Wie Sie einer Unternehmenskrise vorbeugen können

Eine Krise entsteht nicht über Nacht – meist zeichnet sie sich die „Krankheit“ bereits lange ab, bevor sie wirklich „ausbricht“. Was Sie daher brauchen ist ein wirkungsvolles Früherkennungssystem.

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Anzeichen nicht ignorieren

Sie sollten sich zunächst für die Anzeichen sensibilisieren, die häufig auf eine drohende Krise hinweisen. Diese muss übrigens zunächst nicht immer zwingend finanzieller Art sein, auch persönliche Probleme können in die Krise führen.

Folgende Umstände können ein Anzeichen für eine drohende finanzielle Krise darstellen:

  • unrealistische Planungen
  • niedrige Eigenkapitalquote
  • kein Überblick über offene Forderungen und Verbindlichkeiten
  • mangelhafte oder lückenhafte Liquiditäts- und Kostenplanung
  • unnötig hohe Betriebsausgaben
  • kein betriebswirtschaftliches Know-how vorhanden
  • zu hohe Privatentnahmen der Gesellschafter
  • falsche Finanzierungsentscheidungen
  • fehlendes kaufmännisches Wissen

Im persönlichen Bereich sollten Sie auf Folgendes achten:

  • Streitigkeiten zwischen den Gesellschaftern
  • Schulden im privaten Bereich
  • Überarbeitung
  • keine Stellvertreter vorhanden
  • schlechte Führungsqualitäten
  • fehlende familiäre Unterstützung
  • Fluktuation bei Gesellschaftern und leitenden Angestellten
  • keine Branchenerfahrung

Sollten Sie eines oder mehrere dieser Anzeichen wieder erkennen, sollten Sie dringend Gegenmaßnahmen ergreifen.

Entwicklungen verfolgen

Sorgen Sie dafür, dass Sie über passendes Zahlenmaterial verfügen. Wenn Sie selbst nichts davon verstehen, sollten Sie einen Steuerberater mit Ihrer Buchführung und der Auswertung der Zahlen beauftragen. Achten Sie besonders auf Kennzahlen zur Liquidität und Rentabilität. Behalten Sie auch immer den Markt und Ihre Wettbewerber im Auge. Schafft es ein anderes Unternehmen zu Ihren Lasten Boden auf dem Markt gut zu machen? Erforschen Sie, woran dies liegt. Achten Sie außerdem immer genau darauf, wie sich die Nachfrage der Verbraucher entwickelt.

Sich helfen lassen

Hilfe in Anspruch zu nehmen, fällt vielen Menschen schwer, denn es mutet wie das Eingeständnis an, dass sie es alleine nicht schaffen. In Wirklichkeit zeugt dies aber von wahrer Größe, wenn man sich traut zuzugeben, dass man nicht immer alles selbst können muss. Am besten schon vor der Gründung sollte ein Existenzgründerseminar bei der IHK bzw. HWK besucht werden, denn darin erlernen Sie die wichtigsten Grundlagen für das Unternehmertum. Wenn Sie Ihre Buchführung wirklich selbst durchführen möchten, sollten Sie sich auch hierfür speziell weiterbilden. Ansonsten ist diese Aufgabe bei einem Buchhalter oderSteuerberater besser aufgehoben.

Wenn Ihr Unternehmen bereits läuft, können Sie ein Gründercoaching in Anspruch nehmen. Denken Sie daran, dass dieses je nach Erfüllung der Voraussetzungen bis zu einer Höhe von 90 Prozent gefördert werden kann. In einem Gründercoaching wird Sie Ihr Berater detailliert dabei begleiten, Ihr Unternehmen in sichere Bahnen zu lenken und Krisen zu vermeiden.

Zeit einplanen

Auch wenn Sie die Buchführung auslagern, sind Sie für die Auswertung und Interpretation der Zahlen immer noch selbst verantwortlich. Nehmen Sie sich regelmäßig, am besten jeden Monat einige Stunden Zeit und analysieren Sie die gelieferten Zahlen auf Verbesserungspotenziale hin. Nur so schaffen Sie es, negative Tendenzen sehr schnell zu erkennen, bevor sie zu einem unlösbaren Problem werden.

Mit sich selbst ehrlich sein

Wenn man eine gute Geschäftsidee hat, ist man manchmal so begeistert, dass man alles wie durch eine rosarote Brille sieht und vor allem viele offensichtliche Aspekte übersieht. Lassen Sie Ihr Geschäftskonzept und Ihren Business Plan daher unbedingt vorher von einer unabhängigen Stelle überprüfen. Familienangehörige sind hierfür leider nicht immer geeignet, da sie oft nicht die ungeschminkte Wahrheit sagen, weil sie Sie nicht verletzten möchten. Lassen Sie Ihr Konzept daher am besten von einem Unternehmensberater prüfen. Günstiger bekommen Sie eventuell bei den Kammern Hilfe. Die Spezialisten werden Ihnen gerne sagen, ob Ihr Konzept tragfähig und gut ist oder ob Sie vielleicht doch übers Ziel hinausgeschossen sind und erst einmal noch an gewissen Schwächen arbeiten sollten.

Wenn Sie Kritik und Feedback zu ihrer Arbeit bekommen, nehmen Sie es bitte immer ernst. Arbeiten Sie an Ihrem Geschäftskonzept. Dies gilt übrigens nicht nur für die Zeit vor der Gründung, sondern ganz besonders auch für die Zeit danach. Hinterfragen Sie immer wieder selbst, ob Sie an sich selbst arbeiten können, ob die Zahlen Ihren ursprünglichen Erwartungen entsprechen und ob Sie vielleicht den Kurs gelegentlich korrigieren müssen.

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