Mobil arbeiten - Renaissance des Homeoffice

Durch die Entwicklung der mobilen Arbeitsgeräte hat das gute alte Homeoffice eine regelrechte Wiedergeburt erfahren. Nicht nur Freiberufler arbeiten am heimischen Schreibtisch, sondern auch immer mehr Unternehmen ermöglichen ihren Arbeitnehmern einen Arbeitsplatz zuhause.

Bild: Andreas Morlok / pixelio.de

Ob freiberuflich oder angestellt

Katja B. arbeitet festangestellt im Bereich Onlinemarketing. Ihr Arbeitsplatz: das heimatliche Arbeitszimmer. Eine Konstellation, die nicht oder noch nicht alltäglich ist.

"Ich könnte mich mit mit Laptop und Handy auf den Deich setzen und nebenbei auf’s Meer schauen. Ohne Witz: Wenn man in der Internetbranche arbeitet ist das wichtigste tatsächlich der Computer und ein Internetzugang. Die Örtlichkeit drumherum ist für die reine Arbeit fast nebensächlich. Natürlich hat die Arbeitsumgebung Einfluss auf die Motivation und die Produktivität".


Das Arbeiten von Zuhause ist nicht neu. Bereits in den 90er Jahren warben die Gewerkschaften für diese neue Form der Arbeit. Anfangs mit Erfolg. Doch später wurden viele eingerichtete Homeoffice-Vereinbarungen wieder zurück genommen, zu kompliziert waren die technischen Einrichtungen und zu hoch die damit einher gehenden Kosten bei der Einrichtung eines Homeoffice-Arbeitsplatzes.
Heute, mit der flexiblen und modernen Technik entfallen diese Kosten und Umstände. Unternehmen lagern ihre Angestellten aus und Freiberufler richten sich den Arbeitsplatz neben dem Sofa ein. Diese Form der Arbeit hat Vorteile, aber auch klare Nachteile:

"Man muss Arbeit und privat klar abgrenzen, sonst findet man keinen Abstand mehr zur Arbeit und das Privatleben geht verloren oder die Konzentration auf die Arbeit nimmt ab, weil man sich ablenken lässt. Auch der Familie muss man beibringen, das man trotz Anwesenheit ja eigentlich nicht da ist, also dass das Büro zuhause auch als Arbeitsstelle angesehen wird".

Flexible Zeiteinteilung ist ein weiterer Vorteil und "man kann auch einfach mal mit dicken Socken und Jogginghose am Schreibtisch sitzen", weiß Katja B.
Als klaren Vorteil nennt sie vor allem auch finanzielle Einsparungen und eine störungsfreie Atmosphäre. So fallen beim Arbeiten Zuhause die Fahrtkosten weg und das Homeoffice kann sie bei der Steuererklärung als Werbungskosten absetzen. 

Steuerlich absetzbar ist,

  • wenn Ihnen für Ihre berufliche oder betriebliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, dann können Sie Kosten bis zu 1.250 Euro pro Jahr geltend machen.
  • wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit darstellt, dann sind Ihre Kosten unbeschränkt abzugsfähig.

 

Um einen solchen Homeoffice-Arbeitsplatz abzusetzen, müssen folgende Voraussetzungen geschaffen sein:

  • Der Arbeitsraum ist seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in die häusliche Sphäre eingebunden, gehört also zu Ihrer privaten Wohnung oder zu Ihrem Wohnhaus. Auch Zubehörräume im Keller oder im Dachgeschoss können ein häusliches Arbeitszimmer sein, wenn sie aufgrund der unmittelbaren Nähe als gemeinsame Wohneinheit mit Ihren privaten Wohnräumen verbunden sind. Ausgenommen sind Räume, die ihrer Ausstattung und Funktion nach nicht einem Büro entsprechen, zum Beispiel Betriebs-, Lager- und Ausstellungsräume.
     
  • Sie nutzen das Arbeitszimmer (fast) ausschließlich zu beruflichen und/oder betrieblichen Zwecken. Eine untergeordnete private Mitbenutzung - unter zehn Prozent - ist erlaubt. In dem Raum erledigen Sie vorwiegend gedankliche, schriftliche, verwaltungstechnische oder -organisatorische Arbeiten. Das müssen nicht zwingend Büroarbeiten sein: Ein häusliches Arbeitszimmer kann auch für geistige, künstlerische oder schriftstellerische Betätigung genutzt werden.

Es fehlt der Austausch

Torsten M., der seit einigen Jahren von Zuhause arbeitet, fühlt sich hingegen ein wenig allein:

"Am Anfang dachte ich, es sei kein Problem alleine zu arbeiten. Man würde sicher konzentrierter sein, effizientere Ergebnisse abliefern und damit sogar Zeit und Geld sparen. Tatsächlich hat sich herausgestellt, dass mir doch irgendwie die Gesellschaft fehlt und ich stattdessen nicht effizienter arbeite, sondern lieber gar nicht. Man geht dann schon mal später ins Büro, macht früher Schluss oder schiebt Aufgaben vor sich her, die man eigentlich erledigen müsste".

Ob lieber im Büro, einer Bürogemeinschaft, einem Coworking Space oder Daheim (das Gründerlexikon berichtete bereits), diese Entscheidung muss jeder mit der entsprechenden Ehrlichkeit sich selbst gegenüber klären. Und dann findet sich auch eine Lösung.



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