Schwarzbuch 2011 „Die öffentliche Verschwendung“ vom BdSt veröffentlicht

Dass mit unseren Steuergeldern nicht gerade immer zimperlich umgegangen wird, ist kein großes Geheimnis. Doch manchmal nehmen die Verschwendungen von Steuergeldern Ausmaße an, die man selbst als desinteressierter Bürger nicht mehr ignorieren könnte – schon gar nicht aber, wenn man sich für das interessiert, was mit den abkassierten Steuern passiert.

Bild: www.schwarzbuch.de

Der Bund der Steuerzahler trägt jedes Jahr in ihrem Schwarzbuch „Die öffentliche Verschwendung die Fälle zusammen, in denen die Verschwendungen von Bund, Ländern und Kommunen so extrem sind, dass sie selbst dem Laien auffallen müssen.

Die Highlights des Schwarzbuchs 2011

Ich habe mal ein wenig im gerade erschienen Schwarzbuch 2011 geblättert und mich über die makabersten Verschwendungen ziemlich geärgert. Hier einige Auszüge davon:

  • Die Kosten für den Bau einer Straßenbahnlinie in Düsseldorf haben sich mal eben von geplanten 650,5 Mio. Euro auf 748,1 Mio. Euro erhöht. Verantwortlich dafür sind Gründe, die bei einer sorgfältigen, vorherigen Prüfung auffallen hätten müssen.
  • Eine Erweiterung eines Saarländischen Museums kostet plötzlich nicht mehr wie geplant 9 Mio. Euro, sondern stattdessen mindestens 30 Mio. Euro – Open End.
  • 30 Mio. kostete ein Werbemailing der DRV im Rahmen der Sozialwahl. Ergebnis: Gleich Null – die Wahlbeteiligung war deswegen auch nicht höher.
  • 117.000 Euro gab das Bundesfamilienministerium für den Relaunch von www.kinder-ministerium.de aus – die Besucherzahlen veränderten sich jedoch nicht nennenswert.
  • Das Hamburger Polizeiorchester kostet pro Jahr rund 1,65 Mio. Euro – bringt aber kaum etwas mehr als 31.000 Euro ein.
  • Die Wallenhorster zahlen 1,5 Mio. Euro für ein Gewerbegebiet, das leider nicht als solches genutzt werden kann.
  • Bei der Stadtkasse Pinneberg gibt es schon seit Jahren kein wirkliches Mahnwesen. Die Folge sind über 6 Mio. Euro offener Forderungen aus Gebührenbescheiden und Rechnungen.

Wenn es nicht so ernst wäre…

… könnte man beinahe darüber lachen. Wir arbeiten gut die Hälfte eines Jahres nur dafür, um die Steuern auf unser Einkommen bezahlen zu können (Steuerzahlergedenktag 2011: 6. Juli). Da müsste man doch meinen, dass man für sein Geld auch etwas bekommt, oder? Aber stattdessen fahren wir über holprige, löchrige Straßen, die nicht repariert werden, ärgern uns über fehlende Kita-Plätze oder müssen uns bei der nächsten Wahl wieder von lästiger Wahlwerbung quälen lassen. 

Warum nur fällt es dem deutschen Bund so schwer, die nicht gerade geringen Gelder, die er monatlich von uns Steuerzahlern überwiesen bekommt, zum Wohle der Bürger einzusetzen? Klar, der Bund erledigt damit natürlich auch einiges, von dem wir profitieren. Doch aus unserer Sicht gehen viel zu viele Gelder in die eigenen Taschen verschiedener Politiker, gerade auf kommunaler Ebene und an viel zu vielen Stellen werden die Steuergelder der deutschen Bürger „unauffällig“ ausgenutzt. 

Das Schwarzbuch des BdStDas Schwarzbuch des BdSt kann übrigens kostenlos heruntergeladen werden: www.schwarzbuch.de. Wenn Sie gerne wissen möchten, was der Staat sonst noch so mit Ihrem sauer verdienen Geld anstellt, sollten Sie sich das Schwarzbuch des BdSt einmal genauer ansehen.



Sind Sie der geborene Unternehmer? Jetzt testen!