Nach dem Marktaustritt: Was passiert mit den Jungunternehmern?

In den letzten Teilen unserer Serie haben wir uns mit den häufigsten Ursachen für das Scheitern junger Unternehmen befasst. Dazu zählen finanzielle und persönliche Probleme der Gründer, ebenso wie mangelnde fachliche Qualifikationen. Ebenso haben wir uns mit Problemen im Gründungsteam und möglichen Gegenmaßnahmen bei einer drohenden Schließung befasst. Heute soll es um die Zeit nach dem Marktaustritt gehen. Welche Befürchtungen haben die einstigen Unternehmer, wo stehen sie nach einiger Zeit?

Bild: geralt / pixabay.com

Größte Befürchtungen der Unternehmer

Grundsätzlich ist zu sagen, dass es bei den Befürchtungen der einstigen Unternehmer Unterschiede dahingehend gibt, wie der Marktaustritt erfolgte. Drei große Bereiche sind hierbei zu nennen: Der Marktaustritt mit Insolvenzverfahren, der Marktaustritt aus wirtschaftlichen und / oder finanziellen Gründen ohne Insolvenzverfahren und der Marktaustritt aus persönlichen Gründen. Obwohl die Unterschiede teils enorm sind, zeigen sich doch einige Gemeinsamkeiten.

Mit Abstand am größten sind die Befürchtungen, den bisherigen Lebensstandard nicht mehr halten zu können und finanzielle Probleme zu bekommen. Von diesen Ängsten werden zwei Drittel der Gründer geplagt, die einen Marktaustritt mit Insolvenzverfahren, bzw. aus wirtschaftlichen Gründen hinter sich haben. Bei den einstigen Unternehmen, deren Unternehmen aus persönlichen Gründen geschlossen wurden, sind es hingegen nur etwa 20 Prozent.

Auch vor der Jobsuche, die im Anschluss an den Marktaustritt steht, fürchten sich immerhin 22 Prozent der Unternehmer, die ein Insolvenzverfahren durchlebten. Einen Reputationsverlust befürchtet diese Gruppe ebenfalls am häufigsten, die Ängste bestehen bei mehr als der Hälfte der einstigen Unternehmer. Bei den Unternehmern, die ohne Insolvenz bzw. aus persönlichen Gründen aus dem Markt ausgeschieden sind, liegen die Zahlen dagegen bei 23 bzw. acht Prozent. Befürchtet wird ebenfalls von einem Drittel der Gruppe der Unternehmer mit Insolvenzverfahren, dass ein erneuter Start eines Unternehmens schief gehen könne.

Aktuelle Lebenssituation der gescheiterten Gründer

In den aktuellen Untersuchungen wurde weiterhin überprüft, wie sich der aktuelle Lebensstandard der einstigen Unternehmer ein bis drei Jahre nach der Schließung des Unternehmens entwickelt hat. Dabei stellte sich heraus, dass überdurchschnittlich viele Unternehmer als Angestellte oder Freiberufler tätig sind. Immerhin 67 Prozent der einstigen Unternehmer, die ohne Insolvenz bzw. aus persönlichen Gründen aus dem Markt ausgeschieden sind, waren als Angestellte oder Freiberufler tätig. Auch bei den Unternehmern mit Insolvenz betrug die Rate stolze 61 Prozent.

Arbeitslos waren hingegen nicht einmal 20 Prozent und das in allen Gruppen. Dafür haben sich zwischen neun und 13 Prozent der einstigen Unternehmer erneut selbstständig gemacht. Bei den Gründern, die aus persönlichen Gründen ihr Unternehmen aufgaben, sind 17 Prozent in den Ruhestand gegangen, in den anderen beiden Gruppen waren es nur sechs bzw. sieben Prozent. Aufgrund von Krankheit sind in allen Gruppen vier Prozent langfristig aus dem Berufsleben ausgeschieden.

Es gibt also auch nach der Schließung eines Unternehmens durchaus Perspektiven für die Zukunft, die gar nicht einmal so schlecht aussehen. Aus den vielen Fallstricken, die eine unternehmerische Tätigkeit mit sich bringt, sollte jedoch auch gelernt werden, dass man sich bereits im Vorfeld genau über die jeweiligen Probleme informiert und entsprechende Vorbereitungen trifft.

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