Kleinunternehmer und Regelbesteuerung

Unternehmer, die auf Grund ihres Umsatzes die Kleinunternehmerregelung anwenden können, haben die Möglichkeit zur Regelbesteuerung zu optieren. Die Regelbesteuerung macht für Unternehmer Sinn, die hohe Anfangsinvestitionen tätigen müssen und sich damit die gezahlte Vorsteuer vom Finanzamt zurückholen können.

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Entscheidet sich ein Unternehmer für die Option zur Regelbesteuerung, ist erfünf Jahre daran gebunden. Mit Ablauf des Zeitraumes sollte der Unternehmer prüfen, ob die Regelbesteuerung für sein Unternehmen noch zweckmäßig ist. Ist das nicht der Fall, kann der Unternehmer die Option schriftlich bei seinem zuständigen Finanzamtwiderrufen.

Beispiel
Existenzgründer E hat im Jahr 2004 einen voraussichtlichen Jahresumsatz von 9.600,- EUR. Weil er hohe Anfangsinvestitionen zu tätigen hat, entscheidet er sich für die Option zur Regelbesteuerung. Er ist somit für die nächsten fünf Jahre kein Kleinunternehmer. Der Gründer muss Umsatzsteuer abführen, kann aber die gezahlten Vorsteuerbeträge verrechnen. Im Jahr 2008 hat E einen Jahresumsatz von 14.000,- EUR. Weil der Jahresumsatz unter der Grenze von 17.500,- EUR liegt und die 5 Optionsjahre abgelaufen sind, kann sich E für die Kleinunternehmerregelung entscheiden. Er widerruft bei seinem Finanzamt die Option zur Regelbesteuerung. Ab dem 01.01.2009 darf er auf seinen Rechnungen keine Umsatzsteuer mehr ausweisen. Gezahlte Vorsteuerbeträge erhält er ab dem Zeitpunkt nicht mehr vom Finanzamt zurück.Dadurch bietet sich Unternehmer E die Chance, dass er künftig einen hohen Verwaltungsaufwand für die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldungen vermeiden kann. Sinnvoll ist diese Verfahrensweise aber nur dann, wenn keine weiteren hohen Investitionskosten mehr in naher Zukunft anfallen. In diesem Fall sollte Unternehmer E weiterhin bei der Regelbesteuerung bleiben.

 

 



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