Steuerrückvergütungen und Wechselkursrisiko: So wirken sich diese Faktoren auf Importe aus China aus

Wollen auch Sie durch den Import von beispielsweise Schuhen aus China ein Unternehmen gründen, müssen Sie zunächst die richtigen Lieferanten finden und mit ihnen in Verhandlung treten.

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Sie sollten alle notwendigen Vorschriften kennen und natürlich auch die Terminüberwachung nicht aus den Augen verlieren.

Es gibt jedoch einen weiteren Faktor, den Sie beachten müssen: Die wirtschaftliche Entwicklung in China. Seit Jahren schon boomt die Wirtschaft, ein Wachstum im zweistelligen Bereich ist in den vergangenen Jahren keine Seltenheit gewesen. Allerdings versucht die Regierung in Peking das Wachstum in steuerbare Grenzen zu bringen, um eine Überhitzung der chinesischen Wirtschaft zu vermeiden. Diesen Faktoren sollten Sie besondere Aufmerksamkeit schenken.

Der Wechselkurs

So gilt seit einigen Jahren, dass China die inländische Währung des Renminbi, kurz RMB, aufwerten will. Dafür wurden zunächst Schwankungen von täglich +/- 0,3 Prozent zugelassen, kurz darauf erfolgte eine Erhöhung auf +/- 0,5 Prozent täglich. Im Schnitt können Sie davon ausgehen, dass der RMB jährlich um fünf Prozent an Wert gewinnt.

Dadurch steigen aber auch die Kosten für in China produzierte Waren, wie Schuhe. Das gilt insbesondere, wenn Sie IhreVerträge in US-Dollar abschließen, da der RMB noch immer an den US-Dollar gekoppelt ist, wenngleich mittlerweile genauso andere Währungen berücksichtigt werden. Schließen Sie die Verträge in Euro ab, könnten Sie den Preiserhöhungen entgehen. Das setzt allerdings voraus, dass der Euro international auch weiterhin seine Stärke behält, was aufgrund der jüngsten Entwicklungen (Stichwort: Griechenland, Irland) fraglich bleibt.

Die Steuerrückvergütungen

Ebenfalls haben die chinesischen Unternehmen lange Zeit davon profitiert, dass sie einen Großteil der 17-prozentigen Umsatzsteuer bei Exportgeschäften zurück erstattet bekamen. Auch hier wurden Einschnitte vorgenommen, statt 13 oder 11 Prozent sank die Steuerrückvergütung in einigen Branchen auf gerade einmal fünf Prozent. Insbesondere Produkte, die umweltschädlich sind oder bei deren Produktion wertvolle Ressourcen verschwendet werden, mussten starke Einschnitte bei der Steuerrückvergütung hinnehmen.

Dadurch steigen die Preise für Sie als Importeur ebenfalls. Evtl. können Sie hier für geringere Preise sorgen, wenn Materialien nach China importiert werden, wo sie weiter verarbeitet werden. In diesem Fall bleibt der Import steuerfrei und somit können auch die Gesamtkosten sinken. Ziel des Ganzen ist es, die Wirtschaft vor der Überhitzung zu schützen und die Unternehmen dazu anzuhalten, mehr hochwertige Produkte und weniger minderwertige Waren zu exportieren.

Was das für Sie bedeutet

Welche Produkte von diesen Einschnitten betroffen sind, können Sie anhand der Zolltarifnummern feststellen. Auch die örtlichen Handelskammern Deutschland können Auskunft über betroffene Produkte samt Zolltarifnummern geben. Es gilt nun zu prüfen, ob genauso eine andere Zolltarifnummer für die Schuhe verwendet werden kann, die von den Einschnitten nicht betroffen ist.

Ebenfalls sollten Sie die politischen Entwicklungen in China genau beobachten, um auf evtl. weitere Maßnahmen entsprechend reagieren zu können. Achten Sie dabei insbesondere auf die Diskussionen rund um die Einführung eines Mindestlohns für bestimmte Branchen.

Fazit

Bevor Sie Opens internal link in current windowWaren aus China importieren, sollten Sie genau recherchieren, welche Vor- und Nachteile sich Ihnen dadurch bieten. Nur so können Sie sicher sein, dass Sie wirklich die passenden Lieferanten und Produkte zu einem fairen Preis finden. Nach einer entsprechenden Recherche aber kann sich das Geschäft mit dem Import von Schuhen aus China durchaus lohnen.

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