Wie ich beim Netzwerkpflegen meine Webseite verkauft habe

Puh, der erste Schritt ist getan, eine passende Überschrift ist gefunden. Nach sehr langer Pause, möchte ich auch mal wieder bloggen und meine Erfahrungen der Welt erzählen, nicht immer nur twittäh, feshbuk und Guggel-plassen oder was es da sonst noch gibt, der gute alte Blog, er leben hoch, hoch, hoch.

Bild: fajarbudi86 / pixabay.com

Nun zum Thema...

Webseite verkaufen

Haben sicher die meisten mitbekommen, ich wollte (und habe) mein Projekt tarifevergleichen.com verkaufen. Aber zunächst warum?

Warum die Webseite verkaufen?

Bei mir hatte das verschiedene Gründe. Die ich nun kurz erläutern möchte und wo sich bestimmt der ein oder andere von euch auch wiedersieht. 

1. Zeit schaffen

Ich habe einfach mit meinen anderen Internetseiten zu viel Arbeit und konnte es mir daher leisten, ein doch recht interessantes Projekt im Finanzbereich aus der Hand zu geben. Sicher, es hat Geld verdient, dennoch waren die Aufwendungen in Sachen Zeit, insbesondere Updates für Wordpress, die genutzten Plugins zu hoch. Letztlich ging auch zu viel Zeit für das Beantworten von Linkanfragen und die Contenterstellung drauf. Wer im Finanzbereich mit einer Webseite tätig ist, weiß sicher zu gut, was man da regelmäßig für Mails bekommt.

Wir haben Ihre Webseite gefunden und finden Sie interessant. Wir wollen einen Link von Ihnen und bieten folgende Projekte als Backlinkgeber an:

abc.de

efg.de

fgt.de

hgt.de

...

Eigentlich kann man das alles in die Tonne kloppen, aber ich hatte trotzdem immer Angst etwas Gutes zu verpassen, doch mal eine guten Link zu finden und habe daher in den meisten Fällen die angebotenen Seiten gecheckt. Mit Sistrix jede Seite durchgeknistert, um zu prüfen, ob es sich lohnt oder nicht. Dann Mails verfassen und das zu schreiben, was man sich im Tausch vorstellt. Das wollte der andere aber wieder nicht, denn der war ja auch nicht dumm und kannte die Szene, etwas SEO oder wusste auf was es ankam.

So entstanden oft Mailkonversationen über mehrere Wochen und Monate mit mehreren Dutzend Einzelmails. Kennt ihr sicher. Dann hab ich auch schon mal zum Telefon gegriffen, um dem ganzen möglichst schnell ein Ende zu bereiten. Dort stellte sich oft heraus, das die Gegenseite eigentlich keine Ahnung hatte oder absolut eingebildet, von sich überzeugt oder einfach nur Arschlöcher waren.

Fazit: Lieber weniger Geld und dafür keine Idioten mehr am Telefon.

Vorher rechnen - Opportunitätskosten berücksichtigen

Dennoch habe ich mir als Betriebswirt die Frage gestellt: Was verliere ich, was gewinne ich? Oder wie es mein Studienkollege so schön ausdrückte: "Erfolg ist das, was man dafür aufgeben muss." (Danke an Daniel Fischer für diese tolle Weisheit, nach der ich schon sehr oft gelebt habe. Allein für diesen Spruch hat sich übrigens mein Studium schon gelohnt ;-)

Ich gebe also meinen Umsatz (etwa 2.000 EUR im Jahr) auf. Davon sind allerdings noch die Kosten für Hosting, Texte, manchmal etwas Grafik, Programmierung und meine aufgewandte Zeit abzuziehen. Ok, es ist immer noch ein Gewinn da. Und eben, weil der rein rechnerisch unter og. Umsatz lag, war die dafür gewonnene Zeit für mich, das kann bei jedem anders sein, einfach mehr wert. Die Zeit würde ich hier nicht in eine Stundensatz erfassen, sondern in einer Art Nutzenrechnung quantifizieren. Denn bei einigen Arbeiten ist mir eine zusätzliche Stunde mehr wert als mein normal anzuwendender Verrechnungssatz.

Fazit: Zeit ist kein Geld, sondern ein Wohlgefühl.

Kopfsache und psychologische Entscheidung

Gerade die ständigen E-Mails von irgendwelchen Finanzbuden oder Linktauschern haben mich gerade zu fertig gemacht. Es war daher im Wesentlichen eine psychologische Entscheidung, da ich durch diesen Verkauf in meinem Kopf aufräumen konnte. Es ist einfach ein Projekt abgehakt, um das ich mich in Zukunft nicht mehr kümmern musste. Das gibt mir heute immer noch ein sehr gutes und zufriedenes Gefühl. Und ich glaube gerade diese Zufriedenheit im Kopf brauchen wir alle, die regelmäßig im Netz arbeiten und irgendwie dort Geld verdienen.

Fazit: Zufriedenheit im Kopf

Die größten Probleme beim Verkauf der Internetseite

Hier möchte ich nicht viel schreiben, sondern einfach nur eine kleine Liste veröffentlichen. Die Reihenfolge der Probleme stellt gleichzeitig auch für mich die Relevanz der Schwierigkeiten dar. Was also oben steht, war das Schwerste beim Verkauf:

  1. Wie kommuniziere ich mein Verkaufsbegehren, um möglichst viele potenzielle Interessenten zu erreichen und zu motivieren?
  2. Wie finde ich den richtigen Verkaufspreis für die Website?
  3. Wie oder wo wird der Verkauf letztlich abgewickelt?
  4. Wie kann ich eine für beide Seiten sichere Abwicklung gewährleisten?
  5. Welche Infos muss ich über das Projekt geben und welche Internas sollte ich veröffentlichen?

Wie habe ich diese Probleme gelöst?

Anfangs dachte ich, dass ich sie gar nicht lösen kann, denn in derartigen Dinge hatte ich noch nie Glück. Ich wusste das man clever sein, viele Leute kennen muss und vor allem was tun muss, denn allein verkauft sich das Projekt nicht und es spricht sich auch nicht ohne weiteres zu tun in den sozialen Netzwerken herum. Meine Überlegung war zunächst:

Wer sind die potentiellen Käufer...

...und was haben die für Eigenschaften bzw. was zeichnet diese Personen gegenüber anderen Menschen aus?

Das war eigentlich ziemlich einfach, denn meine Zielgruppe waren:

  • Webseitenbetreiber aus dem Finanzsektor
  • Agenturen die Linkaufbau oder SEO allgemein anbieten
  • Neueinsteiger, die mit einem bestehenden Projekt durchstarten wollen, sich aber mit den wesentlichen Grundlagen mit Geld im Netz verdienen auskannten.

Alle anderen waren mir eigentlich egal, denn ich hatte keine Lust erst die Grundlagen von HTML oder der Onpageoptimierung zu erklären. Der Käufer sollte einfach selber wissen, auf was er sich einlässt, indem er bekannte Tools wie Sistrix, den SEODiver oder Searchmetrics einsetzt, um mein tarifevergleichen auf Herz und Nieren zu prüfen, bevor man zuschlägt.

Im nächsten Teil erfahrt ihr, welche Kanäle ich zur Kommunikation genutzt habe, wie ich darauf gekommen bin, was gut ging, was nicht, wie ich überlegt habe und letztlich vorgegangen bin.

Lesen Sie weiter:



Sind Sie der geborene Unternehmer? Jetzt testen!