Pure Player: Umsatzstarkes Geschäftsmodell

Der Begriff Pure-Player wird nicht jedem geläufig sein. Im Grunde handelt es sich dabei um Unternehmen, die keinen stationären Handel besitzen und ihre Produkte und Dienstleistungen ausschließlich im Internet anbieten. Die Branche übertrifft sich in jedem Quartal neu und überzeugt mit steigenden Wachstumszahlen. Während im Jahr 2007 noch 33 Prozent des gesamten Online-Umsatzes auf die Pure-Player entfielen, sollen es 2017 bereits 40,3 Prozent sein.

Bild: Der Umsatz sogenannter Pure-Player ist im ersten Quartal 2014 gegenüber dem Vorjahresquartal um mehr als 100 Prozent auf 1.448 Millionen Euro gestiegen. Bildquelle: Eigene Darstellung.

Ein typischer Pure Player ist die Koffer-Arena aus Backnang. Der stationäre Handel (Online) und das Kataloggeschäft verlieren dabei mehr und mehr an Bedeutung. Sollte jedoch die Transformation zum Multichanel-Anbieter gelingen, kann die Entwicklung einen anderen Weg einschlagen.

Pure Player auch auf anderen Kanälen aktiv

Das E-Commerce-Geschäft boomt und lockt findige Geschäftsleute in die Branche. Das Erstarken der Pure-Player führt zunehmend dazu, dass neue Vertriebskanäle erschlossen werden. Manche Webshops betreiben Showrooms, um den potentiellen Kunden die Ware in echt zeigen zu können. Zalando und Amazon planen bereits erste Ladengeschäfte. Andere gehen zusätzlich in den stationären Handel. Experten müssen bei solchen Expansionsvorhaben den Begriff Pure-Player neu definieren und abgrenzen. Interessanterweise gehen Offline-Händler wie Media-Markt einen ähnlichen Schritt, nur eben in die andere Richtung. Es werden Online-Shops entwickelt und der ursprüngliche Einzelhändler wird zum Multichanel-Anbieter. Das Thema Mobile wird dabei immer wichtiger. Bereits jetzt entfallen 20 Prozent des Web-Traffics auf Smartphones und andere mobile Endgeräte.

Social Media ist wichtig

Laut einer Studie des Kölner Handelsforschungsinstitut EHI Retail Institute sind von den 1000 erfolgreichsten Online-shops ein Drittel auf Facebook aktiv sind. Im Durchschnitt haben die Pure Player zwischen 1000 und 4999 Fans.

Fazit

Den reinen Pure-Player wird es unter den großen Anbietern in Zukunft nicht mehr geben, denn der stationäre Handel wandelt sich zum Multichanel-Anbieter und bedroht somit die Pure-Player in ihrer Existenz. Online-Shops sind mit hohen Kosten verbunden, doch Unternehmen wie Metro oder Rewe haben entsprechende Budgets und können somit gegen etablierte Pure Player konkurrieren. Von einem Sterben der Pure-Player würden wir allerdings nicht sprechen, dafür ist der Markt zu attraktiv und die Zielgruppe zu groß. Laut E-Commerce-Center (ECC Köln) ist der durchschnittliche Warenkorb mit Produkten im Wert zwischen 51 bis 100 Euro gefüllt. Rund 0,7 Prozent sind mit mehr als 500 Euro bestückt. Rund 30 Prozent der Internet-Pure-Player verkaufen Kleidung und Schuhe.

In Zukunft wird die Online- mit der Offlinewelt verschmelzen. Dank crossmedialer Strategien können Multichanelanbieter in beiden Segmenten erfolgreich sein.



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