Am von Ruben in kurz notiert geschrieben
Bewerten Sie jetzt!
Kleinunternehmer

EU will einheitliche Kleinunternehmerregelungen

Die EU-Kommission sieht Handlungsbedarf bei den Regeln für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU). Insbesondere geht es um eine einheitliche Kleinunternehmerregelung in der EU. Doch bevor eine Neuregelung geschaffen und verabschiedet wird, wird eine öffentliche Konsultation durchgeführt, bei der diverse Vereine und Verbände ihre Stellungnahme abgeben. Der Deutsche Steuerberaterverband (DStV) hat sich ebenfalls darüber geäußert.

Haus der europäischen Union
Einheitliche Regelungen in der EU für Kleinunternehmer in Sicht?
© quinntheislander / pixabay.com

Brüssel, 07. Juni 2017 - Haufe berichtet in einem aktuellen Artikel darüber, dass die EU-Kommission derzeit an einem Vorschlag für ein Mehrwertsteuerpaket für KMU arbeitet. Handlungsbedarf sieht sie vor allem deswegen, weil es keine einheitliche Rahmenbedingungen gibt. Im Rahmen einer öffentlichen Konsultation, hat auch der DStV Stellung genommen.

Im Folgenden, wird näher auf die Stellungnahme des DStV eingegangen.

Einheitliche Regelungen für Kleinunternehmer in der EU?

Der DStV ist dagegen und sieht eine Umsetzung als sehr schwierig an. Derzeit wird diskutiert, ob Kleinunternehmer auch in anderen EU-Ländern von der Regelung profitieren können. Denn bisher können sie die Vorteile einer Kleinunternehmerregelung nur in ihrem eigenen Land in Anspruch nehmen. Die Redaktion des Gründerlexikons berichetete bereits darüber, welche Regelungen für Kleinunternehmer, die im EU-Ausland tätig sind, gelten. Kleinunternehmer müssen beispielsweise für eingeführte Waren unter Umständen trotzdem Umsatzsteuer abführen, können diese aber nicht als Vorsteuer geltend machen.

Auch einheitliche Schwellenwerte innerhalb der EU für Kleinunternehmer, sieht der DStV als kritisch an. Schließlich verfolgt jedes Land mit der Umsatzschwelle spezifische Ziele. Die Länder innerhalb der EU befinden sich auch in verschiedenen Entwicklungsstadien, sodass eine einheitliche Kleinunternehmergrenze kaum denkbar sei.

Kurzzeitiges Überschreiten der Schwellenwerte

Sobald ein Kleinunternehmer die Schwellenwerte für Umsätze überschreitet, erfolgt die Regelbesteuerung. Die EU-Kommission überlegt, ob Kleinunternehmer, bei kurzzeitigem Überschreiten der Umsatzgrenzen, trotzdem noch in den Genuss der Sonderregelungen kommen sollten. Der DStV bejaht dies ausdrücklich. Denn der Gesamtumsatz ist häufig nur sehr schwer vorhersehbar. Außerdem ist der Wechsel zur Regelbesteuerung und ggf. wieder zurück sehr aufwendig und mit Kosten verbunden. Auch das Gründerlexikon würde eine solche Regelung sehr begrüßen.

Nationale Sonderregelung sollen Bestand haben

Weiterhin ist der DStV der Meinung, dass nationale Sonderregelungen auch weiterhin Bestand haben sollen. Gleichzeitig führen die Vertreter aber auch an, dass die bisherigen Regelungen ausreichend sind.

Ein weiteres Projekt, dass von der EU-Kommission geprüft wird, ist die umsatzsteuerliche Behandlung von “Gelegenheitsunternehmern”. Darunter würden beispielsweise Privatpersonen fallen, die eine Photovoltaikanlage betreiben. Der DStV hat sich gegen eine Änderung der bisherigen Rechtslage ausgesprochen.

vg wort pixel
Landkarte Europas

Die Kleinunternehmerregelung im grenzüberschreitenden Handel

In den meisten EU-Staaten existieren Regelungen zur Kleinunternehmerregelung. Häufig kann ein Kleinunternehmer aus Deutschland die Regelungen anderer Länder nicht in Anspruch nehmen, da die allermeisten dort keine Betriebsstätte haben. Kleinunternehmer, die aus dem EU-Ausland Waren beziehen, müssen daher oft dennoch hierzulande Umsatzsteuer abführen. Umsätze, die ins EU-Ausland gehen, werden nicht zur Grenze für Kleiunternehmer angerechnet.

unternehmerische Vorbereitungen für die Existengründung

Vorbereitungshandlungen begründen Beginn der Kleinunternehmertätigkeit

Unternehmer die im Gründungsjahr zwar keine Umsätze haben, aber dennoch die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen wollen, können dies durch Vorbereitungshandlungen tun. Das sollte jedoch gut dokumentiert werden. Der Vorteil: Im darauffolgenden Jahr, indem die unternehmerische Tätigkeit so richtig startet, steht die Umsatzgrenze von 50.000 Euro zur Verfügung.

Photovoltaikanlage im Busch

Errichtung einer Photovoltaikanlage in 2016 und die Folgen

Wer im Jahr 2016 eine Photovoltaikanlage errichtet hat und den erzeugten Strom ins allgemeine Netz einspeist, ist damit zum Unternehmer geworden - mit allen Rechten und Pflichten. Dasselbe gilt natürlich auch für diejenigen, die dieses Jahr vorhaben, eine Photovoltaikanlage zu bauen. Sofern möglich, kann die Kleinunternehmerregelung genutzt werden.