Wie Sie einen GutscheinDeal über Groupon kalkulieren müssen

Wenn ein Kunde bei einem Gutschein von Groupon zugreift möchte er damit vor allem eines: Sparen, sparen, sparen. Nun, sparen kann er nur, wenn jemand anderes auf sein Geld verzichtet – und das sind in diesem Spiel Sie.

Bild: Thorben Wengert / pixabay.com

Da natürlich auch Groupon Aufwendungen hat, beispielsweise für die Abwicklung der Deals, will dieses Unternehmen ebenfalls etwas vom Kuchen abhaben. Sie sehen, so bleibt schnell nicht mehr allzu viel übrig und Sie müssen wirklich ganz genau kalkulieren, damit Sie aus dem GutscheinDeal wenigstens mit einem Nullsummenspiel herausgehen.

Ein Rechenbeispiel: Ein Restaurant-Deal

Nehmen wir folgendes beispielhafte Szenario als Maßgabe für unser Rechenbeispiel:

Sie betreiben ein gutbürgerliches Restaurant. Ihr Gutschein beinhaltet, dass zwei Personen ein romantisches Candlelight-Dinner mit vier Gängen verleben können. Der Preis von eigentlich 70 Euro wird um 50 Prozent gesenkt, sodass der Gutschein 35 Euro kostet und 70 Euro wert ist.

Groupon berechnet gewöhnlich eine Vermittlungsprovision in Höhe von rund 50 Prozent (die genaue Gebühr kann leicht abweichen). Wir rechnen der Einfachheit halber mit 50 Prozent. Sie müssen nun folgende Rechnung aufstellen

Wert des Gutscheins                          70,00 Euro

Ersparnis des Käufers                     - 35,00 Euro

                                                       35,00 Euro

50% Provision Groupon zzgl. USt        20,83 Euro

Verbleibend                                     14,17 Euro

In diesem Fall würden Ihnen gerade einmal 14,17 Euro übrig bleiben, um ein Vier-Gänge-Menü für zwei Personen zu kochen, zu servieren und Ihren Betrieb am Laufen zu halten. Dass wir da über einen Gewinn nicht mehr zu sprechen brauchen, dürfte klar sein. Denken Sie nicht nur an die Materialkosten, sondern auch an die anfallenden Personalkosten. Wichtig ist, dass Ihr Gutschein zumindest kostendeckend ist, damit Sie nicht zu sehr draufzahlen.

Der Gewinnausfall

Der Gewinnausfall ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, der dennoch meist komplett vergessen wird. Viele Unternehmer, die einen Deal angeboten haben, sind in den folgenden Monaten völlig ausgebucht, um all die Gutscheinkäufer zufriedenzustellen.

Bleiben wir einmal kurz bei unserem Restaurant-Beispiel. Wenn nun ein Pärchen ins Restaurant kommt uns seinen Gutschein einlöst, bringt es dem Unternehmen einen Umsatz von 14,17 Euro (und mit etwas Glück noch ein wenig Getränkeumsatz). Zeitgleich könnte aber genau an diesem Platz ein Pärchen sitzen, das das ursprüngliche Candlelight-Dinner gebucht hat und Ihnen 70 Euro eingebracht hätte. Damit Sie Ihren GutscheinDeal auch erfüllen können, sollte Ihr Unternehmen in der Lage sein, diesen Gewinnausfall zu überbrücken.

Die Liquidität

Manche Unternehmer versprechen sich von einer Teilnahme bei Groupon eine Erhöhung ihrer Liquidität. Sie gehen davon aus, dass Groupon ihren Anteil am Erlös aus dem Gutscheinverkauf nach dem Ende des Verkaufs ausbezahlt. Dies ist aber nicht korrekt. Das Geld wird erst ausgezahlt, wenn ein Gutschein eingelöst und durch den Unternehmer bei Groupon eingereicht wird. 

Die Folge davon ist außerdem, dass Groupon auch den gesamten Verkaufspreis einstreicht, wenn ein Kunde seinen Gutschein überhaupt nicht einlöst.



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