Am von Torsten in kurz notiert geschrieben
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Betriebsausgaben

Ab 2017 sinkt der Beitragssatz der Künstlersozialversicherung auf 4,8 Prozent

Die Künstlersozialabgabe erregt immer wieder die Gemüter von Unternehmern. Häufig sind Selbstständige damit überhaupt nicht oder nur unzureichend vertraut. Jedes Mal wenn ein selbstständiger Designer, Grafiker, Publizist o.ä. gegen Entgelt beauftragt wird, muss grundsätzlich eine Abgabe an die Künstersozialkasse erfolgen. Seit neuestem gibt es aber eine Bagatellgrenze bis zu der keine Zahlungen geleistet werden. Außerdem sinkt der Beitrag ab 2017

künstlersozialabgabe sinkt in 2017
© amurca / pixabay.com

Wilhelmshaven, 24. August 2016 - Besonders überrascht sind Unternehmer, wenn sie erfahren, dass sie auch für “Eigenwerbung” die Künstlersozialabgabe zahlen müssen. Das heißt, einen Flyer oder eine Homepage für das eigene Unternehmen designen lassen, fällt schon darunter. Und viele Unternehmer können mit dem Begriff “Künstersozialkasse” überhaupt nichts anfangen.

Ab 2017 sinkt der Beitrag auf 4,8 Prozent - ein bitterer Beigeschmack bleibt

Ab nächstes Jahr sinkt der Beitrag von 5,2 Prozent auf 4,8 Prozent, den der Unternehmer entrichten muss - so informierte das Bundesgesetzblatt am 11. August. Das der Beitrag sinkt, hat einen Beigeschmack, berichtet datev.de. Auf den ersten Blick mag es positiv klingen, was es für Unternehmer sicher auch ist. Doch interessant ist in diesem Zusammenhang, warum der Beitrag gesenkt wurde. Das hat einen einfachen Grund: Die Einnahmen der Künstlersozialkasse steigen, weil zunehmend strenger und intensiver geprüft wird. Außerdem wird der Begriff “Künstler” wird durch die Prüfer ebenfalls immer weiter gefasst. Der Beitrag sinkt also, weil immer mehr Unternehmer “zur Rechenschaft” gezogen werden. Problematisch ist die Angelegenheit deswegen, weil schon ein Minimum an Kreativität oder schöpferischer Gestaltung zu einer “künstlerischen Leistung” führt. Diese Begriffe sind alle sehr dehnbar. Ein Programmierer, der ein klein wenig auch die Webseite gestaltet, kann als Künstler gelten. Es spielt auch keine Rolle, ob der “Künstler” selbst überhaupt in der Künstlersozialkasse versichert ist. Ob er im Ausland oder in Deutschland seinen Sitz hat, oder ob er Freiberufler oder Gewerbetreibender ist.

Laut Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, stieg die Zahl der abgabepflichtigen Unternehmen von 2014 auf 2015 um 25 Prozent!

Wird bei einer Steuerprüfung festgestellt, dass der Unternehmer nicht oder nicht ausreichend gezahlt hat, müssen rückwirkend für die letzten 5 Jahre nachgezahlt werden. In Einzelfällen auch länger. Eine Amnestie gibt es dabei nicht. Unternehmer die also gar nichts von der Abgabe gewusst haben und diese im Nachhinein anzeigen, müssen ebenfalls nachzahlen.

Bagatellgrenze von 450 Euro pro Jahr

Ebenfalls wurde vor Kurzem eine Bagatellgrenze eingeführt, bis zu der ein Unternehmer keine Künstlersozialabgabe (KSA) leisten muss. Diese beträgt 450 Euro pro Jahr(!). Also nicht pro Auftrag oder pro Künstler, sondern alle Honorare über das gesamte Jahr hinweg müssen unter 450 Euro (netto) liegen, damit der Unternehmer von der KSA befreit ist.

Die Abgabe muss jeder Unternehmer selbstständig im Folgejahr bis zum 31. März melden.

Sinn und Zweck der KSA

Die KSA existiert schon seit den 1980er Jahren. Sie ist gar nicht so neu, wie sich das für einige Unternehmer anhört. Grund für das Bestehen der Abgabe ist, dass sich selbstständige Künstler und Publizisten eine grundlegende soziale Absicherung leisten können. Denn der Beitrag wird zur Finanzierung von Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung der Künstler genutzt. Das Prinzip funktioniert wie bei einem Angestellten. Der selbstständige “Künstler” zahlt die Hälfte der Beiträge der Sozialversicherung, 20 Prozent stammen aus Bundesmitteln und die restlichen 30 Prozent wird über die Künstlersozialabgabe finanziert.

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Künstler malt Bild

Abgabe zur Künstlersozialkasse sinkt auf 4,2 Prozent

Das Bundesamt für Arbeit und Soziales teilte vor Kurzem mit, dass die Abgabe zur Künstlersozialkasse ab dem Jahr 2018 von derzeit 4,8 auf 4,2 Prozent sinken soll. Damit haben Unternehmer, die Grafiker, Designer, Texter usw. beauftragen, in Zukunft geringere Abgaben. 2016 hatte die Künstlersozialabgabe noch 5,2 Prozent betragen.

betriebs-pkw privater anteil

Privatanteil auch bei geringfügiger privater Kfz-Nutzung versteuern

In Sachen Fahrtenbuch und Betriebsausgabe kommt es immer zu Streitigkeiten zwischen Unternehmern und Finanzamt. In einem aktuellen Fall hatte eine Selbstständige einen privaten Anteil am Betriebs-Pkw von nur 5,07 Prozent. Sie war der Meinung, dass dies so gering ist, dass kein Ausweis in der Gewinnermittlung nötig sei. Das Finanzamt war hingegen anderer Meinung. Das Finanzgericht bestätigte die Vorgehensweise der Beamten.

GEMA Tarife steigen

Zusätzliche Belastungen: GEMA-Tarife steigen

Wie die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift “Der Steuerzahler” berichtet, stiegen zum Jahreswechseln in einigen Bereichen die GEMA Gebühren. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf Unternehmer, die öffentlich Musik spielen, Beispielsweise in der Gastronomie oder auch Arzt-Praxen mit Radio für den Wartebereich.