Verkehrte Welt - Winterschuhe im Sommer, Sommerschuhe im Winter

Haben Sie Kinder? Dann kennen Sie vielleicht dieses Problem: Die Winterschuhe werden bereits im Sommer angeboten. Sie müssen jetzt zugreifen, denn im Winter bekommen Sie kaum mehr schöne Exemplare. Leider können Sie jetzt kaum erahnen, welche Schuhgröße Ihre Kinder im Winter haben werden, denn bis dahin vergehen noch einige Monate und unter Umständen wachsen sie in dieser Zeit noch – oder eben auch nicht. Da gleicht der Schuhkauf Russischem Roulette.

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Aber auch Ihnen selbst kann es so gehen: Die gefütterten Winterstiefel sind leider schon im Januar kaputt und ein neues Paar muss her, denn der Winter kann schon noch gut und gerne zwei Monate dauern. Wenn Sie jetzt in das nächstgelegene Schuhgeschäft  gehen und nach Winterstiefeln suchen, werden Sie herb enttäuscht werden. Hier finden Sie nämlich keine Winterstiefel, sondern Sommersandalen und leichte Schuhe für den Frühling!

Warum Sie mit dieser Situation leben müssen

Dieses Beispiel lässt sich problemlos auch auf andere Warengruppen ausweiten. Haben Sie beispielsweise schon einmal versucht, in einem Bekleidungsgeschäft im Winter eine Winterjacke zu kaufen? Die Erklärung für dieses Phänomen liefert das Wort „antizyklisch“. Die meisten Menschen kaufen im Sommer Schuhe für den Winter – logisch, denn schließlich möchte man sie bereits zuhause haben, wenn es das erste Mal kalt wird. Die besten Absatzzahlen erreichen Schuhhändler also, wenn sie ihre Ware antizyklisch anbieten. Das bedeutet, dass sie immer die Ware anbieten müssen, die aktuell eben gerade nicht benötigt wird. 

Auch wenn man gelegentlich auch im Winter noch Winterstiefel oder eine Winterjacke kaufen muss, sind die Verkaufszahlen in diesen Monaten sehr niedrig. Und kein Einzelhändler möchte seine Verkaufsflächen mit Ware vollstellen, die sich nicht gut verkauft.

Die Konkurrenz schläft nicht – Onlineshops am Start

An dieser Stelle kommen die Opens internal link in current windowOnlineshops ins Spiel, die in den letzten Jahren zahlreich aus dem Boden sprießen wie Pilze. Onlineshops kennen diese Problematik nicht, denn sie haben keine „Verkaufsfläche“ im engeren Sinn. Sie können problemlos jeden beliebigen Artikel in ihren Shop aufnehmen, den sie verkaufen können – also auch die besagten Winterstiefel im Winter oder Miniröcke im Sommer.

Da stellt sich uns die Frage, ob der klassische Einzelhandel mit dieser Verkaufsstrategie dauerhaft überleben kann oder ob die Onlineshops in Zukunft mehr und mehr an Boden gut machen werden.



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