Am von Ruben in Buchführung und Steuererklärung geschrieben
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Krankenversicherung

Unternehmer müssen Zusatzbeiträge ihrer Angestellten nun auch zahlen

Unternehmer die Angestellte beschäftigen, müssen nun im Zuge des “GKV-Versichertenentlastungsgesetz” nun auch einen Teil des Zusatzbeitrages zahlen. Bisher wurde dieser vollständig vom Arbeitnehmer gezahlt. Inwieweit dadurch die üppigen Überschüsse der Krankenkassen abgebaut werden sollen, ist dem Gründerlexikon schleierhaft.

Dem Unternehmer werden immer mehr Bürden auferlegt
Arbeitgebern werden immer mehr Lasten auferlegt.
© Bernhard_Staerck / pixabay.com

Berlin, 30. Januar 2019 - Über das “GKV-VEG” hat das Gründerlexikon bereits letztes Jahr berichtet. Insbesondere für Kleinunternehmer und Selbstständige die keine Angestellten haben sowie ein vergleichsweise geringes Einkommen erzielen, ergeben sich durch das Gesetz tatsächlich bedeutende Einsparungen. Denn im Zuge dieses Gesetzes wurde der Mindestbeitrag zur gesetzlichen Krankenkasse für Selbstständige mehr als halbiert, von 423 Euro im Monat auf rund 190 Euro im Monat. Für die betroffenen Unternehmer ist dies eine üppige Einsparung. Aus dieser Sicht ist das Gesetz ein voller Erfolg. Denn gerade bei Kleinunternehmern hatte der Krankenkassenbeitrag teilweise einen Großteil des Einkommens verbraucht.

Das Gesetz sieht die Entlastung der Bürger vor, indem die Beiträge zur Krankenkasse für sie gesenkt werden. Hintergrund sind die üppigen Überschüsse der Kassen. Kleinunternehmer werden, wie wir soeben angeführt haben, tatsächlich deutlich entlastet. Anders dagegen sieht es bei Unternehmern bzw. Arbeitgebern aus, die Angestellte beschäftigen.

Entlastung der Angestellten in Form der Beitragsübernahme durch den Unternehmer

Eine Entlastung der Angestellten sieht das Gesetz ebenfalls vor. Eine Variante ist, dass der kassenindividuelle Zusatzbeitrag nun in Zukunft zur Hälfte vom Arbeitgeber gezahlt wird. Bisher wurde dieser komplett vom Arbeitnehmer übernommen. Klar, damit ergibt sich eine Entlastung für den Angestellten, aber auf Kosten des Unternehmers und nicht indem die Überschüsse der Kassen abgebaut werden. Nun könnte man natürlich argumentieren, dass eine Krankenkasse, die einen Zusatzbeitrag erheben muss, nicht über die üppigen Überschüsse verfügt. Dennoch sieht das Gründerlexikon diese Form der “Entlastung” als Augenwischerei.

Letzten Endes ist der Arbeitnehmer auch von seinem Arbeitgeber abhängig. Muss dieser ständig mehr zahlen und werden ihm immer mehr Lasten aufgebürdet, so geht das früher oder später auf Kosten des Angestellten - oder indem der Unternehmer höhere Preise durchdrückt und damit ist der Endkunde, sprich der Verbraucher, wieder der “Gelackmeierte”.

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Arzt mit Blutdruckmessgerät

Mindestbeitrag zur gesetzlichen Krankenkasse ab 2019 halbiert

Der deutsche Bundestag hat den Gesetzentwurf zum Versichertenentlastungsgesetz angenommen. Damit ergeben sich bei Angestellten ab dem Jahr 2019 deutliche Entlastungen. Die aus Sicht des Gründerlexikons wichtigen Änderungen betreffen jedoch auch Selbstständige, die in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert sind. Denn hier sinkt der monatliche Mindestbeitrag zur GKV um mehr als 50 Prozent.

hart arbeitender mann

Unternehmer können Angestellte für 12 Tage ohne Ruhetag beschäftigen

Ein Unternehmer kann einen Angestellten zu 12 Tagen Arbeit am Stück ohne Ruhetag verpflichten. Die entsprechenden gesetzlichen Regelungen innerhalb der EU sehen zwar vor, dass jedem Arbeitnehmer innerhalb eines 7-Tages Zeitraums ein Ruhetag zusteht. Aber es ist nicht definiert, wann dieser innerhalb der 7-Tages-Periode sein muss. So hat vor Kurzem der Europäische Gerichtshof geurteilt.

Finanzielle Entschädigung statt Urlaub? Gibt's nicht!

Bezahlter Jahresurlaub darf nicht automatisch verfallen

Einem Angestellten, der seinen Jahresurlaub entweder ganz oder teilweise nicht in Anspruch genommen hat, muss bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine finanzielle Vergütung gezahlt werden. Eine Ausnahme besteht jedoch, wenn der Arbeitgeber nachweisen kann, dass er seinem Arbeitnehmer ausdrücklich die Möglichkeit gegeben hat, den Urlaub wahrzunehmen.