Zollbestimmungen - der Zollkodex geht verstärkt online

Unternehmen, die regelmässig wirtschaftliche Kontakte mit anderen EU Staaten aufbauen wollen, sollten sich über Zollbestimmungen informieren. Aktuelle Informationen verhindern mögliche Sanktionen oder Verzögerungen bei der Lieferung.

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2009 sind die ersten Änderungen hinsichtlich des neuen Zollkodexes eingetreten, diese sollten im Juni 2013 abgeschlossen werden. Da sich die praktische Umsetzung der Zollkodex-Durchführungsverordnung schwierig erweist, wird die Fertigstellung verzögert. Nichtsdestotrotz sollte das Thema Zollkodex nicht vernachlässigt werden.  

Reformen in kleinen Schritten

Um die Streitigkeiten hinsichtlich der Verordnung zu beenden, werden einzelne Schritte schon voraussichtlich vor 2013 abgeändert. Ein weiterer Grund ist die Änderung des Lissabon Vertrags, wobei das Parlament bei jeder Besprechung beteiligt werden muss. Die neuen Änderungen sehen Sanktionen bei Nichteinhaltung oder bei Falschauskunft vor. 

Auf dem Weg zur papierlosen Zollanmeldung

Ausfuhranmeldungen können seit 2009 nur elektronisch abgegeben werden, es gibt nur wenige Ausnahmen zu dieser Regel. Unternehmen, die dieses Verfahren noch nicht benutzen, sollten die Arbeitsprozesse umstellen. Kleinere Unternehmen sich online unter internetzollanmeldung.de/ anmelden. Falls mehr als zehn Lieferungen stattfinden, ist ATLAS (Automatisiertes Tarif- und Lokales Zoll- Abwicklungs-System der deutschen Zollverwaltung geeignet). Dies erleichtert die Arbeit mit der hohen Anzahl an Daten. Auf der Internetseite der Zollverwaltung können die Anbieter verglichen werden. 

Es gibt wenige Fälle, in denen auf Papierformat nicht verzichtet werden muss: bei Anmeldungen von Kleinsendungen unter dem Wert von 1.000 Euro, Ausfuhren von Marktordnungswaren (MO), per Post oder von verbrauchsteuerpflichtigen Waren. 

Was noch zu beachten ist

Das Thema Umsatzsteuer ist auch nicht zu vernachlässigen. Innerhalb der Europäischen Union ist der Unternehmer von Steuern befreit. Dies gilt sowohl bei Warenlieferungen als auch im Kauf oder Verkauf von Dienstleistungen. Die Gültigkeit der Umsatzsteuer ID kann leicht online überprüft werden. 

Bei der Buchhaltung muss die innergemeinschaftliche Dienstleistung oder Warenlieferung gekennzeichnet werden. Weiterhin ist als Nachweis ein Doppel der Rechnung vorgesehen, wo die Kontaktdaten und die Umsatzsteuer ID des Kunden erscheint. Es muss auch auf der Rechnung erwähnt werden, dass eine Steuerbefreiung vorliegt. Das Bundesministerium für Finanzen hat ein Informationsblatt verfasst, wo die Steuerbefreiung gemäss § 4 Nr. 1 Buchst. b i. V. m. § 6a UStG für innergemeinschaftliche Lieferungen erläutert wird. Die Informationen können online über die Seite des Bundesfinanzministeriums nachgelesen werden. 

Fallbeispiel 

Ein deutsches Unternehmen will Autoersatzteile in Tschechien verkaufen. Da dies eine innergemeinschaftliche Lieferung ist, wird keine Umsatzsteuer gezahlt. Zuerst muss der tschechische Kunde Umsatzsteuer ID und Kontaktdaten über das Unternehmen weitergeben. Diese können online überprüft werden und eine Geschäftsbeziehung kommt zustande. Der Lieferant wird ebenfalls die notwendigen Daten am Kunden weiterleiten. Da das deutsche Unternehmen sehr erfolgreich ist und Ersatzteile in ganz Europa verschickt, wurde ein zertifizierter ATLAS-Anbieter ausgewählt. ATLAS wurde von der Internetseite www.zoll.de ausgewählt. Dort sind alle zertifizierten Anbieter aufgelistet. Die Zertifizierung neuer Software Hersteller geschieht bei der Bundesfinanzdirektion Südost. 



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