Mindestlohn ja oder nein – die Argumente

Beim Mindestlohn lassen sich grundsätzlich zwei gespaltene Lager unterscheiden: die einen, die die Einführung des Mindestlohns fordern, und die anderen, die dagegen sind. Doch welche Argumente bewegen sie zu ihren jeweiligen Auffassungen?

Bild: Tim Reckmann / pixelio.de

Pro Mindestlohn

Die Notwendigkeit eines höheren Lohns in vielen Branchen dürfte außer Frage stehen. Wie man bei den heutigen Preisen noch von einem Stundenlohn von 3,50 Euro leben können soll, kann wohl niemand beantworten. Im Prinzip hat der Staat ja schon so etwas wie einen staatlich unterstützten Mindestlohn geschaffen – durch Hartz IV. Vollzeitberufstätige, die unter dem Existenzminimum leben müssen, können zusätzlich Hartz IV beantragen und liegen damit dem Staat und dem Steuerzahler „auf der Tasche“. Der Mindestlohn könnte diese Belastung vom Staat abwenden und den Unternehmern auferlegen.

Ganz davon abgesehen könnte man beinahe davon sprechen, dass es sittenwidrig ist, beispielsweise eine Verkäuferin für 3 Euro die Stunde zu beschäftigen. Dies gilt besonders in Anbetracht dessen, dass andere Arbeitnehmer 20 Euro und mehr pro Arbeitsstunde erhalten.

Contra Mindestlohn

Gegen den Mindestlohn sprechen bereits unsere Szenarien aus dem ersten Artikel dieser Serie. Die Wahrscheinlichkeit, dass Arbeitsplätze abgebaut werden müssen, um die Folgen des Mindestlohns abzufangen, ist sehr groß. Gleichzeitig ist es grundsätzlich als nicht akzeptabel anzusehen, dass der Staat so extrem in die Wirtschaft und sogar die individuelle Unternehmensführung eingreift. Aufgabe des Staates ist zwar eine Lenkung der Wirtschaft – nicht aber eine Beschränkung.

Thema Schwarzarbeit

Das Thema Schwarzarbeit ließe sich sowohl auf der Seite der Vorteile als auch der Nachteile anführen. Es lässt nämlich zweierlei Sichtweisen zu:

  1. Wird kein Mindestlohn eingeführt, verdienen die Arbeitnehmer in vielen Branchen weiterhin außerordentlich schlecht. Sie sind beinahe darauf „angewiesen“, noch nebenher Geld zu verdienen – und dies wird nun einmal aufgrund der besseren Bezahlung oft „schwarz“ erledigt.
  2. Wird ein Mindestlohn eingeführt, steigen wahrscheinlich die Preise. Dies wiederum veranlasst die Konsumenten dazu, sich alternative Quellen für verschiedene Leistungen zu suchen. So werden beispielsweise Leistungen wie der Friseurbesuch gestrichen und stattdessen in das Wohnzimmer der Frisörin in der Nachbarschaft verlegt.

Insofern kann momentan nicht abgeschätzt werden, inwiefern sich die Mindestlöhne auf das Thema Schwarzarbeit auswirken könnten.

Unsere Sicht der Dinge

Wir vom Gründerlexikon sehen natürlich mehr die Situation der Unternehmer und die wird sich in den meisten Fällen eher verschlechtern denn verbessern. Zudem sehen wir verheerende Folgen für den Arbeitsmarkt. Sehr viele Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor könnten verloren gehen – und dies ist umso schlimmer, als es in diesem Bereich mit neu geschaffenen Arbeitsplätzen ohnehin schon nicht besonders gut aussieht.

Wir gehen davon aus, dass sich auch der positive Effekt für die Arbeitnehmer eher in Grenzen halten wird. Sie haben zwar auf den ersten Blick betrachtet mehr Geld in der Geldbörse. Doch dies nutzt ihnen nichts, wenn sie ihren Arbeitsplatz wenig später komplett verlieren, weil der Arbeitgeber sie sich schlicht nicht mehr leisten kann. Und selbst wenn sie ihren Arbeitsplatz behalten können, haben sie aufgrund der Preissteigerungen nicht viel von ihrer Lohnerhöhung.

Wir vom Gründerlexikon fragen uns: Wem bringt der Mindestlohn eigentlich überhaupt etwas?

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