Wo Steuerhinterziehung anfängt

Wer Behörden und Finanzbehörden gegenüber unrichtige und unvollständige Informationen zu seinen steuerlichen Belangen gibt, macht sich durch Steuerhinterziehung strafbar. Geregelt ist dies durch § 370 Abgabenordnung.

Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Steuerhinterziehung und seine Folgen

Werden Finanzbehördenüber steuerlich erhebliche Tatsachen in Unkenntnis gelassen oder pflichtwidrig die verwendung von Steuerzeichen und Steuerstemplern unterlassen, dann muss derjenige mit Konsequenzen rechnen.

Strafbar machen kann man sich allein oder gemeinsam. Auch andere Beteiligungsformen wie Beihilfe und Anstiftung sind möglich.

Droht gleich Gefängnis?

2008 hat der BGH Vorgaben hinsichtlich der Strafzumessung erteilt. Darin heißt es:

„Jedenfalls bei einem sechsstelligen Hinterziehungsbetrag wird die Verhängung einer Geldstrafe nur bei Vorliegen von gewichtigen Milderungsgründen noch schuldangemessen sein. Bei Hinterziehungsbeträgen in Millionenhöhe kommt eine aussetzungsfähige Freiheitsstrafe nur bei Vorliegen besonders gewichtiger Milderungsgründe noch in Betracht (vgl. BGH NStZ-RR 2007, 176, 178)."

Somit ist ab einem Hinterziehungsbetrag von mehr als € 100.000,00 mit einer Freiheitsstrafe zu rechnen. Darüber hinaus ist anzumerken, dass der BGH bereits ab einer Grenze von € 50.000,00 das Vorliegen eines schweren Falles der Steuerhinterziehung bejaht, welche bereits mit einer Mindestfreiheitsstrafe von 6 Monaten geahndet werden kann.

Auswege aus der Steuerhinterziehung

§ 371 AO weist hier den Ausweg: Wer gegenüber der Finanzbehörde zu allen unverjährten Steuerstraftaten einer Steuerart in vollem Umfang die unrichtigen Angaben berichtigt, die unvollständigen Angaben ergänzt oder die unterlassenen Angaben nachholt, wird wegen dieser Steuerstraftaten nicht nach § 370 AO bestraft. Man spricht in diesem Fall von der sog. „Selbstanzeige".

Um straffrei aus einer Steuerhinterziehung raus zu kommen, muss man zahlreiche Informationen udn Details berücksichtigen. Es empfiehlt sich hier einen fachlichen Rat einzuholen.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass Steuerhinterziehung in leichteren Fällen nach fünf Jahren verjährt, schwerwiegendere Fälle nach 10 Jahren.

Ist eine Selbstanzeige sinnvoll?

Ja! Der Rückkehr in die Straffreiheit ist stets uneingeschränkt sinnvoll.Nach Berichten in unterschiedlichen Medien wie der Süddeutschen Zeitung sind jedoch zahlreiche Verschärfungen der Selbstanzeigeregelungen geplant. Wenn man über eine Selbstanzeige nachdenkt, sollte man möglichst nicht mehr lange warten.



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