Rentenversicherungspflicht: Doppelte Belastung für selbstständige Geringverdiener

Um auch Selbstständige vor Altersarmut zu schützen, plant die Bundesregierung unter der Federführung der Arbeitsministerin Ursula von der Leyen auch für diese Berufsgruppe eine Rentenversicherungspflicht. Doch was ist mit kleinen Unternehmen und Selbstständigen im Nebengewerbe zum Beipsiel, die nicht so viel einnehmen, um auch einen Teil ihres Einkommens in die Rentenkasse einzahlen zu können? Immerhin sollen die Beiträge im Monat zwischen 250 und 300 Euro liegen.

Bild: Uwe Schlick / pixelio.de

Rentenversicherung für alle Selbstständige ab 2013?

Fest steht, dass die Bundesregierung eine Rentenversicherungspflicht für alle hauptberuflich Selbstständigen plant. Ausgeschlossen sind damit also alle Unternehmer, die nur nebenberuflich ihrer selbstständigen Arbeit nachgehen. Für das Alter vorsorgen müssen unter anderem hauptberuflich selbstständige Publizisten, Künstler, Handwerker, Selbstständige, die nur für einen Arbeitgeber arbeiten, und Existenzgründer, die zusätzlich durch einen Zuschuss vom Arbeitsamt finanziell unterstützt werden. Wer also festangestellt ist und zudem ein Nebengewerbe angemeldet hat, ist voraussichtlich von dieser Rentenversicherungspflicht befreit. Anders sieht es für Selbstständige aus, die mehrere Nebengewerbe anmeldet haben. Dann müssen alle Einnahmen aus den geringfügig selbstständigen Tätigkeiten zusammengezählt werden, die in einem Monat erzielt werden. Übersteigen diese die Geringfügigkeitsgrenze von 400 Euro, wird der "mehrfache" Unternehmer zur Kasse gebeten. Die Einnahmen aus einer Arbeitnehmerbeschäftigung bleiben jedoch unberücksichtigt.

Wer ist nicht Pflichtversichert?

Wer als Unternehmer hauptberuflich tätig ist und mehr als 400 Euro im Monat verdient, muss in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen. Von der Pflicht befreit sind Personen, die bereits eine private Rentenversicherung abgeschlossen haben. Alle Geringverdiener, die nur 400 Euro oder weniger im Monat verdienen, sind versicherungsfrei. Das Arbeitseinkommen lässt sich einfach berechnen, indem man die Betriebsausgaben von den Betriebseinahmen abzieht.

Erleichterung gibt es auch für kleinere Unternehmen, die einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen, das heißt, dass der Unternehmer seinem Angestellten monatlich mehr als 400 Euro zahlt. Von der Rentenversicherung befreien können sich Selbstständige auch, wenn sie mehrere Minijobber einstellen. Diese müssen jedoch zusammen mehr als 400 Euro pro Monat verdienen, auch wenn jeder einzelner Minijobber nicht sozialversicherungspflichtig ist.

Trotz Arbeit zum Arbeitsamt 

Kritisch wird die Geringfügigkeitsgrenze von 400 Euro gesehen. Wenn ein Selbstständiger zum Beispiel nur 600 Euro im Monat aus seiner selbstständigen Tätigkeit verdient, muss er die Beiträge sowohl für die Krankenversicherung als auch für die Rentenversicherungaus eigener Tasche zahlen. Am Ende des Monats sind dann zwar alles Versicherung gezahlt, für das Leben bleibt aber wenig bis nichts übrig. So sind viele geringverdienende Selbstständige trotz ihrer Arbeit auf das Arbeitsamt oder auf das Wohnamt angewiesen, die ihnen zumindest die Miete für ihre Wohnung zahlen.



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