Firmenwagen

Investitionsabzugsbetrag: Fahrtenbuch muss ordnungsgemäß sein

Viele Unternehmer sind gerade dabei, ihre Einkommensteuererklärung für 2016 zu erstellen bzw. erstellen zu lassen. Einige Selbstständige wollen vielleicht den Investitionsabzugsbetrag nach § 7g Abs. 1 EStG nutzen. Die Deutsche Handwerks Zeitung macht in einem Artikel vom Februar 2017 auf einige Dinge aufmerksam.

silberner Audi neben schwarzem Mercedesm hier: Investitionsabzugsbetrag
Fahrtenbuch sehr wichtig, nicht nur wegen Zuschüssen vom Finanzamt.
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Leipzig, 30. März 2017 - Beim Investitionsabzugsbetrag können geplante Investitionen, die noch in der Zukunft liegen, bereits jetzt schon gewinnmindernd in der Steuererklärung angegeben werden (zumindest 40 Prozent der voraussichtlichen Netto-Investitionskosten). Selbstständige, die den Gewinn für 2016 ermitteln, können demnach geplante Anschaffungen für 2017 bis 2019 bereits 2016 absetzen, schreibt die DeutscheHandwerkszeitung.

Allerdings muss die Investition im Jahr der Anschaffung und im Folgejahr zu mindestens 90 Prozent betrieblich genutzt werden. Wird dieser Grenzwert nicht erreicht, wird der Investitionsbetrag rückwirkend aberkannt und den Unternehmer drohen Steuernachzahlungen, sowie Nachzahlungszinsen. Handelt es sich um spezifische Maschinen, die der Unternehmer nur im Betrieb nutzen kann, wird der Nachweis der 90-prozentigen Nutzung nicht weiter schwierig. Anspruchsvoll hingegen, gestaltet es sich bei einem Autokauf.

Investitionsabzugsbetrag bei einem Firmenwagen: Fahrtenbuch ist Pflicht

Das Finanzgericht Sachsen bestätigte in einem Urteil, wie die betriebliche Nutzung bei einem Firmenfahrzeug nachzuweisen ist: nämlich nur durch ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch. Es besteht keine andere Möglichkeit des Nachweises. Selbst wenn der Unternehmer die 1-Prozent-Regelung nutzt, muss er zum “Beweis” ein Fahrtenbuch vorlegen.

Wird vom Unternehmer hingegen kein Fahrtenbuch geführt oder wird dieses vom Finanzamt als steuerlich unwirksam aberkannt, so wird der Investitionsabzugsbetrag ebenfalls rückwirkend aberkannt, mit allen o.g. Folgen (FG Sachsen, Urteil vom 28. Juli 2016, Aktenzeichen 8 K 1799/15).

Schwierigkeit besteht in der ordnungsgemäßen Führung des Fahrtenbuches

Die Herausforderung besteht für einen Unternehmer darin, dass er nicht nur ein Fahrtenbuch führt, sondern dass dieses auch ordnungsgemäß ist und vom Finanzamt bzw. dem Betriebsprüfer auch anerkannt wird. Da Betriebsprüfer angehalten sind, “kostendeckend” zu arbeiten, sind Fahrtenbücher eine ideale Möglichkeit, um an dieser Stelle die Kosten für die Betriebsprüfung “reinzuholen”.

Unternehmer, die planen, einen Investitionsabzugsbetrag durch den Kauf eines Firmenwagens gewinnmindernd einzusetzen, sollten dies unbedingt berücksichtigen.

Beispiel zum Investitionsabzugsbetrag eines Fahrzeugs

Der Unternehmer zieht bei der Gewinnermittlung für 2016 den Investitionsbetrag in Höhe von 10.000 Euro ab. Im Jahr 2018 kauft er das Fahrzeug. In 2018 und 2019 muss er durch ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch nachweisen, dass die betriebliche Nutzung zu mindestens 90 Prozent erfolgt. Führt er kein Fahrtenbuch oder wird dies aberkannt, so drohen dem Unternehmer im Jahr 2020 eine Steuernachzahlung plus 20 Prozent Nachzahlungszinsen!

Ausnahme: Dienstwagen für Mitarbeiter

Es gibt lediglich eine Ausnahme: Beschäftigt der Unternehmer Angestellte und handelt es sich bei dem Kauf des Fahrzeugs um einen Dienstwagen für den Angestellten, so muss kein Fahrtenbuch geführt werden. Die 90-prozentige betriebliche Nutzung wird in diesem Fall “automatisch” angenommen.

Hinweis: Vermeintlich findige Unternehmer versuchen an dieser Stelle etwas zu tricksen. Doch das funktioniert nicht. Stellt der Betriebsprüfer fest, dass mit dem Dienstwagen extrem viele Kilometer gefahren werden, ohne dass das durch die Tätigkeit des Angestellten irgendwie nachzuvollziehen sei, kann auch hier der Investitionsabzugsbetrag gekippt werden.

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