Virtuelle Verwaltung der Behörden unter Kritik

Horst Westerfeld, Beauftragter der hessischen Landesregierung für E-Government und Informationstechnologie beklagt die Kosten von Bund, Ländern und Kommunen für IT. Seine Kritik betrifft in erster Linie die zahlreichen im Internet auffindbaren Formularvorlagen zu Steuererklärungen und Gewerbeanmeldungen. Sein Vorschlag ist die Bündelung bundeseinheitlicher Formulare in einer Rechenwolke, auf die von jedem Standort aus zugegriffen werden kann. Dieses würde nicht nur zu einer Kostensenkung führen. Auch für den Nutzer wäre es einfacher, das die Formulare in Inhalt und Form identisch sind.

Bild: DarkoStojanovic / pixabay.com

Das diese sogenannten Datenwolken in einem Zentrum betrieben von einem externen Anbieter zur Verfügung gestellt und die Speicherplätze angemietet werden können, stieß zunächst auf Skepsis hinsichtlich des Datenschutzes. Das Bundesministerium für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) räumte diese jedoch in einer Studie, welche das Dienstangebot des „Cloud Computing“ befürwortet, aus. Externe Rechenzentren, die in Deutschland betrieben werden, gewährleisten die vorgeschriebenen Datenschutzbestimmungen.

Verwaltungschaos im Internet

Wer sich heute im Netz über finanzielle Familienförderung informieren möchte oder Fragen zu den Steuerformularen wie zu anderen Behördengängen hat, der wird sich bei der Suche nach Antworten etwas schwer tun. Nicht das es an Informationen mangelt. Das Problem besteht vielmehr in der weit gestreuten und unübersichtlich gestalteten Masse an Auskünften über Zuständigkeiten und vorhandenen Formulare. Nicht zu vergessen die sich ständig ändernden Inhalte. Sie möchten einen Antrag auf Elterngeld stellen? Achten Sie bei der Auswahl des Antrages auf die korrekte Bezeichnungen der Formulare, sonst erwischen Sie versehentlich einen Antrag für ein vor dem 01.01.2007 geborenes Kind. Spätestens beim Rückschreiben der Familienkasse werden Sie darauf aufmerksam gemacht, dass Sie doch bitte das beiliegende Formular verwenden möchten. Anmeldung eines Gewerbes in München gefällig? Kein Problem, Formulare finden Sie in Hülle und Fülle. Aber wundern Sie sich nicht über Post von der Stadt, wenn Sie statt München Dachau, München Freising verwendet haben ohne dieses zu bemerken. Von den vielen Vordrucken zurSteuererklärung gar nicht erst anzufangen.
Ja, wir müssen Herrn Westerfeld Recht geben. Jede Behörde und Kommune hat nicht nur Ihren eigene Internetpräsenz – jede bietet dieselben Formulare an. Ob die Familienkasse für Schwaben oder die Familienkasse Ulm. Und das bei gleichen Inhalten.

Bitte etwas mehr Übersicht und Einheit

So lautet die Forderung des Beauftragten der hessischen Landesregierung für E-Government und Informationstechnologie. Dieses soll durch die gebündelte Speicherung aller öffentlichen Formulare in einem extern betriebenen Rechenzentrum erfolgen. Dazu mietet sich Vater Staat Speicherplatz bei einem entsprechenden Dienstanbieter an.
Ein Lösungsanstoß zur besseren Findung der jeweiligen Zuständigkeiten könnte ein dem hessischen Beispiel nachempfundenes Internetportal, wie es unter www.hessen-finder.de zu finden ist, sein. Zum Einen findet der Nutzer jeweils in einer Spalte alle Leistungen nach Kategorie und Leistungen von A-Z und zum Anderen kann er die Zuständigkeit durch Eingabe eines Suchbegriffes und des Ortes in der Suchmaske herausfinden. Fragen zur Anwendung des Finders werden direkt unter der Suchmaske kurz erklärt. Ein Schritt in die richtige Richtung, der ein Lob verdient hat.



Sind Sie der geborene Unternehmer? Jetzt testen!