Migranten und Deutsche - bei Gründung gleich auf

In den vergangenen dreieinhalb Jahren haben fünf Prozent der Migranten, die in Deutschland leben, ein eigenes Unternehmen gegründet oder sind dabei die Gründung vorzubereiten. Das ergab eine Studie, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung gemeinsam mit der Leibnitz Universität Hannover heraus gegeben hat.

Bild: Dieter Schuetz / pixelio.de

Migranten genauso gründungsfreudig wie Deutsche

Bei den Existenzgründungen seien vor allem Migranten aus West- und Nordeuropa zahlreich vertreten. Zuwanderer aus Süd- und Osteuropa gründen ähnlich häufig ein eigenes Unternehmen wie in ihren Heimatländern.

Auffällig ist, dass die meisten Existenzgründer hochqualifiziert sind. Viele verfügen über einen Hochschulabschluss, weiß die Studie zu berichten. Somit ist der typische Firmengründer ein hochqualifizierter Migrant aus den westlichen Industrienationen. Mittlerweile gehören deutsch-türkische Unternehmer zu den tragenden Säulen der deutschen Wirtschaft, die mehr als 40 Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaften

Allerdings gründen viele Migranten Firmen auch aus der Not heraus: Dem IAB zufolge, ergreifen Migranten die Chance, mithilfe der Selbstständigkeit eine nicht deutschen Standards entsprechende Qualifikation zu nutzen. „Eine Gründung kann die Chance eröffnen, Fähigkeiten und Kenntnisse einzusetzen, die in Deutschland formal nicht anerkannt werden“, so die IAB.

Gründung für die meisten Migranten problemlos

Für viele Migranten ist es in Deutschland problemlos möglich ein eigenes Unternehmen zu gründen. Vor allem für die Bürger aus dem Europäischen Wirtschaftsraum, denn für sie gilt die Gewerbefreiheit. Zu diesem Wirtschaftsraum gehören neben den EU-Ländern auch Island, Norwegen, Liechtenstein und die Schweiz.  Bürger, die von außerhalb der EU-Wirtschfatszone kommen, benötigen für die Gründung eine Aufenthaltserlaubnis.

Allerdings gibt es in deutschland eine Reihe von Gewerben, die mit einer Beschränkung der Gewerbefreiheit versehen sind. Hier müssen spezielle Qualifizierungsnachweise geliefert werden. Dabei kann es zu Schwierigkeiten kommen, wenn der Gründer die entsprechenden Aus- und Fortbildungen nicht in Deutschland erworben hat. Davon betroffen sind handwerksberufe und freie Berufe.

Der gesetzgeber hat diese Schwierigkeiten erkannt und versucht mit dem Anerkennungsgesetz dagegen zu steuern. Allerdings ist dieses Gesetz erst seit April 2012 in Kraft getreten und hat in dieser Studie noch keinen Enfluss.

Mittlerweile hat die Zahl der Existenzgründungen durch Migranten einen solchen quantitativen und qualitativen Status erlangt, dass es sich bei den Gründungen um einen wichtigen Wirtschaftsfaktor handelt.

 

Die gesamte Studie der IAB kann hier nachgelesen werden: /magazin/Studie_Migranten_gruenden.pdf



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