Kurzarbeit - Sinn oder Unsinn?

Die Kurzarbeit hat dem Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr gute Dienste erwiesen. Die befürchteten Entlassungswellen aufgrund der allgemeinen Krise sind ausgeblieben. Die Arbeitslosenzahl betrug Ende Dezember sogar nur 3,3 Millionen. Die Regierung hat zu Beginn 2010 die Regelung zum Einsatz von Kurzarbeit ausgeweitet, eine Verlängerung um 18 Monate ist zum Tragen gekommen. Damit soll der Arbeitsmarkt weiter gestützt werden.

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Obwohl die Kurzarbeit in vielen Fällen vor Entlassungen schützt, ganz unkritisch wird sie nicht mehr betrachtet. Die Zahl der Kurzarbeiter liegt bei mehr als einer Million. Vorrangig betroffen sind die Automobilbranche und der Maschinenbau. Rechnet man mit einem Arbeitsausfall von durchschnittlich 32 Prozent, müssten eigentlich 319.000 Arbeitslose mehr in den Statistiken auftauchen.

Handwerk und Wirtschaft befürchten Unproduktivität

Die Wirtschaft, ebenso wie das Handwerk, kritisiert die Kurzarbeit nun zunehmend. Durch häufige Verlängerungen setze die Politik ein Zeichen dafür, dass die Subventionierung von Arbeitsplätzen dauerhaft so weiter gehen könne. Für Unternehmen ist die Kurzarbeit aber kein Dauerzustand.

Sind weniger Aufträge vorhanden und werden diese auch weiterhin auf die gleich große Belegschaft verteilt, sinkt automatisch die Produktivität. Kosten für Sonderzahlungen und Sozialleistungen müssen weiterhin von den Unternehmen getragen werden, bei sinkender Auftragslage und nahezu gleich bleibenden Kosten bedeutet das eine Minimierung des Gewinns.

Die Kurzarbeit wird gerne als das Mittel der Wahl angesehen, um den Arbeitsmarkt zu entlasten. Tatsächlich jedoch senkt sie die Produktivität der Unternehmen.



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