Am von Torsten in Buchführung und Steuererklärung geschrieben
Betriebsprüfer haben es schwerer

Fortlaufende Rechnungsnummern bei EÜR nicht zwingend notwendig

Unternehmer sind nicht verpflichtet, ihre Rechnungen fortlaufend und lückenlos zu nummerieren, wenn sie ihr Betriebsergebnis per Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) ermitteln. Ein Finanzamt hatte dieses Vorgehen beanstandet und den zu versteuernden Gewinn eines Betriebs um einen „Unsicherheitszuschlag“ von 4.000 € erhöht. Zu Unrecht, wie das Finanzgericht Köln nun entschied.

Rechnungen schreiben - Fortlaufende Rechnungsnummer nicht mehr nötig
Betriebsprüfer haben gern bei nicht forlaufenden Rechnungsnummern hinzugerechnet. Das ist jetzt vorbei!
© cloudhoreca / pixabay.com

Köln, 07. Dezember 2017 – Nach fast zweijährigem Rechtsstreit entschied das Finanzgericht Köln, dass eine ordnungsgemäße Buchführung auch dann gewährleistet sein kann, wenn ein Unternehmen seine Rechnungen nicht fortlaufend und lückenlos nummeriert.

Der Kläger, ein Reiseunternehmen, erzeugte für jeden Vorgang eine eindeutige Buchungsnummer, die sich aus einer Veranstaltungsnummer, dem Buchungsdatum und dem Geburtsdatum des Kunden zusammensetzte. Auch eine intern verwendete Vorgangsnummer, die aus den Bankdaten des Buchungsvorgangs erstellt wurde, verwendete kein fortlaufendes System.

Bei einer Betriebsprüfung im Jahr 2015 bemängelte das Finanzamt diesen Umstand. Es sei nicht nachgewiesen, dass sämtliche Geschäftsvorgänge erfasst und versteuert wurden. Der Unternehmer habe daher angeblich seine Aufzeichnungspflicht verletzt und keine richtigen Rechnungen geschrieben.

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FG Köln urteilt zugunsten des Unternehmers

Das Finanzgericht Köln entschied nun anders: Eine Hinzuschätzung von Gewinnen sei nur bei sachlich schwerwiegenden Fehlern zulässig. Diese lägen hier nicht vor. Die Betriebsprüfer hatten keine inhaltlichen Mängel an der Buchführung des Klägers festgestellt. Eine „geordnete und chronologische Dokumentation“, wie sie der Bundesfinanzhof fordert, sei auch ohne fortlaufende Nummerierung möglich.

Rein aufgrund der Art der Buchungserfassung, dürfe einem Unternehmen nicht unterstellt werden, dass Umsätze nicht versteuert würden. Auch die Tatsache, dass ein kleiner Teil der Umsätze in bar beglichen wurde, ändere daran nichts. Entsprechende Quittungen wurden bei der Betriebsprüfung vorgelegt und nicht bemängelt.

Die Entscheidung aus Köln deckt sich mit vergleichbaren Entscheidungen der jüngeren Vergangenheit, z.B. des Finanzgerichts Hamburg.

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