Wie man sich vor Onlineüberwachung und Lauschangriffen schützen kann

Bild: Markus Vogelbacher / pixelio.de

Und hier kommt Teil 3 unseres Interviews mit Niels Dettenbach zum Thema Bundestrojaner:

Torsten Montag

Niels, wie schützt du dich persönlich gegen eine derartige Onlineüberwachung oder Lauschangriffe durch unsere Bundesregierung bzw. das BKA?

Niels Dettenbach

Für mich gibt es eine ganze Reihe an Maßnahmen, die in der Form jedoch nicht für jeden geeignet sein mögen:

  • Ich verwende grundsätzlich nur quelloffene Opens internal link in current windowOpen Source- Software und -Betriebssysteme wie z. B. Linux – auf dem PC ebenso wie auf dem Telefon (z. B. freie Android Forks freier Entwicklerprojekte).
  • Immer wenn Kennwörter oder andere sensible Daten übertragen werden, benutze ich strikt eine Verschlüsselung. Dies gilt für Emails ebenso wie im Wlan.
  • Ich halte meine Software automatisch aktuell.
  • Ich installiere nur Software, die ich kenne bzw. die weithin bekannt ist.

Menschen, denen Linux fremd ist, kann ich folgende Tipps an die Hand geben:

  • Microsoft Windows sollte möglichst gemieden werden, denn das Betriebssystem ist und bleibt designbedingt die Haupt-Zielplattform für Viren und Schadcode. Mac- User haben bis dato kaum mit Virenproblemen zu kämpfen. Wer Linux oder auch ein *BSD benutzt, hat üblicherweise das Glück, dass sich seine Installation selbst um Sicherheitsupdates kümmert.
  • Es sollte ein Microsoft-Virenschutz installiert und mindestens täglich aktualisiert werden.
  • Jede verwendete Software sollte regelmäßig aktualisiert werden. Bei Bedarf sollten die Newsverteiler der Hersteller abonniert werden, um Benachrichtigungen über neue Sicherheitsupdates zu erhalten.

Manche Anwender verwenden für sicherheitskritische Anwendungen (z. B. Online Banking, Nachrichtenverschlüsselung) spezielle, frei im Internet erhältliche, präparierte Betriebssysteme. Sie können als unveränderbare Live DVD oder USB-Stick bei Bedarf in den Rechner eingelegt und gebootet werden. Andere Anwender nutzen die Desktop-Virtualisierung und starten eine einmal angefertigte Systeminstallation immer wieder vom selben Speicherpunkt aus.

Torsten Montag

Danke Niels, dass du dir die Zeit für dieses sehr aufschlussreiche Interview über den für viele so aufsehen- und besorgniserregenden Bundestrojaner genommen hast.

Dieses Interview zeigt mehr als deutlich, dass es im Prinzip keinen Grund gibt, sich vor dem Bundestrojaner zu „fürchten“, wenn man sich a) nichts vorzuwerfen hat und b) seine EDV-Anlagen mit adäquaten Maßnahmen vor Eingriffen von außen schützt.



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