Am von Torsten in Buchführung und Steuererklärung geschrieben
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Die vorausgefüllte Steuererklärung: Eine Hilfe für Unternehmer?

Bereits seit 2014 können Unternehmer und Selbstständige die vorausgefüllte Steuererklärung nutzen. Dieser Service wird von den Finanzbehörden kostenfrei zur Verfügung gestellt. Eine Pflicht zur Nutzung dieses Service gibt es nicht. Doch hilft er wirklich? Auf was sollten Unternehmer weiterhin achten?

Vorausgefüllte Steuererklärung
© Screenshot / elster.de/belegabruf/index.php

Berlin, 11. Mai 2016 - Über das Programm ELSTER können Unternehmer elektronisch auf die Daten zugreifen, die bereits dem Finanzamt vorliegen. Diese Daten können dann relativ einfach in die eigene Steuererklärung übernommen werden, sie ist anschließend “vorausgefüllt”, schreibt steuertipps.de. Dazu gehören Name, Adresse, Geburtsdatum usw. Auch Sozialversicherungsbeiträge wie, Krankenversicherung, Rentenversicherung und Pflegeversicherung sind bereits in der vorausgefüllten Steuererklärung enthalten. Daten von anderen Ämtern, Banken, Versicherungen usw. die an den Fiskus gemeldet wurden, sind ebenfalls berücksichtigt.

Muss der Unternehmer jetzt nur noch auf “Absenden” klicken?

Ganz so einfach ist das natürlich nicht. Eine gewisse Erleichterung ist die vorausgefüllte Steuererklärung zwar schon. Allerdings sollten alle Daten nochmal auf Richtigkeit überprüft werden. Es kann durchaus passieren, dass sich der eine oder andere Fehler eingeschlichen hat. Was jedoch wesentlich tiefgreifender ist, ist die Tatsache, dass sämtliche Aspekte wie Betriebseinnahmen und -ausgaben noch nicht berücksichtigt worden sind. Das kann das Finanzamt ja auch nicht wissen. Arbeitnehmer haben es hier einfacher. Ein Unternehmer, der Personen beschäftigt, muss die Lohnsteuerdaten auch ans Finanzamt melden. Somit “weiß” der Fiskus bereits, wie hoch das Gehalt und die Lohnsteuer war. Der Unternehmer hingegen muss noch alles selbst eintragen. Daher kann er nicht einfach auf “Absenden” klicken, sondern muss seine Steuererklärung fast genauso akribisch bearbeiten wie sonst auch.

Wann mit der vorausgefüllten Steuererklärung anfangen?

Für die ganz Eifrigen, die gleich im Januar ihre Steuererklärung machen wollen, gibt es eine schlechte Nachricht: Die zuständigen Behörden, Versicherungen und Banken haben bis Ende Februar Zeit, ihre Daten an das Finanzamt zu übermitteln.

In der Regel können diese dann also erst Mitte März abgerufen werden. Eher können Unternehmer mit der vorausgefüllten Steuererklärung also nicht anfangen.

Zunächst müssen einige formale Hürden überwunden werden

Wer ELSTER noch nie genutzt hat, muss sich zunächst registrieren. Die Registrierung dauert zwar nur wenige Minuten, allerdings muss der Unternehmer anschließend einen Aktivierungscode eingeben. Diesen bekommt er erst einige Tage nach der Registrierung per Post zugesandt. Um dann auch noch die vorausgefüllte Steuererklärung zu nutzen, muss eine weitere Registrierung erfolgen. Das ist zwar ebenfalls sehr simpel, allerdings dauert es dann wieder einige Tage, bis der Unternehmer einen weiteren Abrufcode per Post erhält.

Was ist mit den Quittungen?

Grundsätzlich gilt, dass Quittungen nur auf Verlangen der Finanzbehörden zugesandt werden sollen - bis auf wenige Ausnahmen. Werden diese jedoch angefordert, müssen diese natürlich per Post nachgereicht werden.

Derzeit arbeiten die Behörden daran, dass die Belege und Quittungen in Zukunft auch elektronisch übermittelt werden können.

Fazit: Für Unternehmer nur bedingter Nutzen

Da lediglich persönliche Daten und einige wenige andere Daten in der vorausgefüllten Steuererklärung vorhanden sind, ist der Nutzen für Unternehmer recht gering. Den Großteil der Steuererklärung muss der Unternehmer weiterhin selbst ausfüllen. Da für viele das Thema Buchführung und Steuern ein “Buch mit 7 Siegeln” ist, überlassen eine ganze Reihe von Selbstständigen dieses Thema komplett einem Steuerberater. In diesem Fall spielt es für den Unternehmer sowieso keine Rolle. Eine Registrierung und Aktivierung der vorausgefüllten Steuererklärung ist wieder mit Zeit und Aufwand verbunden. Ob sich das lohnt, muss jeder selbst wissen. Selbstständige, die eine Software für die Steuererklärung nutzen, ist die vorausgefüllte Steuererklärung in der Regel auch kein großer Zeitgewinn. Die meisten Daten werden ohnehin in der Software gespeichert und problemlos übermittelt. Lediglich die Beiträge zur Sozialversicherung könnten abgerufen werden. Weitere Informationen und eine Video-Anleitung zur vorausgefüllten Steuererklärung gibt es hier: www.elster.de/belegabruf/download.

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