Welche Werbemittel stehen Handelsvertretern zu?

Gummibärchen, Kugelschreiber, Flyer, Produktbeschreibungen - alles Artikel, die man bei einem Kundengespräch mit an die Hand gibt. Doch wer kommt dafür auf? Ist es Sache des Handelsvertreters oder muss der Auftraggeber diese Produkte zur Verfügung stellen?

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Wer soll das bezahlen?

Hintergrund zu dieser Fragestellung ist die Klage eines Handelsvertreters, dem die Kosten für unterschiedliche Produkte des vertretenen Unternehmens von den Proviosionszahlungen abgezogen wurden.

Dazu gehörten:

  • überlassene Vertriebssoftware
  • Briefpapier, Visitenkarten, Erhebungsbögen,
  • Werbemittel ("Give aways", Mandantenordner, Kundenzeitschriften)
  • Schulungen

Lange war unklar, welche zur Verfügung gestellten Werbemittel der Unternehmer dem Handelsvertreter berechnen darf und welche nicht. 

Getrennte Rechnung bitte!

Der BGH hat mit seinem Urteil vom 4.Mai 2011 Az. VIII ZR 11/10 hier eine wichtige Richtlinie aufgestellt. Mit einer restrikiven Festlegung kam dieser zu dem Schluß, dass Unterlagen für die spezifische Anpreisung der Waren unerläßlich sein müssen. Nach dieser Grundlage wurden die einzelnen Komponenten dann betrachtet.

Vetriebssoftware

Diese wurde im vorliegenden Fall als unverzichtbar eingestuft. Auch wenn die Software Zusatzkomponenten enthalte, handelt es sich um ein einheitliches Produkt. Somit ist auch die anteilige Berechnung der Software unzulässig. 

Briefpapier, Visitenkarte, Erhebungsbögen

Diese Unterlagen gehören zur allgemeinen Büroausstattung des Handelsvertreters, auch wenn sie das Logo des Unternehmens tragen. Es sind somit keine produktspezifischen Hilfsmittel und können dem Vetreter in Rechnung gestellt werden. 

Werbemittel

Anders als produkbeschreibende Drucksachen (Flyer, Produktmappen) zählen "Give aways", Mandantenordner oder Zeitschriften zu den Werbegeschenken, die der Kundenbindung dienen. Für die reine Vermittlungstätigkeit sind sie jedoch als "nicht zwingend notwendig" einzustufen. Sie sind somit als Geschäftsaufwand für den Handelsvertreter einzustufen. 

Schlungskosten

Hier unterscheidet man nach dem vermittelten Inhalt der Veranstaltungen.
Handelt es um Informationen zum Vetriebsobjekt, zum Kundenkreis oder zu Lieferbedingungen etc, sind die Unternehmen angehalten, diese auch kostenlos weiterzugeben.
Geht es um die Vermittlung allgemeiner Fachkenntnisse, z.B. Vetriebsmethoden, Kundenkommunikation o.ä. handelt es sich um eine persönliche Weiterbildung und ist vom Handelsvetreter selbst zu zahlen. 

Fazit

Nur Unterlagen, die für den Geschäftsabschluss unmittelbar notwendig sind, müssen vom Unternehmen kostenlos gestellt werden. Zusätzliche Produkte zur Kundenpflege und persönlichen Weiterbildung gehen zu Lasten des Handelsvertrete



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