So werden Lagerkennzahlen interpretiert

Nach unserem kleinen Exkurs in Sachen Lagerkennzahlen sehen wir uns nun genauer an, wie im Einzelhandel mit diesen Hilfsmitteln hantiert werden. Denn obwohl es sich eigentlich „nur“ um ein paar einfache Formeln und Werte handelt, kann aus ihnen erstaunlich viel abgelesen werden. Dies wollen wir Ihnen an ein paar Beispielen verdeutlichen.

Bild: geralt / pixabay.com

Rückschlüsse aus der Lagerumschlagshäufigkeit

Die Lagerumschlagshäufigkeit kann nicht nur für das gesamte Lager berechnet werden, sondern auch für einzelne Artikel bzw. Artikelgruppen. Dabei wird sich ergeben, dass sich manche Artikel innerhalb kürzester Zeit umschlagen, während wieder andere lange auf Lager liegen. Man geht davon aus, dass die Artikel aus dem Vorrat und damit aus dem Sortiment entfernt werden sollten, die eine Lagerumschlagshäufigkeit größer als 0,5 haben. Dadurch wird Platz für neue Artikel frei, die sich besser verkaufen.

Diese Vorgehensweise führt zu dem eingangs angesprochenen Problem, nämlich dass beispielsweise im Winter keine Winterschuhe vorhanden sind. Im Winter sinkt die Lagerumschlagshäufigkeit der Winterschuhe und das Lager würde durch Produkte blockiert, die sich nicht verkaufen. Deshalb werden die Winterschuhe mehr oder weniger komplett aus dem Sortiment genommen und durch gut verkäufliche Sommerschuhe ersetzt.

Rückschlüsse aus der Lagerdauerquote

Die Lagerdauerquote unterteilt die Artikel in zwei Gruppen:

  • Artikel, die sich schnell verkaufen
  • Artikel, die lange auf Lager liegen und seltener verkauft werden.

Diese zwei Größen setzt sie zueinander in Beziehung. Je niedriger dieser Wert ausfällt, desto mehr Artikel sind im Sortiment, die lange im Lager liegen. Für den Einzelhandel ist es daher erstrebenswert, die Lagerdauerquote zu senken, was wiederum durch die Entfernung von „Langsamläufern“ aus dem Sortiment erfolgen kann.



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