Am von Ruben in Studien geschrieben
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Widerrufsrecht

94% aller Online-Händler übernehmen Versandkosten beim Umtausch

Wer online kauft und die bestellte Ware umtauschen möchte, hat dabei wesentlich mehr Rechte als ein Verbraucher, der direkt im Laden etwas kauft. Für Online-Händler spielt der After-Sales-Prozess, zum Beispiel in Form von Umtausch und Rückabwicklungen, eine wesentliche Rolle bei ihrer Unternehmensplanung. Eine Studie zeigt, was Online-Unternehmer ihren Kunden über das gesetzliche Widerrufsrecht hinaus gewähren.

Wer trägt Versandkosten beim Umtausch
Fast jeder Onlinehändler übernimmt Versandkosten beim Umtausch
© bezahlen.net / Studie bezahlen.net
Widerrufsfrist beim Online-Shopping
Jeder 4. Onlinehändler gewährt ein verlängertes Rückgaberecht.
© bezahlen.net / Studie bezahlen.net

Berlin, 11. März 2019 - Einfach einen Online-Shop eröffnen und Waren verkaufen ist zwar auf dem Papier - und auch technisch - recht simpel. Was aber der eine oder andere Unternehmer nicht einkalkuliert, das zeigen zumindest viele Erfahrungswerte, ist das Umtauschverhalten von Kunden, die online einkaufen. Nach Aussagen des Händlerbundes enthielten im Jahr 2016 rund 44 Prozent aller Rücksendungen beschädigte Ware. Mit anderen Worten: Der Online-Händler versendet unbeschädigte Ware und erhält in fast jedem zweiten Fall einer Retour beschädigte Ware zurück. Das Verhalten so manches Kunden ist an Dreistigkeit fast nicht mehr zu überbieten.

Fakt ist, dass Verbraucher, die online einkaufen, auch deutlich mehr Rechte beim Umtausch haben, als bei einem Einkauf in einem Laden vor Ort. Das Online-Portal bezahlen.net hat in einigen Grafiken deutlich gemacht, welche Rechte der Online-Handel über das gesetzliche Widerrufsrecht hinaus möglich macht.

Fast alle Händler übernehmen Kosten für Rücksendungen

94 Prozent der Online-Händler übernehmen die Kosten für eine Rücksendung. 70 Prozent der Anbieter übernehmen die Kosten unabhängig vom Wert der Ware. Gesetzlich ist geregelt, dass die Kosten ab 40 Euro Warenwert ohnehin der Verkäufer tragen muss. 16 Prozent der Unternehmen tragen die Kosten erst ab der gesetzlich vorgeschrieben Schwelle und 8 Prozent generell nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Jeder vierte Online-Händler gewährt verlängertes Rückgaberecht

Abgesehen von gesetzlichen Regelungen des Umtausches bzw. der Rückgabe, weil zum Beispiel die Ware defekt geliefert wurde, muss der Online-Handel in den meisten Fällen ein 14-tägiges Rückgaberecht einräumen. Wie die o.g. Quelle jedoch zum Ausdruck bringt, bietet rund jeder vierte Online-Händler ein verlängertes Rückgaberecht. Eine Grafik zeigt (siehe Artikelbild von bezahlen.net), dass 18 Prozent der Verkäufer die Frist auf 30 Tage verlängern und 6 Prozent der Händler sogar auf 100 Tage.

Wahl des richtigen Versanddienstleisters ist entscheidend

Die Zahlen zeigen eindrucksvoll, dass nicht allein der Preis im Online-Handel zählt, sondern auch der angebotene Service nach dem Kauf. Häufig bevorzugen Käufer Händler, die einen kostenfreien Versand anbieten. Um Probleme beim Versand, bei den Kosten sowie bei den Rücksendungen auf ein Minimum zu reduzieren, sollten Unternehmer schon bei der Wahl des richtigen Partners gut Acht geben. Ein Vergleich von Versanddienstleistern drängt sich einem da förmlich auf.

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