So können Sie zur Fußball Weltmeisterschaft ein Public Viewing organisieren

Rund um die Fußball Weltmeisterschaft stehen findigen Existenzgründern und gestandenen Unternehmern enorme Verdienstmöglichkeiten zur Verfügung. Echte Fußballfans wollen feiern und sich nicht oder nur in sehr geringem Maße, um die Organisation des Events kümmern. Hier wird die Initiative von außen gefordert und dankend angenommen.

Bild: jarmoluk / pixabay.com

Eine Idee, ist die Ausrichtung von Public Viewings insbesondere zu den Top-Spielen. Die Spielzeiten in Südafrika beginnen arbeitnehmerfreundlich. Die wichtigen Spiele starten hauptsächlich um 16:00 Uhr und um 20:30 Uhr. Hier kann mit guter Organisation und dem entsprechenden Drumherum viel Geld verdient werden. Anmerkung: Die wenigen wichtigen Vorrundenspiele um 13:30 können in der Woche nur vom Arbeitgeber genehmigt und dann gesehen werden, was bei Deutschlandspielen i.d.R. kein Problem ist. Zum Spielplan

Organisation eines Public Viewing

Fussball WM Was muss bei der Organisation eines Public Viewing beachtet werden, welche Genehmigungen müssen Sie als Veranstalter einholen und mit welchen Schwierigkeiten müssen Sie rechnen? Auf diese Fragen wollen wir im folgenden eingehen.

Lizenz der Fifa

Erstmals 2010 vermarktet die Fifa die Lizenzen für die WM in Südafrika selbst. Kostenpflichtig ist eine Lizenz für kommerzielle Veranstalter.

Wann gilt der Anbieter als kommerzieller Veranstalter?

Verlangt der Anbieter Eintrittsgeld für das Public Viewing, gilt er als kommerzieller Veranstalter. Als solcher müssen Sie eine Lizenz bei der Fifa beantragen. Die anfallenden Gebühren sind gestaffelt. Interessenten können die Gebühren in der folgenden Übersicht nachlesen. Fifa Lizens Gebühren (PDF, 31 KB)

Nicht kommerzielle Veranstalter

Die Fifa verlangt auch von den nicht kommerziellen Veranstaltern die Beantragung einer Lizenz. Hier würden allerdings keine Kosten entstehen. Laut der HÄRTING Rechtsanwälte GbR ist der Zwang zur Beantragung einer Lizenz in diesem Fall nicht berechtigt.

Veranstalter, die ohne Erhebung eines Eintrittsgeldes WM-Spiele öffentlich zeigen möchten, brauchen hierfür keine FIFA-Lizenz. Für die Rechte der FIFA gelten die Beschränkungen des deutschen Rechts. § 87 Abs. 1 Nr. 3 UrhG enthält eine solche Beschränkung, die auch für die FIFA verbindlich ist.

Die gesamte Einschätzung ist nachzulesen in der folgenden Übersicht: RA Haerting PublicViewing WM 2010 (PDF, 79 KB)Fazit: Unternehmer, die kein Eintrittsgeld verlangen, können ohne Lizenz ein Public Viewing veranstalten.

Ausnahmegenehmigung der Stadt

Fußball WM Public Viewing Der Anbieter muss bei seiner Stadtverwaltung oder Gemeindeverwaltung eine Ausnahmegenehmigung für das Public Viewing beantragen. In großen Städten wird die Ausnahmegenehmigung oft bereits pauschal für alle Public Viewings gewährt. Der Unternehmer kann die Regelungen seiner Stadt nur explizit erfragen und beachten.

Bundesregierung weicht Lärmschutzbestimmung auf

 Nach 22:00 Uhr muss normalerweise der Ton auf Zimmerlautstärke heruntergepegelt werden. Gott sei Dank hatte die Bundesregierung ein Einsehen und hat für die Zeit vom 1. Juni bis 31. Juli die Lärmschutzverordnung mit der folgenden Begründung aufgeweicht und die Verordnung für die Nachtstunden nach 22 Uhr gesenkt:

Spitzenereignisse wie die anstehende WM 2010 in Südafrika sind schließlich einmalig und fallen aus dem Alltag heraus. Millionen Deutsche dürften sich im Sommer die Spiele per Satellitenübertragung ansehen. Einige Spiele fangen jedoch erst nach 20 Uhr an und dauern so bis in den späteren Abend.

Das freut die Fußballfans und die Veranstalter. Quelle: http://www.bundesregierung.de

Kosten und Gewinn

Mit dem Angebot von Getränken und Verzehr kann der Unternehmer Geld verdienen. Aber Achtung, legt er die nicht erhobenen Eintrittspreise auf die Speisen und Getränke um, wird aus dem nicht kommerziellen ganz schnell ein kommerzieller Anbieter. Die Preise sollten sich demzufolge im üblichen Rahmen bewegen.

Bier

Das Bier kostet in größeren Abnahmemengen je nach Sorte zwischen 40 Cent und 80 Cent je Liter. Rechenbeispiel Einkauf: Bier zu 0,40 Euro je Liter
Verkauf: 0,2 Liter Gläser für 1,- Euro (1 Liter ergeben 5 Gläser x 1,- Euro = 5,- Euro)
Gewinn 4,60 Euro pro Liter (Verkauf 5,- Euro abzgl. Einkauf  0,40 Euro) Bei nur 1.000 verkauften Litern ergibt sich ein Gewinn von 4.600 Euro. Davon müssen allerdings noch die Bedienung und die eventuelle Miete für die Zapfanlage bezahlt werden.

Speisenangebot

Auch für Speisen finden sich ähnliche Beispiele. Eine Bratwurst kostet im Einkauf ca. 40 Cent bis 60 Cent und kann ohne weiteres für 2,50 Euro verkauft werden.
Tortilla Chips lassen sich ähnlich gut verkaufen. Im Einkauf liegen die Chips bei 20 bis 40 Cent pro 100g. Verkaufen lassen Sie sich ohne weiteres für 2,50 Euro bis 3,50 Euro. Gerade bei den Getränken und beim Verzehr kann der Unternehmer, ohne Mondpreise zu verlangen, gutes Geld verdienen.

Merchandising Produkte

Fahnen, Sticker, Aufkleber, Hupen, Schlüsselanhänger und vieles mehr ist als Merchandising-Produkt erhältlich und lässt sich verkaufen. Unternehmer können sich auf bestimmte Produktgruppen oder auf einzelne, spezielle Artikel festlegen. In der Faneuphorie wird so manches, auch unnützes Teil gekauft, einfach weil die Stimmung auf dem Höhepunkt ist.

Equipment für das Public Viewing - Mit welchen Kosten müssen Sie rechnen?

Ein großes Public Viewing verursacht erst einmal enorme Kosten. So müssen eine Videoleinwand, ein Beamer, die Lautsprecheranlage, eventuell Absperrgitter und Security und sanitäre Anlagen bereitgestellt werden. Ohne Eintrittsgelder sind diese Ausgaben kaum zu finanzieren.

Kosten über Sponsoren abdecken

Hier kann Sponsoring die ideale Lösung sein. Nehmen Sie ansässige Firmen mit ins Boot, Fußballfans sind Bandenwerbung gewöhnt und lassen sich davon nicht abschrecken. Ohne Leinwand, Beamer und Lautsprecheranlage funktioniert ein Public Viewing nicht. Der Ausrichter kann sich die einzelnen Teile anschaffen oder leihen. Verschiedene Firmen bieten bereits Rund um Sorglospakete für ein gelungenes Public Viewing.

Eine Kinoleinwand von 3m x 4,50m können Sie für unter 100,- Euro pro Tag ausleihen. Ein Beamer kostet je nach Qualität zwischen 50,- Euro und 1.000,- Euro am Tag. Die Lautsprecheranlagen beginnen mit einer Miete von 50,- Euro pro Tag, wobei nach oben keine Grenzen gesetzt sind. Wer das Equipment nicht selbst zusammenstellen mag, kann das Rund um Sorglospaket, bspw. für ca. 400 Gäste, ausleihen. Die Firma erento bietet dieses Paket für 2.999,- Euro pro Tag an.

Fazit

Ein Public Viewing muss gut durchdacht und organisiert werden. Ein Unternehmer kann mit der Ausrichtung nicht nur den Fans einen unvergesslichen Fußballtag schenken. Aber nur mit Sponsoren, die die entstehenden Fixkosten decken, ist ein guter Profit für den Veranstalter gegeben.



Sind Sie der geborene Unternehmer? Machen Sie jetzt den Test!