Am von Ruben in kurz notiert geschrieben und am 09.03.2020 um 14:04 aktualisiert
Rückvermeisterung im Handwerk

Meisterpflicht 2020: Wiedereinführung und Bestandsschutz für bestehende Firmen

Am 13. Februar 2020 wurde im Bundesgesetzblatt das Gesetz zur „Änderung der Handwerksordnung und anderer handwerksrechtlicher Vorschriften“ veröffentlicht. Damit geht die Wiedereinführung der Meisterpflicht für 12 Handwerksberufe einher.

Wiedereinführung Meisterpflicht
In 2020 wurde für 12 Handwerksberufe die Meisterpflicht wieder eingeführt.
© Alexas_Fotos / pixabay.com

Berlin, 28. Februar 2020 – Im Jahr 2004 wurde unter der rot-grünen Regierung im Rahmen der „Agenda 2010“ die Zahl der meisterpflichtigen Handwerksberufe von 94 auf 41 reduziert. Mit anderen Worten: Für 53 Berufe ist die Meisterpflicht weggefallen. Das geschah unter dem Druck der hohen Arbeitslosigkeit. Man erhoffte sich durch den Wegfall der Meisterpflicht, dass mehr und mehr Arbeitslose den Weg zurück „in Lohn und Brot“ finden. Zum Beispiel indem sie sich selbstständig machten.

Nun gilt ab dem Jahr 2020 von den 53 Gewerken für 12 davon wieder eine Meisterpflicht, die im Fall einer Betriebsgründung zur Anwendung kommt. Im Einzelnen sind das die Folgenden:

  • Behälter- & Apparatebauer
  • Betonstein- & Terrazzohersteller
  • Böttcher
  • Drechsler & Holzspielzeugmacher
  • Estrichleger
  • Fliesen-, Platten- & Mosaikleger
  • Glasveredler
  • Orgel- & Harmoniumbauer
  • Parkettleger
  • Raumausstatter
  • Rollladen- & Sonnenschutztechniker
  • Schilder- & Lichtreklamehersteller

Nach 5 Jahren wird die Sachlage erneut geprüft um zu entscheiden, ob weitere Handwerksberufe wieder dem Meisterzwang unterliegen sollen.

Welche Auswirkungen hat die Wiedereinführung der Meisterpflicht auf bestehende Betriebe?

Unternehmer, die sich nach 2004 in einem der oben genannten Berufe ohne Meistertitel selbstständig gemacht haben, brauchen keine Änderungen zu fürchten. Die Meisterpflicht gilt nur für Unternehmer, die sich ab 2020 in einem der Berufe selbstständig machen wollen. Für bestehende Betriebe ohne Meister gilt ein Bestandsschutz. Natürlich sollten Unternehmer die Konkurrenzsituation vor Ort genau im Blick behalten. Denn der Meistertitel gilt nach wie vor als Qualitätsmerkmal. Neue Betriebe könnten daher aus dieser Sichtweise heraus einen Vorteil haben.

Kann ich auch weiterhin den Schritt ohne Meistertitel in die Selbstständigkeit gehen?

Ja, es ist im Übrigen auch weiterhin möglich, sich in den genannten Berufen selbstständig zu machen, ohne selbst den Meistertitel zu besitzen. In dem Fall müsste der Unternehmer „nur“ einen Meister anstellen. Hier sollte der Unternehmer aber bedenken, dass er einen gewissen Einfluss abgibt.

Quelle: bgbl.de

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