Was droht einem Geschäftsführer bei privaten Schulden?

Der Geschäftsführer einer GmbH bekleidet eine mächtige und vermeintlich sichere Position. In der Regel verdient er ein überdurchschnittlich hohes Gehalt. Doch wie sieht es aus, wenn der Geschäftsführer private Schulden anhäuft? Dann hilft auch das hohe Gehalt auf dem Geschäftskonto nicht mehr viel.

Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Bei einer GmbH besteht im Übrigen nicht die Frage nach der Notwendigkeit eines Geschäftskontos, denn die GmbH hat dahingehend kein Wahlrecht oder Option.

Die Privatinsolvenz

Die Konsequenz aus übermäßig vielen Schulden und der nicht erfolgten Rückzahlung ist auch bei Geschäftsführern die Privatinsolvenz. Sobald diese eingeleitet wurde, müssen alle pfändbaren Einkommensteile dem jeweiligen Treuhänder übergeben werden. Dabei kommt es sogar zur Pfändung des Einkommens auf dem Geschäftskonto. Nach Paragraph 295 der Insolvenzordnung kann dies über die GmbH errechnet und abgeführt werden oder der Geschäftsführer übernimmt die Abführung selbst.

Schutz der GmbH

In der Folge kann es zur strafrechtlichen Verurteilung des Geschäftsführers kommen. Laut Paragraph 6, Absatz 2, Satz 3 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung ist er dann für fünf Jahre nicht berechtigt erneut Geschäftsführer einer GmbH zu sein. Dies dient den Gesellschaften und den Gläubigern als Schutz vor Wiederholungstätern. Die relevanten strafrechtlichen Verurteilung in diesem Falle sind die Insolvenzdelikte des Strafgesetzbuchs: Bankrott (Paragraph 283 und 283 a), Verletzung der Buchführungspflicht (Paragraph 283 b), Schuldnerbegünstigung (Paragraph 283 c) und Gläubigerbegünstigung (Paragraph 283 c). Ebenfalls zur Nichtberechtigung als Geschäftsführer einer GmbH zu fungieren mit der Dauer von fünf Jahren, würde ein vergleichbares Urteil im Ausland führen, wie das Oberlandesgericht Naumburg im Oktober 1999 bestätigte.

Darüber hinaus ist es wahrscheinlich, dass der Geschäftsführer nicht länger von Paragraph 181 des Bürgerlichen Gesetzbuchs

"Ein Vertreter kann, soweit nicht ein anderes ihm gestattet ist, im Namen des Vertretenen mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten ein Rechtsgeschäft nicht vornehmen, es sei denn, dass das Rechtsgeschäft ausschließlich in der Erfüllung einer Verbindlichkeit besteht."

befreit ist, sobald er in die private Insolvenz gerät. So sollen der Missbrauch und der weitere Schaden an der GmbH unterbunden werden. Allerdings ist dies keine Verpflichtung und wird üblicherweise von der Gesellschaft selbst beantragt.

Es ist jedem Geschäftsführer nur zu raten, keine privaten Schulden anzuhäufen. Denn sobald die Pfändung beantragt wurde, gehen jegliche Verdienste auf dem Geschäftskonto verloren und weitere unangenehme Konsequenzen stehen bevor.



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