Am von Torsten in Buchführung und Steuererklärung geschrieben und am 07.10.2019 um 11:34 aktualisiert
Auch nicht für Notfälle

Ärztin darf hauseigenes Behandlungszimmer nicht als Betriebsausgaben absetzen

Eine Augenärztin im Zuständigkeitsbereich des Finanzgerichts Münster musste eine herbe juristische Niederlage einstecken. Die Richter verwehrten ihr die steuerrechtliche Absetzbarkeit eines im Keller ihres Wohnhauses eingerichtigen Behandlungsraumes für Notfälle.

Behandlungsraum eines Arztes
Um die Kosten als Betriebsausgabe ansetzen zu können, muss ein Behandlungsraum über einen separaten Eingang verfügen.
© DanielCubas / pixabay.com

Münster, 10. November 2017 - Die Klägerin, die in einer Gemeinschaftspraxis als niedergelassene Fachärztin für Augenheilkunde tätig ist, hatte einen Raum im Kellergeschoss ihres Wohnraumes für die Behandlung von Notfallpatienten eingerichtet. Zum Mobiliar von Medizinschrank, Stühlen und Liege gesellten sich auch Diagnose- und Behandlungsvorrichtungen wie eine Sehtafel, medizinisches Gerät.

Diese Anschaffungen wollte die Medizinerin ihrer Steuererklärung beziehungsweise der Feststellungserklärung der mit den Kollegen gemeinsam geführten Praxis als Sonderbetriebsausgaben absetzen.

Trennung beruflich und privat nicht eindeutig

Diese wurden ihr jedoch nicht anerkannt und die darauffolgende Klage vom Finanzgericht Münster zurückgewiesen. Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass bei der Nutzung des Raumes auch ein privater Anteil nicht ausgeschlossenen werden könne. Und dies sei ein Hinderungsgrund dafür, den medizinische genutzten Raum als steuerlich abzugsfähig anzuerkennen.

Die Problematik mit dem privaten Anteil wurde im Übrigen auch einem Selbstsändigen zum Verhängnis, der sein häusliches Arbeitszimmer geltend machen wollte.

Flur als Kriterium für die gerichtliche Entscheidung

Letztendlich war es der Zugang in den im Keller gelegenen Raum, der die Richter in Münster zu ihrer Entscheidung veranlasste. Der Notfallraum der Ärztin verfügt nämlich über keinen separaten Zugang von außen. Der Weg in das Behandlungszimmer ist ausschließlich über den Kellergang ihres Wohnhauses möglich.

Dieser wird jedoch auch im privaten Kontext betreten, sodass es die Richter als nicht ausgeschlossen ansahen, dass eine parallele private Nutzung vorliegt. Zudem müssten auch die Patienten die Notfalleinrichtung über einen privaten Zugang betreten. Ein weiteres Kriterium war zudem, dass die Augenärztin in der Gemeinschaftspraxis über ausreichend Behandlungsräume verfüge.

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