Lehrlinge finden mit dem richtigen Anforderungsprofil

In der Praxis scheitert die Besetzung aller Lehrstellen auch des Öfteren daran, dass die Arbeitgeber gar nicht wissen, was sie eigentlich genau wollen. Machen Sie sich daher im allerersten Schritt genau über diesen Aspekt Gedanken. Mithilfe einiger Leitfragen können Sie das Anforderungsprofil für Ihre zukünftigen Auszubildenden schnell festlegen.

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Leitfragen zum Anforderungsprofil

Beantworten Sie zunächst die folgenden Fragen für sich:

  • Welche kommunikativen Fähigkeiten sollte Ihr Lehrling mitbringen? (z. B. Kontaktfähigkeit, Aufgeschlossenheit)
  • Wo sollten die Stärken im sozialen Bereich liegen? (z. B. Teamfähigkeit, Kompromissbereitschaft, Kooperationsfähigkeit)
  • Wie wichtig ist Ihnen das Auftreten? (z. B. Erscheinungsbild, höfliche Umgangsformen)
  • Welche Kenntnisse setzen Sie voraus? (z. B. EDV-Kenntnisse, Sprachkenntnisse)
  • Welche Fähigkeiten müssen vorhanden sein? (z. B. räumliches Vorstellungsvermögen, Kreativität, schnelle Reaktion, Ausdauer)
  • Muss Ihr Lehrling körperlich belastbar sein? 

Muss-, Soll- und Kannkriterien

Anhand dieser Fragen können Sie schnell und einfach herausfinden, wie Ihr zukünftiger Auszubildender „gestrickt“ sein muss. Doch Vorsicht: Schießen Sie sich nicht auf zu viele Detailanforderungen ein, denn sonst hat kaum ein Auszubildender mehr eine Chance, Ihre Kriterien zu erfüllen.

Teilen Sie daher Ihre gefundenen Anforderungen in drei Gruppen ein:

  • Musskriterien: In diese Gruppe gehören die Anforderungen, die zwingend erfüllt sein müssen. Beschränken Sie sich auf zwei bis drei Kriterien, die Ihnen besonders wichtig erscheinen. Bewerber, die die Musskriterien nicht erfüllen, sind auszusortieren.
    Beispiele: EDV-Kenntnisse bei Fachinformatikern oder Vorkenntnisse im Rechnungswesen bei Bürokaufleuten
  • Sollkriterien: Im Bereich der Sollkriterien wünschen Sie sich zwar, dass sie von Bewerbern erfüllt werden, aber das Ausbildungsziel ist nicht in Gefahr, wenn dies nicht der Fall ist. Bewerber, die diese Kriterien erfüllen, kommen in die engere Auswahl. Der Rest bleibt aber als „Notnagel“ weiterhin im Rennen.
    Beispiele: Bestimmter Notenschnitt im Zeugnis
  • Kannkriterien: Die Kannkriterien sind eher als optional anzusehen. Sie sind nicht entscheidend, wenn es um die Vergabe der Ausbildungsplätze geht, aber machen Ihnen unter Umständen die Entscheidung leichter, wenn Gleichstand zwischen mehreren Bewerbern herrscht.
    Beispiele: Sprachkenntnisse bei Berufen, bei denen Fremdsprachen eigentlich keine Rolle spielen, soziales Engagement in der Schule oder in der Freizeit

Mit dem Anforderungsprofil zum perfekten Auszubildenden

Sobald Sie Ihr Anforderungsprofil exakt definiert haben, wird es für Sie später ein Kinderspiel, geeignete Auszubildende auszuwählen. Sie müssen nämlich nur noch anhand der Bewerbungsunterlagen überprüfen, ob alle gewünschten Musskriterien erfüllt sind und schon haben Sie die Kandidaten, die in die engere Auswahl kommen können.

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