindung vermieden.

Studienteilnehmer, die offen für die Teilnahme an einem Schlichtungsverfahren sind, sehen die Vorteile. Sie können darauf hoffen, ihre Kundenfreundlichkeit auch im Konfliktfall durch eine Schlichtung unter Beweis zu stellen: „Ich kann mir ein Schlichtungsverfahren vorstellen, wenn der Kunde unzufrieden ist und ich mit ihm nicht weiterkomme, wenn also eine Lösung im Raum steht, die vom Kunden nicht angenommen wird oder wenn er etwas verlangt, was ich nicht annehmen möchte.“

Im besten Falle kann durch eine Schlichtung ein vielfach teurerer Gerichtsprozess umgangen werden. Allerdings kommt eine Schlichtung nur dann in Fragen, wenn Verbraucher den Versuch einer gütlichen Einigung unternommen haben. Es ist also Voraussetzung, dass beide Seiten gesprächswillig sind. Einfach klagen funktioniert nicht.

Weitere Informationen zum Thema Verbraucherschlichtung finden Sie hier.

vg wort pixel

Jetzt Gründerlexikon Facebookgruppe beitreten: Unternehmer helfen Unternehmern

Wenn Sie auch anderen Unternehmern helfen möchten oder selbst Fragen zu Ihrem Unternehmen haben, treten Sie der Facebookgruppe vom Gründerlexikon bei. Gern können Sie befreundete Unternehmer auch dazu einladen. Wir helfen uns gegenseitig. Jetzt Mitglied werden!

Firmenadressen kaufen legal

Firmenadressen legal kaufen: Das sollten Unternehmer beachten

Die schnellste Möglichkeit, um an Kontaktdaten von potentiellen Neukunden zu gelangen, ist sie zu kaufen. Doch können Unternehmern nach wie vor Firmenadressen legal kaufen? Grundsätzlich ist das immer noch möglich. Wichtig ist es jedoch, dass sich sowohl der Verkäufer als auch der Käufer an die entsprechenden gesetzlichen Richtlinien halten. Was sollten Unternehmer daher beachten, wenn sie Firmenadressen legal kaufen wollen?

Aktenstapel im Büro

GoBD 2019: Was ändert sich, was bleibt?

Viele Existenzgründer überlassen ihre Buchhaltung lieber einem Experten. Aber damit gehen sie nicht unbedingt auf Nummer Sicher. Wenn das Finanzamt Fehler in der Steuererklärung entdeckt, haftet allein der Geschäftsführer. Deshalb sollte jeder Unternehmer die wichtigsten Vorschriften für die Buchführung kennen. Dazu hat das Bundesfinanzministerium 2019 neue GoBD-Regelungen veröffentlicht.

Kredite für Selbstständige in der Coronakrise

Günstigerprüfung: Onlinekredit oder KfW Kredit für Selbstständige in der Coronakrise

Die Coronakrise wird für so manchen Unternehmer auch nach der Lockerung des Shutdowns noch lange anhalten. Zwar gibt es Soforthilfen, jedoch sind diese nicht für jedes Unternehmen ausreichend und geeignet. Erst recht nicht, wenn die Voraussetzungen dafür nicht erfüllt sind. Viele Selbstständige werden daher nicht umhinkommen, ein Darlehen aufzunehmen. Das Gründerlexikon hat daher in diesem Artikel den KfW-Schnellkredit dem konventionellen Online-Kredit gegenübergestellt.

Online Streitbeilegung Portal EU

Online Streitbeilegung - Auch Händler können sich jetzt beschweren

Seit Anfang des Jahres müssen Unternehmer, die Waren oder Dienstleistungen online verkaufen, auf eine online Plattform zur Streitbeilegung hinweisen. Dieses Portal ist von der EU zertifiziert und soll Verbrauchern, die Probleme beim Online-Kauf haben, dieses außergerichtlich zu lösen. Doch nicht nur Verbraucher können dieses Portal nutzen, auch Händler können hier Beschwerden über Kunden einreichen.

OS Plattform Streitbeilegungsvorschriften

Das sollten Unternehmer bei Streitbeilegungsvorschriften beachten

Die Alternative Streitschlichtung ist ein Thema, welches die EU schon sehr lange verfolgt. 2013 traten Richtlinien über die alternative Streitbeilegung in Verbraucherangelegenheiten sowie Verordnungen über die Online-Streitbeilegung in Verbraucherangelegenheiten nach langen Verhandlungen in Kraft. Sie sollen zukünftig die Basis für Alternativen zum herkömmlichen Gerichtsweg sorgen und langjährige sowie teure Gerichtsverfahren entlasten.