Wie kommuniziere ich mein Verkaufsbegehren?

Im ersten Teil der Serie Webseite verkaufen habe ich zunächst die Probleme dargestellt und warum ich überhaupt verkaufen wollte. Nun sollen die Lösungen meiner Probleme folgen. Aber Vorsicht, es sind keine Musterlösungen sondern meine Lösungen, die nicht immer zum Erfolg geführt haben. Es gab auch Rückschläge dabei.

Bild: ClkerFreeVectorImages / pixabay.com

Meine erste Überlegungen: Du musst einen richtig guten Linkbait erzeugen. Aber warum sollte das gerade beim Verkauf meiner Webseite funktionieren? Es hat bisher bei mir noch nie funktioniert, egal was ich auch tat, mir überlegte oder angestellt habe, ein Linkbait war für mich bisher immer ein Buch mit sieben Siegeln. Irgendwann habe ich es aufgegeben und mir eingeredet:

  1. Der Linkbait klappt wenn er klappen will.
  2. Je häufiger ich etwas mache ohne von vornherein das Ziel eines Linkbaits im Auge zu haben, umso wahrscheinlicher wird es, dass meine Aktion zu einem wahren Linkbait führt. 
  3. Einen Linkbait kann man eben nicht erzwingen.

(Die Aussagen dürft ihr ruhig unter Nennung meines Namens zitieren ;-)

Meine zweite Überlegung war, wenn schon kein Linkbait, dann müsste es wenigstens eine virale Welle oder viraler Effekt werden, welche(r) den Verkauf meines Projektes irgendwie durchs Netz katapultiert. Aber das ist ja so ähnlich schwierig, wie einen Linkbait zu erzeugen.

Wenn nichts mehr geht, lass den Gedanken fallen

(Dalai Lama oder so: Drop the thought...)

Ich habe mich also von diesen, scheinbar zu schweren, Möglichkeiten getrennt. Das war sehr entspannt, denn es fiel irgendwie sehr viel Ballast von mir. Im Folgenden bin ich zum Entschluss gekommen, du bist doch ein cleveres Kerlchen (Clever Clogs LOL). Versuch es doch einmal logisch mit überlegen und strategischen Vorgehen und selbstverständlich einen gewissen Budget an Zeit und Arbeit. Das sollte man vorher schon einplanen. Also startete ich meine erste Aktion...

Selbständig-im-netz.de

Also habe ich zunächst einen Beitrag bei Peer Wandiger im Selbständig im Netz Forum gepostet und immer wieder mit neuen Infos erweitert. Das war aus meiner Sicht ein relativ passendes Forum, wo sich nachweislich sehr viele Webmaster, Unternehmer und Internetseitenbetreiber aufhielten, um ihr Fachwissen und ihre Probleme auszutauschen. Da ich dort selbst ab und an Fragen beantworte, hatte ich bereits einen Zugang und konnte direkt loslegen.

Nun habe ich bereits nach wenigen Stunden mitbekommen, dass dieser Eintrag in der Kategorie Webseiten verkaufen allein nicht wirklich zum Erfolg führen. Da kommen zwar ab und zu mal ein paar Leute vorbei, doch ich hatte ja auch gewisse Vorstellungen was den Preis angeht und wollte nicht das Projekt für einen Apfel und ein Ei verkaufen. So erkannte ich, dass ich diesen Eintrag mit den entsprechenden Informationen bewerben muss, um potentielle Käufer darauf aufmerksam zu machen.

So habe ich mich an Peer gewandt (Wortspiel ;-) mit der Bitte, in seinem Blog den Verkauf meines Projektes explizit in einem Artikel zu beschreiben. Doch soweit ging die Freundschaft nun auch nicht, dennoch bekam ich auf diesen Artikel seinen "Link der Woche" was unheimlich viele Besucher auf den Beitrag und meinen Verkauf aufmerksam machte. Nun bereits erste Anfragen zum Projekt, zum Verkauf und insbesondere zum Preis, in mein Postfach.

XING

Als nächstes will Mitte ich mich meinen Kontakten in diesem Karrierenetzwerk. Ich hatte etwa 500 qualifizierte Kontakte dort gespeichert, welche ich nun Schritt für Schritt durchgehen wollte, um potentielle Käufer für meinen Projekt anzuschreiben. Dazu erarbeitete ich mir zunächst ein kurzes und prägnantes Anschreiben, mit welchem ich nicht lange um den heißen Brei redete. Für weiterführende Informationen leitete ich meine Kontakte über einen bitly-Link direkt zu dem bereits in Peer Wandiger seinem Forum geschriebenen Beitrag zum Verkauf von tarifevergleichen.com

So bin ich meine Kontakte von Absätze durch und löschte gleichzeitig diejenigen, die ich nicht mehr zuordnen konnte, kein Profilfoto vorhanden war und wo ich auch keine Schlagwörter hinterlegt hatte. Damit trug ich durch diese Aktion gleich zur Pflege meines Netzwerkes bei und verschaffte mir einen Überblick über die bisher gesammelten Geschäftskontakte. Es dauerte circa 3 h, bis ich alle potentiellen Kontakte angeschrieben hatte. Im Nachhinein habe ich mich doch etwas geärgert, denn das hätte man durch einen Export der Daten und eine anschließende Serienmail wesentlich vereinfachen können.

Aber gerade dieser Aufwand und die Möglichkeiten über Xing haben wesentlich zum Erfolg beim Verkauf beigetragen. Den nun strömte eine regelrechte Flut von Anfragen, E-Mails und auch Telefongesprächen auf mich ein.

Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, dass man den Verkauf nicht mehr ohne weiteres per E-Mail Postfach abwickeln kann, denn es gab einfach schon zu viele potentielle Interessenten, mit diversen Kaufpreisangeboten, so dass sich den Kaufpreis nur sehr schwer eigenständig entwickeln konnte.

Twitter

Parallel zu der xing Aktion versuchte ich auch immer wieder über meine eigenen Twitter-Accounts die Nachricht zu verbreiten, dass ich das Projekt tarifevergleichen.com verkaufen möchte. Dazu wurde immer wieder der bit.ly-Link mit den weiterführenden Informationen verwendet. Doch mit meinen eigenen Followern kam die Aktion nicht wirklich voran. 

Erst nachdem ich verschiedene Multiplikatoren per E-Mail, Telefon und auch direkt über Twitter gebeten habe, meinen kleinen verkaufsfördernden Tweet weiterzuleiten, brach eine für mich sehr große Twitterwelle hervor. Das ging mit dem ersten Tweet von Marcus alias Mediadonis los. Dieser wurde gleich von zwei weiteren seiner Follower geretweetet.

Anschließend fragte ich Heiner von seo-united ob er mir diesbezüglich helfen können. Und tatsächlich, auch er twitterte gleich mehrere Male in entsprechend gut gewählten Abständen meine Aktion. Mittlerweile war auch Peer Wandiger von selbstaendig-im-netz.de wieder aus dem Urlaub im Lande und las meine Bitte in seinem Postfach. Ich rief ihn nochmals an und auch er twitterte an seine Follower das ich tarifevergleichen.com verkaufen wolle.

Einige direkte Anfragen an potentielle Multiplikatoren aus der SEO Szene ergaben noch weitere Tweets. Das habe ich auch wieder über meine Kontakte per xing erledigt. Und alle Tweet hatten zum Inhalt:

"@clever_clogs verkauft sein Projekt tarifevergleichen.com (PR 5) auf eBay => bit.ly/jpDs2k"

Somit wurde ich zum Einen per Twitter selbst informiert, wenn jemand meinen Tweet weitergeleitet hat und zum Anderen wurden die wichtigsten Infos weitergeleitet. Adresse, Pagerank (für viele wirklich wichtig, da dieses Projekt zum Linktausch benutzt werden sollte) und die weiterführenden Infos per bit.ly Link direkt in der ebay Auktion. Wo dann auch die Möglichkeit bestand zu beobachten, zu bieten sich zu informieren usw.

Gegenangebot machen

Nicht zu vergessen war auch mein Gegenangebot, den ich habe in einigen Fällen auch eine entsprechende Gegenleistung für das Twittern angeboten. So konnten man eine kostenlose Werbung an meinem Newsletter schalten. Doch ich bemerkt habe, hat das überhaupt nicht wirklich zur Überzeugungsarbeit beigetragen, denn die Leute haben aus meiner Sicht heraus getwittert, weil sie mich gut leiden konnten und mir helfen wollten, nicht etwa weil sie eine Gegenleistung erwartet haben. Das hat mich wahnsinnig verblüfft und so kam ich zur Überzeugung, dass die Webworker und SEOs in Deutschland doch noch nicht so geldgierig und finanzorientiert sind. Es gibt immer noch ein Funken Ehre und Menschenachtung in jedem, so schien es zumindest.

Kleine Twitterstatistik

Insgesamt wurde die Nachricht zum Verkauf von tarifevergleichen.com 13x getwittert, so dass ich darüber bereits mehr als 51.000 Follower erreicht habe. Dabei ist besonders entscheidend gewesen, dass die Follower möglichst Themenaffin waren. Das hat man bei den Followern von seounited, mediadonis, selbständig im Netz, affiliate und rossbacher gemerkt. Denn bei diesen wurde ordentlich geretweetet. Andere hingegen waren zwar auch an Selbstständige und Unternehmer gerichtet, dort war aber kein wirklicher Internetbezug und Affinität zum Thema Geld verdienen im Netz, Webseiten und dergleichen bei den Followern vorhanden.

An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an alle, die mir per Twitter geholfen haben.

PR Update

Sehr hilfreich war auch das PR Update, welches dem Projekt plötzlich einen PR 5 bescherte und noch vor dessen Verkauf lief. So glaube ich zumindest, dass doch noch sehr viele auf den Pagerank von Google achten.Die wirklich professionellen der Bürger unter den Interessenten haben aber danach nie gefragt oder in irgendeiner Art und Weise Anspielungen gemacht. Hier wurde viel mehr nach dem möglichen Umsatz, Gewinnen und anderen Kennzahlen gefragt.

Bisher bezogen alle die zusätzlichen Infos zum Projekt von dem Forenbeitrag im sin-forum - das änderte ich, indem ich dieselben Informationen auf der Startseite von tarifevergleichen.com ordentlicher gestaltete und ab sofort den bit.ly-Link dorthin zeigen ließ. Denn warum sollte ich in einer fremden Umgebung das Projekt verkaufen, wenn ich auf dem Projekt selbst Informationen anbieten kann und der potentielle Käufer sich nebenbei gleich das Design, die Präsentation der Onlinerechner und die Arbeit, welche nachweislich in diesem Projekt steckte, ansehen konnten?

Im nächsten Teil meiner kleinen Serie beschäftige ich mich mit meinem Problem den richtigen Verkaufpreis für eine Webseite oder ein Internetprojekt oder auch für eine Domain zu finden.

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