Telefonwerbung – hinnehmen oder sich dagegen wehren?

Immer wieder hat man sie am Telefon: Freundlich-professionelle Stimmen, die vorgeben, nur eine Umfrage zu einem Thema machen zu wollen, um dann aber zur Sache zu kommen: Ob man nicht dieses oder jenes „supergünstige“ und „einmalige“ Produkt haben will.

Bild: Peggy_Marco / pixabay.com

Die Rede ist von Telefonwerbung. Eines sei dabei vorneweg gesagt: Telefonwerbung ist bei Privatpersonen nur erlaubt, wenn vorher ausdrücklich eine Einwilligung abgegeben wurde, bei Firmen muss ein „mutmaßliches Interesse“ am Produkt unterstellt werden können, wir berichteten bereits ausführlich dazu.

Trotz eindeutiger Gesetzeslage praktizieren aber viele mehr oder weniger dubiose Firmen Telefonwerbung, so dass in einer Forsa-Umfrage 64 Prozent aller Befragten angaben, schon Telefonwerbung erlebt zu haben und diese als störend zu empfinden. Die Verbraucherzentrale Bundesverband fordert deswegen eine "Bestätigungslösung“, ein Gesetz, wonach telefonisch abgeschlossene Verträge nichtig wären und Firmen somit das Interesse entzogen werden würde, Telefonwerbung zu betreiben. Verbraucher hätten damit mehr Rechtssicherheit. Doch was kann man bislang gegen lästige Anrufe tun? 

Was kann man gegen Telefonwerbung tun?

Privatpersonen und auch Firmen, die mit unerwünschten Anrufen zu Verkaufszwecken belästigt werden, haben folgende Möglichkeiten:

Sie können sich zum einen an die Verbraucherzentralen der Bundesländer wenden. Dabei sollte die Rufnummer notiert werden und die Anrufer nach Namen und Arbeitgeber befragt werden. Auch ist es möglich, sich schriftlich an die Bundesnetzagentur zu wenden und die Nummern mitzuteilen.

Auf diese Weise wurde schon Telefonwerbung der Anbieter E-Plus, Telekom und Vodafone verboten bzw. mit empfindlichen Geldstrafen belegt. Verbraucherzentralen und Bundesnetzagentur können nach Meldung ein Verbot der Telefonwerbung des jeweiligen Anbieters eventuell erwirken. Es besteht aber noch eine simple Möglichkeit: nämlich dem Anrufer mitzuteilen, dass man nicht interessiert ist, und künftige Nachfragen unterbleiben sollten.

Was muss man bei Telefonakquise selbst beachten? 

Möchte man selbst Telefonakquise betreiben, dann folgt aus dem o.g., dass Vorsicht geboten ist. Privatpersonen dürfen nicht einfach angerufen werden, Firmen nur dann, wenn vorausgesetzt werden kann, dass diese ein „mutmaßliches Interesse“ an dem Produkt haben. Besser ist es, sich an seriöse Adressagenturen zu wenden, die Adressen von Personen verkaufen, die vorher ausdrücklich eingewilligt haben, dass sie zu Werbezwecken angerufen werden dürfen.

Was Sie sonst noch zum Thema Telefonwerbung oder Telefonterror beachten sollten, können Sie in einem unserer früheren Artikel nachlesen.

In diesem Sinne eine telefonterrorfreie Zeit.



Sind Sie der geborene Unternehmer? Jetzt testen!