Wie man eine Restschuldbefreiung erreicht

Gerade Gründer fragen sich oft, wie sie eine Restschuldbefreiung erreichen können, um nicht mit Schulden aus einer vielleicht nicht geglückten Gründung herauszugehen. Dabei können sie in aller Regel das Verbraucherinsolvenzverfahren anwenden, sofern es sich bei den Schulden um private Schulden handelt. Gerade bei Einzelunternehmen oder bei privater Haftung für Unternehmensschulden macht das Verbraucherinsolvenzverfahren mit anschließender Restschuldbefreiung durchaus Sinn.

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Hierbei sind die üblichen Schritte des Verfahrens zu durchlaufen. An erster Stelle müssen sämtliche Schulden fein säuberlich aufgeschlüsselt werden. Nicht erfasst werden dabei Schulden aufgrund strafbarer Handlungen, denn diese können durch eine Restschuldbefreiung nicht getilgt werden.

Der außergerichtliche Einigungsversuch vor der Restschuldbefreiung

Nachdem klar ist, bei welchen Gläubigern Schulden in welcher Höhe bestehen, muss ein außergerichtlicher Einigungsversuch angestrebt werden. Dafür wird ein Tilgungsplan aufgestellt, aus dem hervorgeht, welche monatlichen Ratenzahlungen möglich sind und wie diese auf die Gläubiger aufgeteilt werden können.

Stimmen die Gläubiger dem Vorschlag zu, so sind die Zahlungen zu leisten und alles geht seinen geregelten Gang. Allerdings ist diese Variante äußerst selten, sodass es im folgenden Schritt zum gerichtlichen Einigungsversuch kommt. Hierbei versucht das Gericht, eine Einigung zu erzielen, und kann mitunter auch die Stimmen einzelner Gläubiger ersetzen. Schlägt auch dieser Einigungsversuch fehl, tritt das Verbraucherinsolvenzverfahren in Kraft.

Die Wohlverhaltensperiode und die Restschuldbefreiung

Im Verbraucherinsolvenzverfahren ist der Schuldner verpflichtet, jede zumutbare Arbeit aufzunehmen und so ein Einkommen zu erzielen. Von diesem muss er bis auf den Selbstbehalt sämtliche Einnahmen abgeben; der eingesetzte Treuhänder zahlt diese dann an die Gläubiger aus.

Diese Phase wird auch Wohlverhaltensperiode genannt und dauert in der Regel sechs Jahre an. Danach erst kann die Restschuldbefreiung erfolgen. Voraussetzung dafür ist, dass keine Versagungsgründe vorliegen, wie es etwa bei einem Bankrott nach § 283 Strafgesetzbuch der Fall wäre. Außerdem erfolgt die Restschuldbefreiung nur dann, wenn während der Wohlverhaltensperiode alle Zahlungen geleistet und sich stets um eine berufliche Tätigkeit bemüht wurde.

Außerdem muss jeder Wechsel des Wohnortes oder des Arbeitsplatzes an den eingesetzten Treuhänder gemeldet werden. Ebenfalls müssen anderweitig eingenommene Gelder, etwa Erbschaften, zum Teil an den Treuhänder abgegeben werden, um die Gläubiger zu befriedigen. Das Verfahren ist also nur mit großer Disziplin durchzuhalten, führt aber dann zur erhofften Restschuldbefreiung.



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