Am von Ruben in Bücherregal geschrieben
Wahl des Logistikers entscheidend

Händlerbund veröffentlicht kleines ABC zu Transportschäden

Musste man früher noch ein bis zwei Wochen auf eine Bestellung warten, so soll die Lieferung mittlerweile schon am nächsten Tag da sein. Besser wäre sogar noch am selben Tag. Neben dem Preis sind Versandzeiten ein wesentliches Kriterium bei der Wahl des Anbieters durch den Kunden. Beim Transport und Versand kann jedoch auch was kaputt gehen. Der Händlerbund veröffentlichte Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Transportschäden & deren Haftung.

Transportschäden und deren Haftung
Damit es gar nicht erst zu Problemen kommt, sollten Unternehmer auf die Wahl des Logistikers achten.
© Yevhen1971 / pixabay.com

Leipzig, 12. Juni 2018 - Es ist ein wesentlicher Unterschied, ob ein Verbraucher oder ein Unternehmer für sein Geschäft eine Bestellung aufgibt. Verbraucher haben deutlich mehr Rechte als ein Selbstständiger im B2B Geschäft. Dennoch ist es auch für den Händler, der die Waren versendet wichtig zu wissen, wer und wie im Schadensfall haftet. Unter bestimmten Umständen darf nämlich auch der Transportdienstleister haftbar gemacht werden. Der Händlerbund hat in einem Artikel Antworten auf die wichtigsten Fragen zusammengefasst. Was sind die Eckpunkte, die Unternehmer beim Versand eigener Waren im B2C Geschäft beachten müssen?

Innerhalb der ersten 6 Monate liegt Nachweis beim Versandhändler

Ob eine Ware beschädigt ist oder nicht, ist nicht immer sofort bei Lieferung ersichtlich. Ist die Ware beschädigt oder geht sie im Laufe der ersten 6 Monate nach Lieferung kaputt, so geht der Gesetzgeber davon aus, dass diese bereits vor der Lieferung beschädigt war. Mit anderen Worten: Innerhalb der ersten 6 Monate kann der Verbraucher einfach behaupten, dass die Ware kaputt ankam. Den Nachweis, dass dies nicht der Fall ist, muss der Unternehmer antreten. Häufig ist das jedoch ein Problem. Der Kunde kann in diesem Fall allerdings nicht einfach vom Kaufvertrag zurücktreten. In diesem Fall besteht die Wahlmöglichkeit zwischen einer Reparatur und einem Neuversand.

Auch Transportunternehmen darf in Haftung genommen werden

Wenn die Ware auf dem Versandweg durch das Transportunternehmen kaputt geht, dann darf natürlich auch der Logistiker in Haftung genommen werden. Die Schwierigkeit besteht hier natürlich wieder darin, dem Logistiker das nachzuweisen. Um dieses Problem weitestgehend von vornherein auszuschließen, sollten nur ausgewählte Versanddienstleister sorgsam ausgewählt werden.

Davon abgesehen, wären insbesondere Transportschäden bei ADR Gefahrgutschein fatal. Denn in diesem Fall besteht bei einem Unfall das Risiko, dass Menschen, Tiere bzw. die Umwelt zu Schaden kommen. Daher dürfen Unternehmer nicht einfach Gefahrgut versenden. Was eine Genehmigung zur Beförderung von Gefahrgut kostet, hat das Gründerlexikon bereits geklärt.

Sofern der Auftraggeber nachweisen kann, dass die Ware auf dem Versandweg zu Schaden kam, dazu kann er auch die Aussagen und den Anspruch des Verbrauchers nutzen, muss die Spedition den Kaufpreis erstatten. Wie üblich im B2B Bereich, gibt es hier wieder einige Dinge zu beachten.

Natürlich sind diese Punkte hier nur grobe Eckdaten und es existieren noch viele weitere Fragen zu Transportschäden und deren Haftung. Unternehmer, die Waren versenden sollten sich daher im Vorfeld fachlichen Beistand suchen und die Risiken kennen.

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